Stegaurach
Auftakt

Söder zu Gast bei Wahlkampfauftakt in Stegaurach

Im Festzelt von Stegaurach hat die CSU den Wahlkampf für die Urnengänge zu Landtag und Bundestag eröffnet. Kreisvorsitzender Thomas Silberhorn sah in der Rede des bayerischen Finanzministers Markus Söder "Politik mit Spaßfaktor". Und die Ausführungen des Nürnberger "Ober-Franken" hatten durchaus Unterhaltungswert.
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Kam gut gelaunt nach Stegaurach und sorgte für entsprechende Stimmung im Festzelt: Bayerns Finanzminister Markus Söder MdL.  Foto: B. Herbst
Kam gut gelaunt nach Stegaurach und sorgte für entsprechende Stimmung im Festzelt: Bayerns Finanzminister Markus Söder MdL. Foto: B. Herbst
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Es kommt nicht oft vor, dass ein bayerischer Finanzminister den Weg nach Stegaurach findet. "Der letzte war Georg von Waldenfels vor ungefähr 20 Jahren" erinnerte Bürgermeister und Bezirksrat Siegfried Stengel (CSU) in seinen Begrüßungsworten. Wie Waldenfels damals durfte sich auch Markus Söder ins Goldene Buch der Gemeinde eintragen ("Wir Franken halten zusammen"). Derweil lobte die Bamberger Gesundheits-Staatssekretärin Melanie Huml (ebenfalls CSU) die Qualitäten ihres Kabinettskollegen und früheren Chefs - Markus Söder war bis zur letzten Kabinetts-Umbildung Minister für Umwelt und Gesundheit.

Ein Lob, das der Nürnberger gleich zu Beginn seiner Rede als "angemessen" bezeichnete und damit schnell die Sympathien der Zuhörer im gut gefüllten Festzelt auf sich zog. Wer noch schwankte, durfte sich noch ein bisschen Honig abholen: Dass er sich jetzt besonders wohl fühle "unter vernünftigen Menschen" nach all dem Theater mit "Lobbyisten, Journalisten und parlamentarischen Streitigkeiten". Einfach scheint es so ein Minister ja nicht zu haben.

So oder so: Mehrfach durfte Söder für seine Ausführungen spontanen Beifall verbuchen. Vor allem die Rolle des Freistaates bei der Bewältigung der internationalen Finanzkrise hat den Menschen in Franken offenbar imponiert: "Anerkannt, stark und stabil" habe sich die bayerische Wirtschaft gezeigt, immer unterstützt von einer realitätsnahen Landes- und Bundespolitik. Doch "Bleibt das so?" stellte Söder die nach seiner Überzeugung "entscheidende Frage", um die es bei der Wahl am 15. September gehe.

Drei wesentliche Unterschiede zeigte er zwischen dem Regierungsbündnis von Union und FDP sowie den anderen Parteien auf: Zum ersten die Frage einer Umverteilung der Schulden anderer EU-Staaten durch sogenannte Euro-Schuldscheine. Dies sei mit der CSU nicht zu machen, "da wird eher Greuther Fürth Deutscher Fußballmeister". Stattdessen müsse es bei Rettungsschirm und Fiskalpakt bleiben, die immer einen eigenen Beitrag der so unterstützten Staaten zur Bedingung hätten. "Einen Automatismus bei Gaunereien wird es mit uns nicht geben", beschwor Söder unter dem Beifall der Besucher.

"Umgetrieben" wird der Finanzminister nach eigener Aussage auch von einem anderen Haushaltsposten, der den Freistaat im Doppelhaushalt etwa acht Milliarden Euro koste: den Länderfinanzausgleich. "Diese acht Milliarden sind weg", rechnete Söder vor, dafür könne man sich zum Beispiel 400 000 Kinderkrippenplätze oder 1,2 Millionen neue Studienplätze leisten. "Und ein neues Feuerwehrauto", erscholl ein Zwischenruf aus dem Publikum. Auch dafür will Söder etwas geändert haben an diesem Solidaritätsfond, der nach seiner Ansicht "die honoriert, die nichts tun".

Klar abgelehnt wird vom bayerischen Finanzminister eine stärkere Besteuerung von Unternehmen und Besserverdienern. "Steuererhöhungen sind Gift für die Wirtschaft", sagt Markus Söder, und von der wolle man derzeit zusätzliche Belastungen fernhalten. Eine "Wahl nach Kontostand" sei im übrigen nicht der Sinn der Sache.
Mit einem Geschenkkorb dankte CSU-Ortsvorsitzender Daniel Palasti dem Gast aus der Noris für sein Polit-Gastspiel am Kirchweihdienstag. Auch in Stegaurach stehe die CSU für Verlässlichkeit, auch hier seien seit 2006 keine neuen Schulden mehr gemacht worden. Die Mühlendorfer Blasmusik umrahmte die Veranstaltung gekonnt musikalisch.

Und auch wenn er mit seinem Vorschlag für einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone nicht so recht glücklich geworden ist - zumindest in fränkischen Bierzelten hat das dem bayerischen Finanzminister Markus Söder keinerlei Sympathieverluste eingebracht. Im Gegenteil: Bei seinem Gastspiel "auf" der Stegauracher Kirchweih durfte sich der Nürnberger CSU-Politiker eines ausgesprochen wohlwollenden Publikums erfreuen, dem der bekennende Franke mit einer gut einstündigen Rede dankte.

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