Bamberg
Bildung

SPD und FDP fordern: Theresianum nicht aufgeben

Die Vorsitzenden der Bamberger SPD und FDP fordern eine weitere Verhandlungsrunde. Sie halten das Spätberufenen-Gymnasium der Karmeliten für unverzichtbar.
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Das Theresianum der Bamberger Karmeliten wurde erst vor wenigen Jahren modernisiert. Foto: Ronald Rinklef
Das Theresianum der Bamberger Karmeliten wurde erst vor wenigen Jahren modernisiert. Foto: Ronald Rinklef
Am Dienstag gab die Leitung des Karmelitenordens bekannt, dass die Suche nach einem neuen Träger für das Theresianum gescheitert seien und die Schule "Am Knöcklein" daher in wenigen Jahren geschlossen werden müsse. Die Stadträte Felix Holland (SPD) und Martin Pöhner (FDP) wollen sich damit nicht abfinden. Die Schule sei zu wichtig, um sie aufzugeben, betonen sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung.


Holland: Kurz vor dem Ziel

Felix Holland, der auch SPD-Kreisvorsitzender ist, glaubt, dass es noch Chancen gibt, den Fortbestand des Theresianums zu sichern. Glaubt man ihm, dann standen die Verhandlungen der Karmeliten mit dem letzten potenziellen Träger "kurz vor dem Ziel". In dieselbe Kerbe schlägt FDP-Ortsvorsitzender Martin Pöhner: "Nach meinem Kenntnisstand sind die Verträge mit dem Kolping-Bildungswerk bereits ausgearbeitet gewesen und es hat nur wenig gefehlt, diese erfolgreich abzuschließen."

Beide fordern alle Beteiligten auf, erneut an den "Runden Tisch" zurückzukehren. Ziel müsse es sein, das Problem der Ausfallgarantie für den Fall eines ausbleibenden Zuschusses noch einmal intensiv zu prüfen und hier nach einer Kompromisslösung zu suchen.

Das Theresianum ist laut Holland und Pöhner "eine ganz wichtige Bildungseinrichtung", weil sie jungen Menschen eine zweite Chance auf einen höheren Bildungsabschluss ermöglicht. Sie sei "ein wichtiger Baustein, um Aufstiegschancen gerade für Jugendliche aus sozial schwächeren Familien in unserer Region zu ermöglichen", unterstreicht Holland. Es sollte deshalb alles unternommen werden, doch noch zu einer Lösung zu Gunsten der jungen Menschen zu kommen.

Konkret schlagen Holland und Pöhner vor, dass sowohl die Stadt als auch die Regierung von Oberfranken, der Landkreis und das Kultusministerium, die zuletzt nicht mehr am "Runden Tisch" gesessen hätten, nochmals in die Gespräche einbezogen werden sollen.

Von Stadtverwaltung, Landratsamt und Kultusministerium erwartet Pöhner, dass sie "genau prüfen, welche finanziellen Auswirkungen auf die Stadt, den Landkreis und den Freistaat zukommen, wenn das Theresianum tatsächlich geschlossen wird". Er geht davon aus, dass sich eine Schließung des Spätberufenen-Gymnasiums auf die Schülerzahlen an Fach- und Berufsoberschule Bamberg auswirken wird.

Pöhner, der selbst Gymnasiallehrer ist, begründet dies so: "Die Jugendlichen wollen ja trotzdem eine Schule besuchen, die ihnen eine zweite Chance aufs Abitur ermöglicht. Das heißt die Anmeldezahlen an FOS und BOS werden massiv steigen, so dass diese Schulen aus allen Nähten platzen werden."

Dies würde nach Meinung des FDP-Ortsvorsitzenden erfordern, dass dort "für viel Geld zusätzliche Klassenzimmer gebaut und zusätzliche Lehrer eingestellt werden müssten". Diese Problematik ist seiner Ansicht nach bisher viel zu wenig berücksichtigt worden. Nach Pöhners Einschätzung wäre es kostengünstiger, das Theresianum zu erhalten als andere Schulen massiv auszubauen. red


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