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Bamberg
Neujahrsempfang

Söders Ständchen zum 75. CSU-Geburtstag

Zum CSU-Jubiläum kam Ministerpräsident Markus Söder nach Bamberg. Seine Rede von Autoindustrie bis Umweltschutz begeisterte seine hiesigen Parteifreunde.
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Warmen Beifall gab es für Markus Söder im Hegelsaal.  Foto: Barbara Herbst
Warmen Beifall gab es für Markus Söder im Hegelsaal. Foto: Barbara Herbst
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Der Kommunalwahlkampf ist in vollem Gange. Und die Bamberger Christsozialen um OB-Kandidat Christian Lange und Landrat(-Kandidat) Johann Kalb nutzten die Gelegenheit eines Neujahrsempfangs im Hegelsaal der Konzerthalle, um auf die tatsächliche und gefühlte Erfolgsgeschichte ihrer Partei zu verweisen: Kurz nach Kriegsende, also vor 75 Jahren, gründeten politisch Interessierte die CSU. Als Gründungsdatum gilt der 12. September 1945.

Auch in Bamberg fanden sich damals Männer und Frauen zusammen, um die bürgerlich-christliche Partei zu etablieren. Damals gehörte Katharina Döring dazu. Thomas Silberhorn, Vorsitzender des CSU-Kreisverbandes Bamberg-Land, erinnerte in seiner Begrüßung an dieses Gründungsmitglied: Katharina Döring feierte im Oktober vergangenen Jahres in guter Verfassung ihren 100. Geburtstag. Eine Erkältung hinderte sie daran, zum Neujahrsempfang zu kommen.

Bekenntnis zu Franken

Sie hätte sicher ihre helle Freude an der Festrede gehabt, die CSU-Parteivorsitzender und bayerischer Ministerpräsident Markus Söder zu Gehör gab. Immer wieder vom Beifall seiner Parteifreunde unterbrochen, legte er ein klares Bekenntnis zu Franken ab: "Bayern ist nur so stark, wie Franken erfolgreich ist!" Mit "unglaublichen Innovationen" und "großartiger politischer Leistung" habe gerade das einst so strukturschwache Oberfranken die Trendwende geschafft und verfüge über eine "großartige Wirtschaftskraft".

Nahtlos pries Söder die "Stärke der CSU": nämlich "das Riesenorchester des Ehrenamtes mit dem Ziel, unser Land voranzubringen". Er sei stolz auf die Frauen und Männer, "die vor 75 Jahren die Vorgeschichte geleistet und ihren Beitrag für Frieden, Freiheit, Stabilität geleistet haben", so der Ministerpräsident. Aufgabe der Volksparteien heute, "die in der Krise stehen", sei, in den "größeren Strömungen, die das Land verändern, die richtigen Antworten für die Zukunft zu finden". Und zwar nicht nach dem Motto "zurück in die Vergangenheit", wobei Bewährtes durchaus bewahrt werden solle. Söder ließ keinen Zweifel daran, dass er mit dem Bewährten seine CSU meinte sowie die sprichwörtliche bayerische Lebensart: "Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden!"

"Ich bin nicht grün, sondern weiß-blau und rot-weiß!"

Und was zu diesem Glück gehört, feuerte der Ministerpräsident gleichsam ab: Gerechtigkeit für Leistungswillige und für die weniger Leistungsstarken. Abschaffung des "Soli" für alle. Weniger Bürokratie, also auch keine Tonnen an Kassenbons. Keine ideologische Familienarbeit: "Erziehung ist Sache der Eltern und nicht die des Staates." Schöpfung bewahren und gestalten: "Ich bin nicht grün, sondern weiß-blau und rot-weiß!" Klimaschutz ist kein Modethema, sondern Notwendigkeit und Aufgabe der CSU, die schon 1970 das erste Umweltministerium in Bayern begründete. "Oma und Opa sind absolute Helden der Familien und keine Umweltsäue. Wir müssen die Jugend wertschätzen, ohne sie gibt es keine Zukunft." Die Landwirtschaft brauche mehr Verständnis, sie gehöre zum Kernbestand von Bayern.

Die Autoindustrie dürfe nicht schlechtgeredet werden, es müssen neue Motorenstrukturen geschaffen werden. Forschung und Wissenschaft müssten weiterentwickelt werden bis hin zur Luft- und Raumfahrt. Sicherheit und Freiheit für jeden Staatsbürger. Die AfD bezeichnete er als "Gegner der Demokratie in ihrem völkischen Flügel". Die AfD sei die "neue, wahre NPD".

Der Wunsch nach Veränderungen

Nach diesem Parforceritt durch ein umfassendes Themenspektrum versprühte Markus Söder Optimismus pur: "Die Gene der CSU sind stark, das Erbe der CSU ist gut. Ich möchte die Geschichte unseres Landes voranschreiben." Das wollen nun auch Christian Lange und Johann Kalb am 15. März: "In Bamberg ist der Wunsch nach Wechsel groß, wie die hohe Zahl an OB-Kandidaten zeigt", warb Lange "für einen Generationenwechsel und ein Anknüpfen an die Tradition von CSU-Oberbürgermeistern in Bamberg".

In der kurzen Talkrunde, die Annamarie Bauer von der Jungen Union Bamberg-Stadt und Anja Franz von der Jungen Union Bamberg-Land moderierten, gab sich auch Landrat Kalb zuversichtlich: "Der Wunsch nach Veränderung ist im Landkreis nicht so groß, es gibt nur sechs Kandidaten." Kalb plädierte dafür, dass sich die CSU "auf die jeweilige Zeit einstellt, ohne sich von ihren christlichen Grundwerten zu entfernen".

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