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Bamberg
Jugend kocht

Schnippeln statt Gammeln: Jungköche geben ihr Wissen weiter

Im Juz in Bamberg zeigen junge Koch-Lehrlinge Gleichaltrigen wie man kocht. Das komplette Projekt beruht auf Eigeninitiative der Jugendlichen.
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Einen bewundernden Blick erntet Christian Simon für seinen fliegenden Pfannkuchen. Fotos: Katharina Brehmer
Einen bewundernden Blick erntet Christian Simon für seinen fliegenden Pfannkuchen. Fotos: Katharina Brehmer
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"Ey, wir könnten doch mal für unsere Leute kochen!" Das war die Idee, die dem 28-jährigen Koch-Lehrling Hans Christl im Laufe dieses Jahres kam. "Seine Leute", das sind junge Menschen aus der Region Bamberg. Nahe lag deswegen auch ein Veranstaltungsort wie das Juz am Margartendamm, ein Treffpunkt für Jugendliche.

Positive pädagogische Aspekte

Das Jugendzentrum hat sich das Motto "Schaff dir (Frei)raum - gestalte mit!" auf die Fahne geschrieben. Und so waren die drei Streetworker der Einrichtung auch bereit, nicht nur ihre Räumlichkeiten für die Aktion zur Verfügung zu stellen, sondern diese auch finanziell zu unterstützen.

Dieses Engagement erklärt die hauptamtliche Sozialpädagogin Katharina Kröcker so: "Ein gemeinsames Essen ist einfach ein Türöffner". Man rede mit den Jugendlichen und erfahre so teilweise auch von ihren Problemen.

Viele Besucher ihrer Einrichtung kämen aus einem "sozial schwachen Umfeld", wie es ihr Kollege Thomas Lauterbach erklärt. Die Streetworker sehen Aktionen wie diese als gute Möglichkeit, die jungen Erwachsenen von der Straße zu holen.

Auch die Pädagogin Regina Jans vom Bamberger Don Bosco Jugendwerk besuchte als Vertreterin ihrer Organisation das Koch-Projekt. Sie beeindruckte dabei vor allem, dass "die komplette Aktion von den Jugendlichen selbst ausgeht, sie die Gäste einladen, das Essen ausrichten und letztendlich alles selbst bestimmen".

Einblicke in den Berufsalltag

Doch nicht nur bei den Jugendbetreuern scheint das Konzept aufzugehen: Wegen der großen Resonanz fand das Event bereits vier Mal statt. Diesmal bereiteten die jungen Köche sogar ein ganzes Menü zu. Rund 40 Besucher konnten sich da an einer Flädle-Suppe, diversen Hauptspeisen und einer Nachtisch-Variation gütlich tun.

"Man kann zwischen Kalbs-, Schweine- und Gemüsebraten wählen", erklärte die ehrenamtliche Küchenhilfe Joseph Skrzipek das Angebot, das mit seinem Zutun in der Küche entstanden ist. Er und sowie die fünf anderen Helfer sind auf das Angebot eingegangen, ihre Freunde unter Anleitung der beiden Berufsköche Hans Christl und Kevin Blevius zu bekochen. Der 24-jährige Arbeitslose Christian Simon war auch sofort dabei, als "um Unterstützung gebeten wurde".

Christl, der im Gasthaus "Sternla" lernt, lobt bei den Laien-Köchen vor allem, "dass sie ihre Freizeit für das Projekt geopfert haben" . So gewannen die Jugendlichen einen Einblick in den harten Berufsalltag eines Profis: Von acht Uhr morgens bis zum Servieren um 17 Uhr verbrachten sie die Zeit rund um die Uhr in der Küche.
/>Florian Schneider, der selbst auch Koch ist, konnte - wegen den langen Arbeitszeiten in seinem Betrieb - dieses Mal nicht mitkochen, erhofft sich aber, dass sein Beruf durch die Aktion "für Gleichaltrige interessanter wird".

Ein gelungenes Gala-Dinner

Nach der Fertigstellung des Menüs schlüpfte der ein oder andere Koch aus der Arbeitskleidung in etwas eleganteres Outfit. Immerhin hatten die Streetworker die Veranstaltung als ein "Galadinner" ausgerufen. Manche Besucher richteten sich mehr, nach dem Motto, manche weniger. Doch laut Regina Jans machte letztendlich "genau diese bunte Mischung, den Abend so interessant".

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