Pettstadt
Afrikahilfe

Spenden finanzieren Essen für ein ganzes Jahr

Spenden aus dem Steigerwald kommen hungrigen Schülern im Senegal zugute: vier Mal die Woche Reis mit Gemüse oder Fisch aus der großen Schüssel.
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Vier Mal in der Woche bekommen Kinder von katholischen Schulen in der Bamberger Partnerdiözese Thies eine warme Mahlzeit. Dank der Spenden aus dem Steigerwald können immer mehr Schulkinder auf diese Weise verköstigt werden.  Foto: Brigitte Neudorfer
Vier Mal in der Woche bekommen Kinder von katholischen Schulen in der Bamberger Partnerdiözese Thies eine warme Mahlzeit. Dank der Spenden aus dem Steigerwald können immer mehr Schulkinder auf diese Weise verköstigt werden. Foto: Brigitte Neudorfer
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Morgens fünf Kilometer Fußweg zur Schule, mittags dann nichts zu essen, aber ein paar Unterrichtsstunden später zu Fuß wieder nach Hause: Das war - und ist - Alltag in ländlichen Regionen des Senegal. Für ein paar Hundert Kinder im Land an der Westküste Afrikas hat sich die Situation aber deutlich verbessert, seit es in Dankenfeld im Steigerwald das Mittagessen-Projekt "Schulspeisung im Senegal" gibt. In der Erzdiözese Bamberg gespendetes Geld wird derzeit zu fünf Schulen in der Partnerdiözese Thies geleitet.

1300 Euro steuerte die Pettstadter Kindertagesstätte St. Anna bei: den Erlös einer Reihe von Aktionen und Spenden. Das Geld wird einer kleineren Schule im Senegal reichen, ein ganzes Jahr lang ihre Kinder zu verköstigen. Entsprechend stolz sind die kleinen Pettstadter, die sich wochenlang mit Afrika beschäftigt hatten. Sogar Trommeln hatten sie selbst gebastelt und unter Leitung des in London lebenden Percussionisten Noah Messomo zu einem Klangkörper geformt.

Beim Kindergartenfest griffen Eltern und Großeltern in die Geldbörsen. "Weil bei uns gerade keine größere Anschaffung erforderlich ist, hatten sich Elternvertretern und Erzieherinnen entschlossen, heuer mal nicht an unsere Kita, sondern an die Kinder in Afrika zu denken," berichtete Kindergartenleiterin Susanne Weber.

Das Geld aus Pettstadt kommt nun einer der Schulen zugute, die von dem Mittagessenprojekt "Schulspeisung im Senegal" unterstützt werden. Vielleicht wird damit die katholische Schule St. Marcel in Fandene bedacht, 20 Kilometer vom Bischofssitz Thies entfernt.

300 Kinder werden hier unterrichtet. Durchschnittlich sind etwa zwei Drittel der Besucher einer katholische Schule im Senegal Muslime, die mit 95 Prozent den größten Bevölkerungsanteil stellen. Nur vier Prozent der Senegalesen sind Christen, ein Prozent gehört traditionellen Religionen an. Im Unterricht und bei der Schulspeisung lernen die Kinder und Jugendlichen, wie man trotz der religiösen Unterschiede zusammenleben kann.


Überlebenswichtig
Vier Mal in der Woche bekommen die Schüler ein nahrhaftes warmes Mittagessen. Es besteht üblicherweise aus Reis und Gemüse, das in Öl gegart wird. Gelegentlich gibt es etwas Fisch dazu. Fleisch ist wegen der unterschiedlichen religiösen Schlacht- und Verzehrgewohnheiten problematisch und wäre ohnehin zu teuer.

So karg die Mahlzeit und so eintönig der Speiseplan erscheinen mag - für Kinder, die täglich viele Kilometer zu Fuß unterwegs sein müssen, ist dieses Essen überlebenswichtig. Ehrenamtlich zubereitet werden die aus Spenden finanzierten Speisen von den Müttern der Schulkinder.

Auch die Köchinnen dürfen mitessen und wenn sie noch ein paar kleinere Kinder dabei haben, bekommen die auch was von dem Reisgericht ab. 2000 Euro im Jahr sind genug, um 100 Kinder ein ganzes Jahr lang an ihrer Schule zu versorgen. Pro Kind reichen etwa 25 Euro.

Gekocht wird in großen Töpfen auf offenem Feuer nach Landesart. Davon hat sich die Frensdorferin Brigitte Neundorfer schon mehrmals überzeugt und vor Ort den Frauen geholfen. Die Kinder löffeln in kleinen Gruppen aus großen Schüsseln und alle werden satt. Das ist nicht selbstverständlich für den Nachwuchs im Senegal. Dort sind die meisten Familien arm an materiellen Dingen, aber reich an Kindern (zwischen vier und acht).


"Aktion Schulgeld"
Viele erhalten keine oder nur eine unzureichende Schulbildung. Um dem entgegenzuwirken, hat die katholische Kirche, unter anderem mit Unterstützung der "Aktion Schulgeld" aus dem Erzbistum Bamberg, 18 leistungsfähige Schulen mit guten Lehrern und intakten Gebäuden aufgebaut.

Hierzulande kann jeder für 95 Euro pro Jahr einem Buben oder Mädchen den Besuch der sechsstufigen Grundschule ermöglichen oder mit 120 Euro den Unterricht an einer weiterführenden Schule finanzieren. Die Eltern der Kinder müssen einen kleinen Eigenanteil (zum Beispiel fünf Euro pro Jahr für die Grundschule) beisteuern.
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