Bamberg
Einzelhandel

Smartphone, zeig mir das Schuhgeschäft!

Kleine Sender, große Wirkung? Ein Testprojekt mit Beacons läuft in der Stadt Bamberg und den Landkreisen Bamberg und Forchheim.
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So deutlich sichtbar und in Griffhöhe sind die Beacons natürlich im Geschäft nicht angebracht. So jedoch kann man den  Sender besser sehen und hat auch  einen Größenvergleich mit dem Schuh. Foto:  Barbara Herbst
So deutlich sichtbar und in Griffhöhe sind die Beacons natürlich im Geschäft nicht angebracht. So jedoch kann man den Sender besser sehen und hat auch einen Größenvergleich mit dem Schuh. Foto: Barbara Herbst
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Einer mitten im Laden und einer im Schaufenster: zwei kleine Sender treten im Schuhhaus Zeller in Bamberg mit den Kunden und denen, die es werden sollen, in Kontakt. Wer an dem Geschäft am Grünen Markt vorbeischlendert oder stehenbleibt, um sich die Auslagen anzuschauen, und die Bluetooth-Funktion auf seinem Mobiltelefon aktiviert hat, sieht in der Statusleiste seines Smartphones an einem Symbol, dass es hier Informationen für ihn gibt.

"Und jetzt sind wir neugierig, wie neugierig die Leute sind", sagt Andreas Zeller. Er ist einer von neun Geschäftsleuten, die an einem Pilotprojekt der Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim teilnehmen.


"Es muss alles erst anlaufen"

Andreas Zeller hat momentan eine Nachricht geschaltet: den Hinweis auf einen Zehn-Euro-Nachlass auf Modelle einer bekannten Freizeitschuh-Marke. Noch im März will er damit beginnen, die Möglichkeiten dieses digitalen Marketings im Nahbereich (Location Based Services) viel intensiver zu nutzen.

"Es muss alles erst anlaufen", sagt Birgid Bischoff von "Kaufrausch". Anfang dieser Woche wurden in dem Schmuckgeschäft in der Austraße die Beacons installiert. Die Nutzer setzen unterschiedliche Schwerpunkte. "Für uns zum Beispiel ist wichtig, dass eine Verlinkung auf unsere Webseite möglich ist."


Testphase läuft bis Jahresende

Für die Begleitung des Projekts und die Unterstützung der Nutzer ist die Firma Video-Marketing aus Bamberg zuständig. Arno Schimmelpfennig hat die Teilnehmer im Januar in einer Schulung mit der Technik vertraut gemacht und ihnen verschiedene Einsatzmodelle vorgestellt. Der Software-Hersteller ist das Startup Rakete 7.

"Die Testphase läuft bis Ende des Jahres. Die Beacons werden den Unternehmen von uns zur Verfügung gestellt", informiert Regionalmanager Tobias Alt von der Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim.

Die Beacons senden in einem Radius von 70 Metern. Wie genau man darauf achten muss, auf welchem Untergrund man sie platziert, zeigte sich bei der Installierung im Außenbereich von "Kaufrausch". Arno Schimmelpfennig: "Ein Sender sollte eigentlich an einem Blech-Vorsprung angebracht werden - dort allerdings betrug die Reichweite auf einmal nur noch zehn Meter."


Erstmal Werbung für die Werbung machen

Andreas Zeller hat noch einen Beacon übrig: den, der später einmal weiter weg vom Laden Passanten auf das Schuh-Fachgeschäft aufmerksam machen soll. "Es gilt, einen Platz zu finden, an dem sich viele Leute aufhalten, dort auch verweilen und bei dieser Gelegenheit auf ihr Smartphone schauen."

Dafür Werbung zu machen, dass er wirbt, findet er etwas ungewöhnlich. Doch es wird notwendig sein, weil diese digitale Möglichkeit, mit Kunden in Kontakt zu treten, noch nicht sehr populär ist. Deshalb kommt in Kürze ein Aufkleber an die Ladentür, der auf das Projekt aufmerksam macht. Handzettel wird es ebenfalls geben.


Keine Push-Nachrichten

Die Beacons melden sich nicht aufdringlich per Push-Nachricht auf dem Startbildschirm der Smartphones, sondern mit einem Symbol in der Statusleiste. Wahrgenommen wird es trotzdem sofort. Informationen werden verschlüsselt übertragen.

Durchschnittlich 300 Aufrufe am Tag pro Beacon hat Video-Marketing Bamberg bisher gezählt. Birgid Bischoff setzt große Hoffnungen auf die Touristen-Saison. "Das ist eine große Zielgruppe." Das sieht auch Andreas Zeller so, der alle Informationen auch auf Englisch anbieten will.

Manfred Hesse von "Kaufrausch" sieht noch einen weiteren positiven Aspekt. "Die Zusammenarbeit von Geschäftsleuten kann gefördert werden, wenn ein Ladeninhaber am einen Ende der Straße den Beacon eines Kollegen vom anderen Ende in seinem Geschäft platziert und umgekehrt. Davon haben dann beide was."


Das sind die Teilnehmer

Die Projektteilnehmer sind: Media Markt (Hallstadt), Globus (Forchheim), Kaffee-Rösterei Bogatz (Forchheim), Bierfelder Raum und Design (Forchheim),Kaufrausch (Bamberg) Schuh Zeller (Bamberg), Bold (Bamberg), Sport Martin (Neunkirchen am Brand) und "Schöner leben - Dein Lieblingsladen (Baunach).
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