Bamberg
Im Interview

Skandalös - auch hinter den Kulissen

Welche Abgründe in der Domstadt lauern, wissen Leser seit "Tod in Klein-Venedig". Kaum aber haben Romantiker den ersten Geniestreich der Autoren verdaut, holen Arnd Rühlmann und Heidi Friedrich in "Meuterei auf der Christl" zum nächsten Schlag aus. Wir nahmen sie ins Kreuzverhör.
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Bewährtes Teamwork: Arnd Rühlmann und Heidi Friedrich. Foto: Rinklef
Bewährtes Teamwork: Arnd Rühlmann und Heidi Friedrich. Foto: Rinklef
inFranken: Sieben lokale Größen hauchen gleich im ersten Kapitel der Krimi-Parodie ihr Leben aus. Was beflügelte Ihre Mordgelüste?

Heidi Friedrich: Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind von uns selbstverständlich unbeabsichtigt, wenn auch unvermeidbar. Wir brauchten für den Plot lediglich eine regierungsunfähige Stadt, die ihrer Kapitäne beraubt ist. Von Mordlust kann somit keine Rede sein.

Rühlmann: Doch, sicherlich! Aber dazu sagen wir an dieser Stelle nicht aus.

inFranken: "Tod in Klein-Venedig" war Ihr Krimi-Debüt. Sprudelten die Ideen diesmal ebenso problemlos oder plagte Sie zuweilen der Gedanke, Ihr Pulver verschossen zu haben?

Heidi Friedrich: Vor dem Schreiben ja, beim Schreiben gar nicht mehr. Und im Lauf der Zeit lieferte uns die Realität ja genügend Inspiration.

Arnd Rühlmann: Ich bin immer froh, wenn ich mit Frau Friedrich schriftlich zusammenarbeiten (und Ideen entwickeln) kann. So komme ich wenigstens zu Wort.

InFranken: Folgt dem zweiten somit gleich der dritte Streich? Oder benötigen Sie eine kreative Pause.

Arnd Rühlmann: Einige Monate Therapie werde ich brauchen, um über ein drittes Buch überhaupt nachdenken zu können.

Heidi Friedrich: Das alles nehme ich jetzt nicht persönlich. - Aber, zurück zur Frage: Ich glaube, dass man (einen Tag) vor der Geburt nicht schon von der nächsten Zeugung reden kann.

inFranken: Was reizt Kabarettisten an der literarischen Tätigkeit, bei der sie den direkten Kontakt zum Publikum missen müssen?

Heidi Friedrich: Nun, die Lesung liefert einen direkten Kontakt zum Publikum. Davon mal abgesehen ist es schön, eine Geschichte über längere Zeit entwickeln zu können statt das Rad immer neu zu erfinden. Und unser Krimi ist eine herrliche Gelegenheit, Bamberg-Satire zu verbreiten.

Arnd Rühlmann: Außerdem macht es Spaß, ein Buch zu schreiben, das man selbst gerne lesen möchte.

inFranken: Normalerweise arbeiten Sie eigenständig. Gibt es im Teamwork keine Reibereien, bei denen Sie beide am liebsten zum Spaten gegriffen hätten?

Arnd Rühlmann: Doch!

Heidi Friedrich: Nein, wir sitzen hier schließlich noch (!) friedlich zusammen. Allerdings überlege ich mir gerade, ob ich den Mord morgen nicht auf offener Bühne begehen sollte - fürs Public Viewing sozusagen.

inFranken: Ihre Alter Egos nehmen mehr und mehr die Züge von Heidi Friedrich, die als Carmen einen Fremdenführer liebt, und Gruselchansonnier Arnd Rühlmann alias Danilo an, der - Irene Mittermaier liebte?

Arnd Rühlmann: Danilo war mit Irene Mittermaier verheiratet! Ob Liebe dabei ausschlaggebend war, bleibt dahin gestellt. Aber kurbeln skandalöse Enthüllungen nicht immer auch den Verkauf an?





























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