Bamberg
Bilanz

Schon Vorfreude auf nächste Sandkerwa

Nach einem Jahr Pause kam die Sandkerwa bei den zahlreichen Gästen gut an. Die Polizei berichtet von insgesamt 59 Einsätzen.
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Ganz ohne Gedränge geht es bei der Sandkerwa nicht. Weshalb sich erfahrene Besucher in den Abendstunden eher nicht mit empfindlichem Schuhwerk und schon gar nicht mit Kinderwagen oder Hund durch die engen Straßen zwängen würden. Und doch ging es bei der 68. Auflage der Sandkirchweih stellenweise erstaunlich flott voran, ob auf den Wegen oder an Bier- und Popcorn-Ständen. "Nach dem Ausfall der Kerwa 2017 freuen wir uns als Veranstalter über eine gelungene Sandkerwa 2018", stellen Jürgen Wirth (Bürgerverein IV. Distrikt) und Horst Feulner (Bamberg Event und Congress GmbH), die beiden Geschäftsführer der Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH, fest.

"Ich bin wirklich sehr zufrieden, die Sandkerwa 2018 war besonders schön", sagt auch Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), dessen Dank nicht zuletzt den vielen ehrenamtlichen Helfern gilt. Macher und Unterstützer lud er am Dienstagabend zu einem "Dankempfang" in den Rokokosaal des Alten Rathauses.

200 000 Festbesucher hätten in Bambergs schöner Altstadt an fünf Tagen eine friedliche und entspannte Kirchweih gefeiert, bilanzieren die Veranstalter. "Im Festgebiet herrschte eine ausgelassene und freudige Stimmung. Leicht rückläufige Besucherzahlen machten den Aufenthalt angenehm." Auch das zeitweise durchwachsene Wetter habe der guten Stimmung im Sandgebiet keinen Abbruch tun können.

"Die erste Auflage Sandkerwa nach Zusammenschluss von Bürgerverein und Stadt Bamberg war aus unserer Sicht sehr erfolgreich. Durch die Verteilung der Aufgaben konnte so das beste Ergebnis für die Neuauflage der Sandkerwa erzielt werden", erklären die Geschäftsführer. Hinter den Erwartungen zurück blieb der Festabzeichenverkauf, auch wenn er gegenüber der Kerwa 2016 leicht gesteigert werde konnte. Wirth und Feulner danken den Sponsoren, die in diesem Jahr die Kerwa großzügig unterstützt haben.

Kontrollen zeigen Wirkung

"Die Sandkerwa war gut besucht, megawitzig, aber auch sehr anstrengend", sagt Sandmadla Laura Hatzold nach fünf Tagen Dauereinsatz. "Die Leute waren megafreundlich, gut drauf und sehr gesprächig." Das Spannendste für sie sei ihre erstmalige Teilnahme am Fischerstechen gewesen.

Wirth und Feulner sind besonders stolz darauf, dass ihr Sicherheitskonzept aufgegangen ist. Die durchgeführten Taschen- und Rucksackkontrollen hätten deutliche Wirkung gezeigt. "Die Besucher im Festgebiet feierten ausgelassen und in der Regel friedlich, es kam zu keinen größeren Störungen während der Bamberger Sandkirchweih", bestätigt Silke Gahn von der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt.

Die polizeilichen Einsätze hätten sich auf die Sperrzeit nach 1 Uhr konzentriert. "Insgesamt fielen 59 Einsätze an, der ruhigste Tag war der Sonntag", führt Gahn weiter aus. Die Körperverletzungsdelikte seien im Vergleich zum Jahr 2016 erneut zurückgegangen, statt zehn Fällen gab es in diesem Jahr acht. Das hänge wohl auch mit den ab Freitag kühleren Temperaturen zusammen.

Allerdings wurden in diesem Jahr zweimal Polizeibeamte angegriffen und beleidigt. Am Donnerstag wurden zwei Beamte verletzt, einer davon ist wegen eines Bisses durch den Täter bis auf weiteres nicht dienstfähig. Neben den Körperverletzungsdelikten wurden drei Diebstähle, fünf Sachbeschädigungen sowie zwei Verstöße nach dem Betäubungsmittelgesetz angezeigt. Vier Sandkirchweihbesucher mussten ihre Heimfahrt wegen Trunkenheit im Verkehr unterbrechen. Wegen "wilden Urinierens" wurden in diesem Jahr 13 Personen angezeigt.

Weichen für 2019 stellen

Die gemeinsamen Sperrzeit- und Jugendschutzkontrollen von der Stadt Bamberg und der Polizei seien erfreulich verlaufen, es habe nur wenige Beanstandungen gegeben. "Die Polizei Bamberg-Stadt zieht eine positive Bilanz zur 68. Bamberger Sandkerwa, die überwiegend einen friedlichen Verlauf hatte", fasst Silke Gahn zusammen. "Ein Schwerpunkt war auch in diesem Jahr die sichtbare Präsenz an neuralgischen Punkten", erklärt die Polizeisprecherin.

Auch OB Starke ist erleichtert, dass das Sicherheitskonzept aufgegangen ist. Er blickt bereits optimistisch in die Zukunft: "Das Experiment, dass die Stadt gemeinsam mit dem Bürgerverein diese Großveranstaltung schultert, ist geglückt. Wir dürfen uns schon heute auf die Sandkerwa im nächsten Jahr freuen."

Wie Horst Feulner und Jürgen Wirth erläutern, wird die Kirchweih 2018 in den kommenden Wochen noch analysiert und ausgewertet. "Danach wollen wir die Weichen für die Sandkerwa 2019 stellen."

Wiedersehensfreude

KOMMENTAR von Stefan Fößel

Die Sandkerwa hatte nicht nur vielen Bambergern gefehlt. Wer sich am Wochenende mit ein paar Festbesuchern unterhielt, stieß schnell auf die unterschiedlichsten Typen aus allen Teilen des Landkreises und weit darüber hinaus. Da waren diejenigen, die vor allem feiern wollten und dabei auf ihre Kosten kamen. Viele genossen die Biervielfalt der Region, die sich hier auf konzentrierter Fläche präsentierte. Andere schlenderten oder (je nach Uhrzeit) schoben sich einfach durch, weil sie wussten, dass ihnen an jeder Ecke alte Bekannte begegnen können. Entsprechend herzlich war das Wiedersehen, auch mit der Sandkerwa insgesamt.

Freilich wird es auch immer die unerfreuliche Seite solcher Großveranstaltungen geben, Lärm, unappetitliche Hinterlassenschaften in den Vorgärten und alkoholbedingte Schlägereien. Doch angesichts von 200 000 Besuchern hält sich die Zahl solcher Spaßverderber in erstaunlichen Grenzen.

Sicher trug auch das Ende der Hitzewelle etwas zur friedlichen Kerwa bei, vor allem wohl aber das neue Sicherheitskonzept und die Polizeipräsenz.

Was die Zusammenarbeit von Bürgerverein und Stadt angeht, hat sie sich bei der gemeinsamen Premierenkerwa als durchaus fruchtbar erwiesen. Für die Zukunft werden die wichtigen Themen Sicherheit und deren Finanzierung bleiben. Weshalb sich auch mancher Festbesucher fragen könnte, ob er im kommenden Jahr nicht auch noch vier Euro für ein Festabzeichen investieren will.



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