Bamberg
Schulsanierung

Schul-Toiletten sind jetzt Chefsache in Bamberg

Die Stadt Bamberg investiert kräftig in ihre Schulen und legt Extra-Geld für Sanitäranlagen und Brandschutz drauf. Bürgermeister Christian Lange will über einen Entwicklungsplan den künftigen Bedarf ermitteln lassen.
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Ortstermin auf dem Klo: Schulreferent Christian Lange freut sich mit Stadtkämmerer Bertram Felix und Schulleiter Franz Hilbert (von links) über die sanierten Sanitäranlagen in der Luitpoldschule.  Foto: pt
Ortstermin auf dem Klo: Schulreferent Christian Lange freut sich mit Stadtkämmerer Bertram Felix und Schulleiter Franz Hilbert (von links) über die sanierten Sanitäranlagen in der Luitpoldschule. Foto: pt
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Wenn Mitte September der Unterricht wieder beginnt, können sich die Schüler der Luitpoldschule über frisch gestrichene Flure und Türen und über vier komplett sanierte WC-Anlagen freuen. Dass auch der Brandschutz optimiert wurde, fällt Schülern und Eltern vielleicht weniger ins Auge. Beruhigen wird es sie allemal.

Zu Beginn der Ferien hatten sich Schulreferent und Bürgermeister Christian Lange sowie Finanzreferent Bertram Felix von Schulleiter Franz Hilbert die renovierten Toiletten zeigen lassen und ihre Zufriedenheit bekundet. Für Lange ist die Sanierung der Bamberger Schulgebäude nicht nur Teil seines Programms als Schulreferent, sondern auch ein Herzensanliegen, wie er sagt.


"Zusatztöpfe" für die Schulen
Zur Finanzierung von Brandschutzmaßnahmen und die Sanierung von Dusch- und WC-Anlagen hat die Stadt für ihre Grund- und Mittelschulen zusätzliche Gelder bereitgestellt. 900.000 Euro stehen jährlich über den eigentlichen Schuletat hinaus zur Verfügung. Aktuell profitieren davon außer der Luitpoldschule die Domschule und die Mittelschule Gaustadt sowie die Rupprechtschule, wo mit der Erneuerung der WC-Anlagen begonnen wurde. Im neuen Schuljahr soll die Gangolfschule folgen.

In Bamberg gibt es mehr als 40 Schulen sämtlicher Schularten, die von 15.000 Schülerinnen und Schülern besucht werden. Für sämtliche Gebäude ist die Stadt entweder alleine oder zusammen mit dem Landkreis als Sachaufwandsträger zuständig ist. "Ein Kraftakt", sagt der Schulreferent. Die Vielfalt der Bamberger Schulen nicht nur zu erhalten, sondern sie auch fit für die Zukunft zu machen, kostet enorm viel Geld. In den letzten zehn Jahren sind die Ausgaben der Stadt für das Schulwesen um fast die Hälfte gestiegen: von 8,9 auf 12,8 Millionen Euro im laufenden Jahr. "Schon allein der Unterhalt der Gebäude, die oftmals aus dem vorletzten Jahrhundert stammen, wird immer teurer", sagt Lange. Die Aufwendungen für den laufenden Gebäudeunterhalt wuchsen seit 2005 von 0,94 Millionen Euro auf 1,56. Millionen.

Für die 16 Grund- und Mittelschulen, die Graf-Stauffenberg-Real- und Wirtschaftsschule sowie die Fachoberschule ist die Stadt für den Erhalt der Infrastruktur verantwortlich. Für die Gymnasien und die Berufsschulen teilen sich Stadt und Landkreis die Kosten im Verhältnis 38:62.


Lange freut sich, dass trotz steigender Belastungen die Investitionen stetig erhöht werden konnten.

Betrug der Anteil 2005 noch 2,1 Millionen Euro, waren es 2010 bereits 4,8 Millionen Euro. In diesem Jahr wird mit 6,1 Millionen Euro ein neuer Höchststand erreicht. "Die tatsächlichen Ausgaben liegen aber noch höher", weil zudem die besagten 0,9 Millionen Euro für Brandschutz und Sanitäranlagen ausgegeben werden.

Das derzeit größte Bauvorhaben im Rahmen des "Jahrhundertprojekts Schulhaussanierung" ist das neue Clavius-Gymnasium. Der Zweckverband Gymnasien investiert allein in diesem Jahr über 8,38 Millionen Euro. Insgesamt wird die Totalrenovierung über 30 Millionen Euro kosten.

Anfang Oktober wird der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein. Dann stehen der Schule eine neue Sporthalle mit darüber liegenden Klassenräumen, eine neue Pausenhalle mit Mehrzweckraum sowie - durch den Umbau der ehemaligen Sporthalle - eine Aula und Technikräume zur Verfügung. Von den bereits vergebenen Aufträgen in Höhe von 18 Millionen Europrofitieren laut Lange viele heimische Unternehmen und Handwerker.

20 Millionen für Berufsschulen
Ein weiteres Großprojekt wurde dieses Jahr erfolgreich abgeschlossen: die Generalsanierung der Staatlichen Berufsschulen II und III in der Dr.-von-Schmitt-Straße. Insgesamt 20 Millionen Euro investierte der Zweckverband Berufsschulen seit 2008. Davon trägt die Stadt knapp ein Drittel, der Landkreis den Rest.

"Allerdings trifft auch hier der Spruch zu: Nach der Sanierung ist vor der Sanierung", so Lange. Denn noch in diesem Monat beginnen Umbaumaßnahmen in verschiedenen Klassenräumen, wofür 350 000 Euro eingeplant sind.
Ein Projekt, das Lange sehr am Herzen liegt, ist die Erstellung eines bildungspolitischen Entwicklungsplans für Bamberg. Damit soll die schulische Qualität in der Region gesichert und weiter entwickelt werden. Zahlreiche Faktoren werden in den nächsten Jahren Auswirkungen auf das Bildungsangebot haben, insbesondere der demographische Wandel, die Konversion und die Inklusion, also der gemeinsame Unterricht von Schüler mit und ohne Behinderungen, sowie die Nachfrage an Ganztagsschulangeboten. fe/gg


 

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