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Richtfest

So sieht der Rohbau des "Quartiers an den Stadtmauern" in Bamberg aus

Wohnen, Gewerbe und Dienstleistungen sollen das "Quads" bald mit Leben erfüllen. Ein Streifzug durch den Rohbau lässt erahnen, wie das aussehen könnte.
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Zufriedene Gesichter auf dem Balkon einer neuen Wohnung. Im Vordergrund blickt Thomas Endres, Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Bamberg, gelöst in die Kamera. Barbara Herbst
Zufriedene Gesichter auf dem Balkon einer neuen Wohnung. Im Vordergrund blickt Thomas Endres, Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Bamberg, gelöst in die Kamera. Barbara Herbst
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Endlich mal drin! Das ist der Gedanke, den wohl einige der Presseleute gehabt haben dürften, als sie kurz vor dem offiziellen Richtfest eine Führung durch das "Quartier an den Stadtmauern" bekommen haben. Jene Großbaustelle zwischen Langer Straße und ZOB, deren riesige Ausmaße so richtig erst aus der Luft deutlich werden - 5200 Quadratmeter ist das Grundstück groß.

Was sich auf diesem Areal mitten in der Innenstadt tut, wird seit der Grundsteinlegung vor gut einem Jahr von den Bambergern genau verfolgt: Immer wieder bleiben Passanten stehen, schauen, wie schnell aus dem tiefen Loch im Boden Häuser in die Höhe wachsen.

Dort oben, auf dem Balkon einer der neuen Wohnungen, geht der Blick bis zur Martinskirche und St. Michael - und in den Innenhof des Areals. Es wirkt aufgelockert, die Häuser stehen sich in unterschiedlichen Winkeln gegenüber. "Dieses Gebäude dort ist wieder begrenzt durch die Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert", sagt Stephan Kirchner, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bamberg.

Überhaupt ist es diese historische Stadtmauer, nach der sich das ganze Projekt richtet. "Wo es geht, haben wir versucht, deren Reste in den Bau zu integrieren. Schließlich heißt das Quartier ja so", sagt Kirchner, und erläutert: Sichtbar seien noch die Mauerreste aus dem 15. Jahrhundert. In dieser sei die Vorgängermauer aus dem 13. Jahrhundert damals verbaut worden. "Den Verlauf der historischen Stadtmauern werden wir in den Böden nachzeichnen."

An manchen Stellen werden außerdem Teile der Mauer für den Passanten direkt zu sehen sein - genau wie so manches Einzeldenkmal. "Wir haben mit der Denkmalpflege abgesprochen, dass wir so viel erhalten wollen wie möglich", merkt Kirchner an.
Etwa das Haus aus dem 19. Jahrhundert mit der wunderbaren Holzdecke, "das wird mal ein Schmuckstück", sagt Kirchner.

Oder das jüdische Haus - wohl aus dem 17./18. Jahrhundert - mit der Mikwe, einem historischen Tauchbecken. Dieses liegt allerdings genau unter der Gründungsmauer des Hauses, was bei der Idee, die Mikwe aus dem 15. Jahrhundert zugänglich zu machen, zu Schwierigkeiten führte. Deswegen hat sich die Sparkasse als Bauherrin mit der Israelitischen Kultusgemeinde auf folgenden Konsens geeinigt: "Wir werden einen Raum im Haus als kleines Museum für die Mikwe anlegen. Von dieser selbst können wir sieben Treppenstufen zeigen", erklärt Kirchner während der Führung, und fügt hinzu: "Dies wird die älteste zu besichtigende jüdische Stelle in Bamberg sein." Mitte 2019 könnte es klappen, dass die ersten Besucher kommen.
Etwas früher, nämlich Ende dieses Jahres, werden die ersten gewerblichen Mieter ihr Quartier beziehen: Ein DM-Drogeriemarkt, ein Rewe-Markt und ein "Ibis Styles Hotel". Sie werden, wie auch eine Filiale der Bäckerei Fuchs, an den Straßenfronten liegen - mit Absicht. "Das sind Mieter, die Frequenz brauchen und deswegen an den Rändern liegen. Im Inneren können wir uns Dienstleistungsbetriebe vorstellen", erklärt Kirchner.

Oben drüber liegen dann die neuen Wohnungen: 47 an der Zahl, mit einer Größe von einem bis zu vier Zimmern, und ausschließlich zur Miete. Über die Höhe der monatlichen Miete war noch nichts zur erfahren, dafür merkte der Sparkassen-Vorstandsvorsitzende an, dass ein Teil der Wohnungen unter die Sozialbindung falle. Zudem werden noch zwei Stadthäuser mit einer Größe von 120 und 200 Quadratmetern vermietet.

Da stellt sich die Frage: Wohin mit den Autos all der neuen Bewohner? Unter die Erde: Unter dem Areal liegt eine Tiefgarage mit 90 Stellplätzen, davon sind 38 für das Hotel reserviert. 14 sind für E-Mobilität ausgestattet. Für Fahrräder sind insgesamt 200 Stellplätze im Quartier geplant.
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