Der Einsatz war Teil einer groß angelegten Polizeiaktion gegen Mitglieder der verbotenen rechtsextremistischen Vereinigung. In fünf Bundesländern haben die Ermittler Wohnungen und Häuser durchsucht und vier Menschen festgenommen. Vier Männer wurden auch in Bamberg festgenommen: Die Flüchtlinge wollten im Ankerzentrum Bamberg Polizisten töten

Kurz vor 6 Uhr hat das SEK das Anwesend eines mutmaßliches Mitglieds der illegalen Neonazi-Organisation "Blood & Honour". Wie diese Zeitung aus informierten Ermittlerkreisen erfahren hat, wurde auch der Melkendorfer Anwohner festgenommen. In seinem Haus fanden die Beamten demnach mehrere rechtsradikale Utensilien.

"Es war wie im Fernsehen"

Im 760 Einwohner großen Melkendorf hat der Einsatz in den frühen Morgenstunden großes Aufsehen erregt. "Es standen jede Menge Polizeibusse auf der Straße", berichtete Gemeinderat Alfred Winkler. Andere Anwohner schilderten, wie die Spezialeinsatzkräfte das Haus in der Hauptstraße umstellten, einen möglichen Fluchtweg über einen angrenzenden Feldweg blockierten und dann auf das Anwesen vorrückten. "Es war so, wie man es aus dem Fernsehen kennt", berichtete ein Melkendorfer Augenzeuge, der auch die Festnahme beobachtete.

Der Beschuldigte sei erst vor einem Jahr mit seiner Familie in den Ort gezogen, arbeite bei einem Bamberger Elektonik-Unternehmen und sei nicht negativ aufgefallen.

Die Razzia fand im Rahmen von Ermittlungen gegen zwölf Beschuldigte wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen ein Vereinigungsverbot statt, wie die Generalstaatsanwaltschaft München und das Polizeipräsidium Niederbayern gemeinsam mitteilten.

Die Aktion fand im Rahmen von Ermittlungen gegen zwölf Beschuldigte wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen ein Vereinigungsverbot statt, wie die Generalstaatsanwaltschaft München und das Polizeipräsidium Niederbayern gemeinsam mitteilten.

"Blood & Honour Division Deutschland"

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, durch den Aufbau einer Verwaltungsstruktur der "Blood & Honour Division Deutschland" mit Sektionen in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Mitteldeutschland das Ziel verfolgt zu haben, die seit dem Jahr 2000 verbotene Organisation in Deutschland wieder zum Leben zu erwecken.

Konkret geht es dabei vor allem um Musik-CDs mit verbotenem Rechtsrock-Liedgut und um Fan-Artikel mit verbotenen rechtsradikalen Symbolen, die nach Deutschland eingeführt und hier vertrieben worden sein sollen.

Auch ein Einsatz in Unterfranken

Um Beweismittel zur Mitgliederstruktur zu sichern und Licht ins Dunkle um Produktion und Vertrieb des Rechtsrock-Liedguts zu bringen, durchsuchten die Beamten in den frühen Morgenstunden des Mittwochs 15 Objekte. Drei Durchsuchungen fanden in Thüringen statt, zwei in Baden-Württemberg und je eine in Hessen und Sachsen-Anhalt. Acht Einsätze gab es in Bayern - neben Melkendorf auch in Rauhenebrach im Nachbarlandkreis Haßberge, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. Als weitere Orte nannte die Generalstaatsanwaltschaft demnach Geiselhöring (Landkreis Straubing-Bogen, Niederbayern), Oberaudorf (Landkreis Rosenheim, Oberbayern), Bad Reichenhall (Oberbayern), Schönau am Königssee (Landkreis Berchtesgadener Land, Oberbayern) und Objekte an einem nicht näher benannten Ort.szs/dpa