Bamberg
Neubesetzung

Seit Kindheit in der Orgelwelt

Am Sonntag wird Markéta Schley Reindlová als Dekanatskantorin mit Sitz in der Erlösergemeinde eingeführt.
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Dekanatskantorin Markéta Schley Reindlová gibt an der Orgel in der Erlöserkirche eine Kostprobe ihres Könnens.  Foto: Marion Krüger-Hundrup
Dekanatskantorin Markéta Schley Reindlová gibt an der Orgel in der Erlöserkirche eine Kostprobe ihres Könnens. Foto: Marion Krüger-Hundrup
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Es ist schon ein besonderes Erlebnis, diese zierliche Frau an der großen Orgel zu erleben. Markéta Schley Reindlová verschmilzt förmlich mit diesem Instrument. Bewegt fließend die Hände über die Tasten, die Füße auf den Pedalen, zieht die Register und schließt immer wieder die Augen. "Musik hat Macht", sagt sie. Die Macht nämlich, die Wirkung des Wortes zu verstärken. Gerade das Wort Gottes.

Am Sonntag, 29. September, wird sie Dekan Hans-Martin Lechner in einem festlichen Gottesdienst um 17 Uhr in der Erlöserkirche in ihr neues Amt einführen. Am 1. September hat die 44-Jährige die ein Jahr lang vakante Kirchenmusikstelle an dieser evangelischen Kirchengemeinde und im Dekanatsbezirk Bamberg angetreten. Dabei ist die neue Dekanatskantorin - so ihre genaue Berufsbezeichnung - in der Region keine Unbekannte: Als Konzertorganistin hat sich die in Pilsen/Tschechien geborene Schley Reindlová nicht nur in Fachkreisen einen wohlklingenden Namen gemacht.

Seit Kindesbeinen ist die mit einem Arzt verheiratete Mutter einer Tochter in der Orgelwelt zu Hause. "Ich komme aus einer musikalischen Familie", erzählt sie. Ihre Mutter sei Lehrerin für Klavier und Orgel gewesen, ihr Vater habe sich leidenschaftlich für Orgelbau interessiert. So begann die junge Markéta bereits im zarten Alter von vierzehn Jahren das Studium am Konservatorium in Pilsen mit dem Hauptfach Klavier und Orgel. Für das Magisterstudium wechselte sie an die Akademie der musischen Künste in Prag. 2001 zog sie nach Heidelberg, um an der Hochschule für Kirchenmusik Orgel als Konzertfach zu studieren.

Ausbildungsstätte gegründet

"Ich habe dort auch mit Kirchenmusik begonnen, die gab es in Tschechien nicht", blickt sie zurück. Ihre Ausbildung schloss sie mit dem A-Examen ab und gab etwa zehn Jahre lang an verschiedenen Orten Konzerte. Zusätzlich gründete Markéta Schley Reindlová in Pilsen eine Ausbildungsstätte für nebenamtliche Organisten - mit Abschluss C-Examen -, die bis heute existiert. Mit ihrem Ehemann kam sie 2012 nach Bamberg, "weil es unsere Lieblingsstadt ist, und wir uns nach Kultur gesehnt haben", lächelt sie. Längst in Bamberg Wurzeln geschlagen, freut sie sich doch über die räumliche Nähe zu ihrem Heimat- und zweiten Wirkungsort Pilsen. Und sie ist dankbar, dass sie an der St.-Stephanskirche das obligatorische Berufspraktikum vor Antritt der ersten festen Stelle leisten konnte: "Von Kirchenmusikdirektorin Ingrid Kasper habe ich viel gelernt", betont Schley Reindlová.

Als Dekanatskantorin kümmert sie sich künftig gemeinsam mit Ingrid Kasper um die Ausbildung von Organisten. Auch die organisatorische Planung von Auftritten oder konzertanten Aufführungen gehört zu ihrem Aufgabenbereich. In der Erlöserkirche gestaltet sie mit Orgelspiel die verschiedenen Gottesdienste an Sonntagen, zu Taufen oder Hochzeiten. Dann übernimmt die Kirchenmusikerin die Leitung des Kantaten- und Kinderchores sowie des Erlöserensembles "aus bunt gemischten Instrumenten", das projektweise zusammenkommt.

"Typische Tastenspielerin"

Eine eigene Herausforderung sieht Markéta Schley Reindlová in der Leitung des Posaunenchores: "Ich bin eine typische Tastenspielerin", lacht die Organistin und schmiedet handfeste Pläne. Sie wolle ein Blechblasinstrument lernen, um zu wissen, wie ein Ton entsteht. "Ich habe schon eine Trompete zu Hause", erklärt sie strahlend und weiß, dass ihr Ehemann, der selber auch Orgel spielt, der erste kritische Zuhörer sein wird.

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