Bamberg
Homosexualität und Kirche

Callboy outet katholische Priester: darunter auch Bamberger Geistlicher

Ein Ex-Callboy in Rom spricht über seine Kunden - zahlreiche hohe katholische Geistliche sind darunter. Auch ein Bamberger soll darunter sein.
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Ein Italienischer Callboy hat 40 katholische Priester, die seine Dienste in Anspruch genommen hatten, geoutet. Darunter auch einen Bamberger Geistlichen. Symbolbild: pixabay.com
Ein Italienischer Callboy hat 40 katholische Priester, die seine Dienste in Anspruch genommen hatten, geoutet. Darunter auch einen Bamberger Geistlichen. Symbolbild: pixabay.com

Es ist ein brisantes Papier, das Francesco Mangiacapra, Ex-Callboy in Rom, nicht nur der Kirche, sondern auch der Presse übergab. Dutzende Geistliche sollen Kunde bei ihm sein, darunter auch ein kirchlicher Würdenträger aus Bamberg: Er soll bei seinen Rom-Aufenthalten Sex mit einem Callboy gehabt haben - so berichtet es Mangiacapra in der jüngsten Ausgabe des "Stern".

Dort wird der Callboy mit den Worten zitiert: "Ich hatte auch einen geistlichen Kunden aus Bamberg, der mich buchte, wenn er nach Rom kam."


Sex-Skandal in Kirche: Doppelmoral und Heuchelei


Mangiacapra hatte dem Bischof von Neapel ein 1223 Seiten starkes Dosier übergeben, in dem er die Beweise für seine Treffen lieferte. Etwa 40 katholische Priester werden in dem Schriftstück geoutet, die in den vergangenen Jahren die Dienste des Prostituierten in Anspruch genommen haben sollten. Der Bischof soll die Authentizität der Unterlagen bereits bestätigt haben.

Zur Begründung für sein Tun wies der Ex-Callboy auf die Doppelmoral dieser Priester hin. Sie würden ein Weltbild predigen, gegen das sie selbst verstoßen, heißt es in dem "Stern"-Bericht. "Dass passiert alles mit einer Selbstverständlichkeit, die fassungslos macht." Als Beleg lieferte Mangiacapra dem Bischof in dem Dosier auch Fotos und Screenshots von Profilen von Priestern auf schwulen Datingseiten und eindeutigen Chatverläufen. Auf einem der Bilder ist ein im Hintergrund eine Madonnenfigur zu sehen, während sich der Mann im Vordergrund vor seinem Computer selbstbefriedigt.

 


Escorts werden über eine Art Netzwerk unter den Priestern weitergereicht


In dem Interview mit dem "Stern" spricht der Callboy von einer Art Netzwerk, über das sich die Geistlichen in Chatgroups über beliebte Escorts austauschen. Mangiacapra vermutet, dass es zahllose Escorts in Italien gibt, die Priester zu ihren Kunden zählen. "Ich bin nur derjenige, der sich traut, darüber zu sprechen.", so der Italiener.

Bistumssprecher Harry Luck erklärte auf Nachfrage, man kommentiere den Bericht im "Stern" nicht.

 

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