Strullendorf
Eröffnung

Schmucke Übergangslösung

Der Interimsbau für das Strullendorfer Mehrgenerationenhaus (MGH) am Kachelmannplatz hat nun offiziell den Betrieb aufgenommen.
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Von außen sieht man es dem Gebäude nicht an, dass es aus 19 "Containern" in Holz-Modulbauweise handelt.  Fotos: Andrea Spörlein
Von außen sieht man es dem Gebäude nicht an, dass es aus 19 "Containern" in Holz-Modulbauweise handelt. Fotos: Andrea Spörlein
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Die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege Melanie Huml (CSU) und Strullendorfs Bürgermeister Wolfgang Desel (CSU) schnitten gemeinsam das symbolische Absperrband durch und übergaben das Gebäude offiziell seiner Bestimmung. Die Staatsministerin sprach davon, wie wichtig es sei, eine solche Einrichtung wie in Strullendorf zu haben. Noch dazu, wenn berufstätige Eltern ihrer Kinder in Krippe und Kindergarten gut betreut wissen. Sie würdigte ausführlich die wichtige Arbeit der Mehrgenerationenhäuser, von denen es rund 90 in Bayern gibt, und zeigte sich begeistert davon, welche tolle Arbeit dort geleistet werde. Der Bürgermeister dankte in diesem Zusammenhang noch einmal allen Ehrenamtlichen, die sich im Strullendorfer Mehrgenerationenhaus engagieren.

Abriss und Neubau

Diese Lösung am Kachelmannplatz war notwendig geworden, da der Strullendorfer Gemeinderat beschlossen hatte, dass das Mehrgenerationenhaus an der Forchheimer Straße abgerissen wird. Ein kompletter Neubau soll an der gleichen Stelle entstehen. Für die bisherigen Nutzer der Kinderkrippe und des Kindergartens sowie für das Mehrgenerationenhaus und das Jugendzentrum wurde eine Übergangslösung gesucht. Leider konnten keine passenden Räumlichkeiten vor Ort gefunden werden, so dass eine "Container-Lösung" für die Überbrückung der Bauzeit geplant werden musste.

Eine Firma aus der Schweiz lieferte 19 Einheiten in Holz-Modulbauweise, die eigentlich gar nicht mehr als "Container" bezeichnet werden können. Auf Tiefladern waren die einzelnen Module angeliefert und dann innerhalb von kürzester Zeit mithilfe eines Krans auf die vorbereiteten Fundamente gesetzt worden. Die Einheiten sind nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2016 ausgelegt und haben den geforderten Brand-, Schall- und Feuchteschutz sowie eine optisch ansprechende Rhombus-Verkleidung. Die Versorgungsleitungen für Wasser, Abwasser, Strom und Heizungen sind bereits vormontiert gewesen.

Die vorgesehene Mietzeit der Module beträgt 36 Monate. Zu den Mietkosten kommen noch rund 250 000 Euro für Infrastrukturmaßnahmen hinzu, unter anderem für die aufwendigen Fundamente, die Einzäunung des Geländes, das Herrichten von Spiel- und Parkplätzen und die sonst auch notwendigen Hausanschlüsse.

So wurde die Möglichkeit geschaffen, dass so alles in verhältnismäßig normalen Bahnen weiterlaufen kann, bis der Neubau bezugsfertig ist. Das ermöglicht die Fortführung der Kurse und des Cafés, den Mädels- und Kids-Treff im Mehrgenerationenhaus als auch der Kinderbetreuung der Awo. Drei Krippengruppen und eine Kindergartengruppe sind hier nun untergebracht. Insbesondere den anwesenden Eltern gefiel die Übergangslösung sehr, doch wurde bemängelt, dass im Augenblick Kindergartenplätze in Strullendorf fehlen würden. Ein Thema, mit dem sich Gemeinderat und Gemeindeverwaltung zeitnah befassen sollten.

Offener Tagestreffpunkt

Das Mehrgenerationenhaus des Landkreises Bamberg in Strullendorf ist eines von 540 Häusern in Deutschland, welches über das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. Die Leitung der Einrichtung hat der Jugendhilfeträger Iso - Iovative Sozialarbeit übernommen. Das MGH versteht sich als offener Tagestreffpunkt, in dem generationsübergreifende, interkulturelle und milieuübergreifende Begegnungen aktiv gelebt werden. Ziel ist es, sowohl das nachbarschaftliche Miteinander als auch bürgerliches Engagement zu stärken und damit auch den Zusammenhalt in der Kommune zu fördern.

Seit 2012 ist die Einrichtung zudem Familienstützpunkt (FSP) im Landkreis Bamberg. Die Finanzierung erfolgt über das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit 30 000 Euro pro Jahr und eine Kofinanzierung durch die Gemeinde Strullendorf mit 10 000 Euro pro Jahr. Dazu kommt eine Unterstützung durch das Zentrum Bayern Familie und Soziales mit 5000 Euro pro Jahr und eine Förderung als Familienstützpunkt durch den Landkreis Bamberg mit 5000 Euro pro Jahr.

Das Blechbläser-Quartett der Musikschule Strullendorf hatte die Veranstaltung musikalisch umrahmt. Die Zumba-Kids zeigten ihr Können und es gab die Möglichkeit, sich bei einem "Gemeinschaftsbild" mit einzubringen und beim Awo-Singkreis mitzumachen. Während sich die Kleinsten schminken lassen konnten, tauschten sich die Erwachsenen bei Kaffee und Kuchen aus. Darüber hinaus war es für alle Interessierten möglich, sich selbst einen Eindruck über die Übergangsräumlichkeiten zu verschaffen



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