Bamberg
Kurs

So werden Superhelden geboren

Bei einem Zeichenkurs in Bamberg hat Popel-Erfinder Thorsten Trantow Kindern gezeigt, wie eine Comicfigur entsteht.
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Die Grundform: ein Kreis, eine Hilfslinie von links nach rechts und eine von oben nach unten. Drei Punkte darauf ... Foto: Matthias Hoch
Die Grundform: ein Kreis, eine Hilfslinie von links nach rechts und eine von oben nach unten. Drei Punkte darauf ... Foto: Matthias Hoch
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Thorsten Trantow zeichnet Witze. Er hat Popel erfunden, den frechen Comic-Helden, der jeden Tag auf unserer Kinderseite ein witziges Abenteuer erlebt. Oft mit seinem Babybruder Bohne, Hündchen Nachgelaufen oder dem Roboter Blecheimer. "Der Ro boter ist mir im Moment besonders lieb", erzählt Thorsten Trantow.
Wie sein täglicher Co micstrip entsteht und welche Tricks beim Zeichnen helfen, verriet er Kindern am Mittwoch bei einer Kinder-Pressekonferenz und zwei KLAR.TEXT-Comic-Kursen im Verlagsgebäude der Mediengruppe Oberfranken in Bamberg. Ein Comicstrip hat am Ende normalerweise eine Pointe. "Manchmal sind es einfach so Situationen", sagt Thorsten Trantow. Zum Beispiel?
"Popel sitzt am Tisch und muss Hausaufgaben machen. Von Blecheimer sieht man nur die Beine nach oben ragen." Als Popel sich beschwert, dass der Roboter mit dem doofen Handstand aufhören soll, sagt der: "Ich mache doch gar keinen Handstand." - "Ja, was denn dann?" - "Ich balanciere auf meiner Glühbirne." Trantow lächelt. "Das finde ich witzig."
Jason grinst. "Bei den Hausaufgaben bin ich ein bisschen ähnlich wie Popel", sagt der 14-Jährige. Wie alle anderen hat er einen Block bekommen, auf dem er im Kurs das Zeichnen übt. Thorsten Trantow geht herum und spricht mit den Kindern über ihre Skizzen.


Tipps vom Zeichen-Profi

Bastian aus Friesen hat ein Problem: "Wie bekommt man einen vernünftigen Übergang zwischen Kopf und Hals hin?", möchte der 14-Jährige wissen. Thorsten Trantow kennt das: "Manchmal muss ich auch etwas zeichnen, was mir nicht liegt", sagt er. Und was macht der Profi dann? "Ich baue erst einmal die Grundform auf."
Vor ihm steht ein großer Tafelklemmblock, darauf malt er mit einem dicken Filzstift einen Kreis. "Das ist schon mal ein Anfang." Der Kopf. Dann hier ein Strich, da einer, dort einer - eine Comicfigur wird geboren. Es ist ganz leise im Raum. Nur die Bleistifte flüstern Linien auf die Malblöcke der Kinder. Einige kopieren die Skizze, sie schauen kurz hoch, um nichts zu verpassen und übertragen Strich für Strich auf ihr Blatt.
Manche gucken aber einfach staunend zu, wie Thorsten Trantow zeichnet. Ganz rote Backen hat er bekommen. Und schwupps - steht auf dem Papier eine neue Figur.


Schmieren und kritzeln!

Thorsten Trantow geht einen Schritt zurück, um sein Bild anzuschauen. "Das ist ungewohnt, so zu zeichnen." Klar: Normalerweise liegt das Papier vor ihm. Und er nimmt auch keine dicken Filzstifte. "Ich zeichne mit Bleistift, da kann ich richtig schmieren, kritzeln - und ich kann es wieder wegradieren." Er benutzt ganz normale Bleistifte, wie sie in jedem Federmäppchen liegen. "Nichts Besonderes. Ganz popelig.
Apropos: Popel, den Helden unserer Kinderseite hat Thorsten Trantow natürlich auch gezeichnet. Und eine Menge anderer Bilder. Auch einen Osterhasen. Dazu gab's dann sogar ein paar kleine, richtig schön popelige Ostergeschenke für die Kinder.
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