Bamberg
Einkaufszentrum

Sollen Wohnungen ins Atrium in Bamberg?

Die neuen Pläne für das Atrium stoßen auf Zustimmung. Besonders der neue Platz an der Ludwigstraße weckt Hoffnungen. Doch den Grünen reicht das nicht.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das neue Atrium wird deutlich schlanker und offener als das alte: Dies zeigt der Vergleich zwischen alt (links) und neu (rechts) im Modell.  Foto: Michael Wehner
Das neue Atrium wird deutlich schlanker und offener als das alte: Dies zeigt der Vergleich zwischen alt (links) und neu (rechts) im Modell. Foto: Michael Wehner
+3 Bilder

Es war ein spannender Moment, als Ralf Dischinger, der Sprecher der Grünen im Bausenat, zu reden anfing. Alle Fraktionen vor ihm hatten die Pläne für das neue Atrium über den grünen Klee gelobt. Würde sich nun die Debatte noch einmal drehen? "Es ist unserer Auffassung nach unverzichtbar, dass man auch hier Wohnraum schafft - in welcher Form auch immer. Warum wird diese Chance nicht genutzt?" wollte Dischinger wissen.

Tatsächlich haben die Investoren von Eyemaxx Development erst vor kurzem die Pläne für eine Wohnnutzung wieder zu den Akten gelegt. Architekt Matthias Bornhofen sprach von dem schwierigen Lärmschutz und davon, dass sich die geplante Zahl von 80 so genannten Servicewohnungen nicht habe realisieren lassen, weil die Anbieter Bedenken gehabt hätten.

Auch andere Fraktionen hätten sich für die Appartementidee erwärmen können, Herbert Lauer etwa von der Bamberger Allianz. Doch anders als die Grünen ließ er sich überzeugen: Wie Bornhofen erläutert hatte, wurde die Idee von Wohnnutzung auch deshalb nicht weiter verfolgt, weil mittlerweile ein anderes Angebot vorliegt. So will ein stark wachsendes Bamberger Unternehmen rund 3000 Quadratmeter Bürofläche im Atrium anmieten, um Mitarbeiter dort unterzubringen.

Unterstützt wird dieses Projekt von der Bamberger Wirtschaftsförderung, die das Unternehmen nach Möglichkeit in Bamberg halten will.

Wohnen im Atrium? Auch in einer von Mangel an erschwinglichen Mietwohnungen geprägten Stadt scheint diese Vorstellung unterschiedliche Assoziationen zu wecken. Daniela Reinfelder (BuB) hält wenig von Wohnungen "zwischen Bahn und dem Verkehr in der Ludwigstraße". Auch Norbert Tscherner nahm kein Blatt vor den Mund: "Also ich möchte hier nicht wohnen". Gleichzeitig mahnte Bürger-Block-Vorsitzende zur Vorsicht bei der Sanierung des "360 Meter langen Gebäudes": Sonst könne der Umbau des aus Fertigbauteilen bestehenden Atrium schnell zu einem Dominospiel werden.

Komplettabbruch vorne

In der Tat wird sich das Einkaufszentrum, wie es die Bamberger kennen, von Grund auf wandeln, wenn die Baumaschinen einmal angerückt sind. Der Plan ist, dass der vordere Teil des Atriums bis zum Kino abgetragen wird. Was neu entsteht ist deutlich kleiner und vor allem grüner und offener. Wie Bornhofen erklärte, lebt das Vorhaben davon, dass auf einer Länge von 100 Metern vom Bahnhofsvorplatz beginnend ein neuer über 13 Meter breiter Vorplatz entsteht, von dem aus die Läden erschlossen werden. Dieser halböffentliche Platz mit Bäumen und einer breiten Fläche für Fußgänger korrespondiert mit ebenfalls begrünten Innenhöfen, ein Zugeständnis an die künftige Hotelnutzung.

Auch Frank Schönfelder von der Planungsgruppe Strunz, der das Projekt während des Bebauungplanverfahrens begleitet, macht Hoffnungen auf eine "signifikante Aufwertung", wie er formuliert. Dies wird u.a. auch dadurch erreicht, dass die Handelsfläche von zuletzt 16000 auf künftig 7000 Quadratmeter reduziert wird. Innenstadtbewohner wird es freuen, dass neben Restaurants auch ein Lebensmittelhändler dabei sein soll. Erhalten bleiben die 700 Parkplätze und natürlich das Kino.

Ein Klotz im Herzen der Stadt

Die Hoffnung auf das Ende einer "Bausünde" eint die Politik in Bamberg: "Dort kann es nur besser werden", sagte Franz-Wilhelm Heller (CSU). Man soll nun die Beschlüsse fassen und anfangen. "Froh und glücklich" zeigte sich Heinz Kuntke von der SPD-Fraktion. Von einem "hässlichen Klotz im Herzen Bambergs" sprach Ralf Dischinger (GAL).

Und das Thema Wohnen? Mit dem gestrigen Beschluss wurde das Bebauungsplanverfahren erst eröffnet. Noch kann also nachgebessert werden.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren