Bamberg
Ehrenamt

Sieben neue Trägerinnen und Träger der Bamberger Bürgernadel

Vorwiegend sozial engagiert sind die fünf Frauen und zwei Männer, die Donnerstagabend die Bamberger Bürgernadel erhielten.
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Oberbürgermeister Andreas Starke (links) und MGO-Geshäftsführer Walter Schweinsberg zeichnen die 94-jährige Erika Hess mit der Bamberger Bürgernadel aus. Die Veranstaltung fand im Haus der Mediengruppe Oberfranken statt. Foto: Matthias Hoch
Oberbürgermeister Andreas Starke (links) und MGO-Geshäftsführer Walter Schweinsberg zeichnen die 94-jährige Erika Hess mit der Bamberger Bürgernadel aus. Die Veranstaltung fand im Haus der Mediengruppe Oberfranken statt. Foto: Matthias Hoch
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Aus 30 Vorschlägen hat die Jury sie ausgewählt: Jene fünf Frauen und zwei Männer, die am Donnerstagabend im Pressehaus an der Gutenbergstraße die Bamberger Bürgernadel erhielten. Es sind Erika Hess, Tanna Hohenstein, Hans Kohmann, Werner Kratz, Rosemarie Och, Lydia Ulke und Jane Westrop.

"Leuchtende Beispiele" für bürgerschaftliches Engagement aus Überzeugung wurden sie von Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) genannt. Gerade weil sie oft ohne jedes Aufhebens wertvolle Dienste für die Gesellschaft leisten würden, sei es wichtig, ihnen einmal öffentlich "danke" zu sagen.

Zu genau diesem Zweck wurde die Bamberger Bürgernadel im Jahr 2010 ins Leben gerufen. Sie wird in Kooperation der Stadt Bamberg mit der Mediengruppe Oberfranken (MGO), unter deren Dach auch der Fränkische Tag erscheint, zwei Mal im Jahr verliehen. Daran erinnerte in seiner Begrüßung MGO-Geschäftsführer Walter Schweinsberg.

Starke äußerte den Wunsch, dass die Auszeichnung andere, auch jüngere Menschen motivieren möge, es den Bürgernadel-Trägerinnen und -Trägern gleichzutun.

Erstmals wurden am Donnerstag die Laudationes reihum von Mitgliedern der Bürgernadel-Jury vorgetragen. Ein Novum war auch der musikalische Beitrag: Walter Forchert und Susanne Rödel (beide Violine) spielten zwar vor allem zu Ehren von Erika Hess, der Mitbegründerin des Collegium Musicums. Sie bereiteten aber allen Anwesenden damit eine Freude.

Das sind die sieben neuen Bürgernadel-Trägerinnen und -Träger und ihre Verdienste:

Erika Hess, 94 Jahre, Bamberg: Die Bambergerin hat 1954, zusammen mit ihrem Mann, das Laien-Orchester "Collegium musicum Bamberg" gegründet und ist dem Klangkörper bis heute sehr verbunden. Mit zunehmendem Alter delegierte sie ihre Aufgaben an andere Orchestermitglieder - so verwaltete sie bis 2014 die Kasse -, unterstützt das Ensemble aber nach wie vor. Zu ihren wichtigsten Aufgaben zählte es Erika Hess, aufstrebende Musikschüler zu fördern. Zu den bekanntesten Künstlern, die ihre ersten Auftritte als Solisten beim "Collegium musicum Bamberg" absolvierten, zählen Albrecht Mayer (Oboe) und Professor Edgar Krapp (Orgel).

Tanna Hohenstein, 80 Jahre, Bamberg: Seit zwölf Jahren betreut sie sowohl bei der Diakonie als auch bei der Arbeiterwohlfahrt Gruppen und Menschen in der Tagespflege. Die Bambergerin plant, organisiert und leitet einmal pro Woche jeweils eine Beschäftigungs- und Spielegruppe und legt dabei auch Wert auf Gedächtnistraining. Desweiteren verantwortet Hohenstein eine Gesprächs- und Erinnerungsgruppe. Sie bereitet selbst die Themen und ein Frage- und Antwortspiel vor, das sie mit den Gästen alle 14 Tage macht. Die Angebote fördern das soziale Miteinander und bringen Struktur in den Tagesablauf der Heimbewohner.

Hans Kohman, 80 Jahre, Bamberg: Er ist ein Ehrenamtlicher der ersten Stunde im Projekt BasKIDball. Dessen Grundidee ist: Kinder und Jugendliche können die offene Turnhalle an jedem Standort ohne Zugangshürden nutzen. Kohmann trainiert und betreut einmal wöchentlich Kinder und Jugendliche in der Erlöserschule. Er versteht etwas von Basketball und versteht es, sein Wissen verständlich und pädagogisch-spielerisch zu vermitteln. Das passiert auf Augenhöhe mit den jungen Leuten, die so auch zu sozialem Miteinander angeleitet werden. Er engagiert sich nach der Devise "einfach anpacken, etwas tun, dabei sein, motivieren und begeistern".

Werner Kratz, 87 Jahre, Bamberg: Kratz reaktivierte 1988 den "Orden der Ritter vom Stern und der Freundschaft", der Menschen im Herbst des Lebens unbürokratisch unterstützt, wenn sie Hilfe brauchen. Werner Kratz wurde noch im Jahr der Wiedergründung zum Großmeister gewählt und erarbeitete die noch heute gültige Satzung. In Bamberg engagierte sich der Orden in der Vergangenheit unter anderem für die Weihnachtsfeier eines Altenheims und mit Spenden für karitative Einrichtungen. Seit 2012 ist Kratz Alt- und Ehrengroßmeister und steht dem amtierenden Großmeister noch telefonisch mit Rat zur Seite.

Rosemarie Och, 59 Jahre, Zapfendorf: Der Umfang ihres ehrenamtlichen Einsatzes entspricht fast einer Vollzeitbeschäftigung: Sie ist täglich von 9 bis 15 Uhr für die Bamberger Tafel (Hohmannstraße 5a) tätig. Und das seit zwölf Jahren. Rosemarie Och ist zuständig für den Trockenraum und die Kühlhäuser der Tafel. In diesen wird ein Teil der Lebensmittel sortiert, kontrolliert und gelagert, die an den Ausgabetagen (Mittwoch und Samstag, jeweils von 13.30 bis 14.45 Uhr) an Bedürftige verteilt werden. Die Zapfendorferin übernahm mit der Aufgabe eine große Verantwortung, die sie zur vollsten Zufriedenheit der Tafel-Leitung meistert.

Lydia Ulke, 82 Jahre, Bamberg: Gleich drei Einsatzgebiete hat die Bambergerin. Seit 28 Jahren wirkt sie bei der Puppenwelt der Arbeiterwohlfahrt mit: Das Figurentheater leistet unter anderem wertvolle Sprachlernhilfen und wichtige kulturelle Arbeit bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Für die Erlösergemeinde trägt sie seit 2005 die Gemeindebriefe aus und ist der gute Geist beim sonntäglichen Kirchenkaffee. Das dritte Betätigungsfeld ist das Seniorenzentrum Antonistift. Was als Nähgruppe begann ist heute ein Besuchsdienst, der sich vor allem Bewohnern widmet, die kaum Kontakte haben.

Jane Westrop, 51 Jahre, Bamberg: Sie gilt als eine tragende Säule des Migrations- und Integrationsbeirats (MIB) der Stadt, dessen zweite stellvertretende Vorsitzende sie ist, außerdem Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses und Sprecherin des Arbeitsausschusses "Frauen". Ihr gelang es, Frauen aus verschiedenen Ländern miteinander und mit deutschen Frauenorganisationen zu vernetzen und die spezifischen Integrationsbedürfnisse von Frauen zu artikulieren. Sie rief den internationalen Frauen-sängerinnenkreis ins Leben und sorgte dafür, dass es in Bamberg Schwimmkurse und Schwimmmöglichkeiten für muslimische Frauen gibt.
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