Bamberg
Exkursion

Schicht für Schicht zum Erdkern

Die Zehntklässlerinnen des Bamberger Eichendorff-Gymnasiums haben sich auf eine Reise zum Mittelpunkt der Erde begeben.
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Die Zehntklässlerinnen des Bamberger Eichendorff-Gymnasiums gingen der Geschichte der Erde auf den Grund. Dazu fuhren sie nach Windischeschenbach, wo ein über neun Kilometer tiefes Loch gebohrt wurde - fast bis zum Erdkern! Foto: Eichendorff-Gymnasium
Die Zehntklässlerinnen des Bamberger Eichendorff-Gymnasiums gingen der Geschichte der Erde auf den Grund. Dazu fuhren sie nach Windischeschenbach, wo ein über neun Kilometer tiefes Loch gebohrt wurde - fast bis zum Erdkern! Foto: Eichendorff-Gymnasium
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Auf ins Loch! Keine alltägliche Ansage, doch wir, die zehnten Klassen des Eichendorff-Gymnasiums, bekommen sie an einem Dienstag im Frühling zu hören. Ziel unserer Exkursion ist das Infozentrum des Bohrlochs von Windischeschenbach. Das tiefste erhaltene Loch der Welt!

Zwölf Kilometer in die Tiefe

Als wir um 7.30 Uhr an der Schule starten, wissen wir bereits aus dem Unterricht einiges über Plattentektonik und sind gespannt auf das, was uns erwartet. Während wir noch eineinhalb Stunden im Bus ein wenig Schlaf nachholen, bereiten sich die Mitarbeiter des Geo-Zentrums bereits auf unseren Besuch vor. Wir kommen von Nebel umgeben an und werden in ein sehr modernes, freundliches Gebäude geführt. Drei Klassen werden zu zwei Gruppen. Eine der beiden beginnt mit einer Führung durch die Informationsräume der Einrichtung.

Die sympathische Betreuerin Vlasta Konz informiert uns über dieses geowissenschaftliche Forschungsprojekt, das zwischen 1987 und 1995 stattfand. Die Forscher hatten vor, zwölf Kilometer in die Tiefe zu bohren. Denn Gesteinsschichten erzählen Steingeschichten! Jahrmillionen können dadurch erforscht werden: Die evolutionären, geochemischen und physikalischen Zustände und Veränderungen in der Erdkruste, die Dynamik und Evolution intrakontinentaler Krustenbereiche oder auch Prozesse, die in der tieferen Erdkruste stattfinden.

Auch für Diamanten zu hart

Für die rund um die Uhr andauernde Bohrung wurden zahlreiche Bohrköpfe mit "Diamantzähnen" verwendet. Diamant, weil jedes andere Material nicht standgehalten hätte, und so viele, weil selbst die Diamantbohrköpfe unter Verschleiß litten. Insgesamt wurde 1468 Tage lang gebohrt, mit einer Geschwindigkeit von zwei Metern pro Stunde. Weil die Temperatur jedoch schneller anstieg, als erwartet, lag die finale Bohrtiefe bei 9101 Metern. Dort unten herrschen 285 Grad Celsius!

Vlasta Konz erklärt uns die Ausstellung, in der man sehr viel über die geografische Entwicklung der Erde erfahren kann, nachdem uns vorher ein Film über den Werdegang der Erde im hauseigenen Kinosaal gezeigt wurde. Außerdem darf jeder den Erdbebensimulator ausprobieren, der für viele das Highlight der Ausstellung darstellt.

Wo die Erdplatten sich treffen

Nach der Führung haben wir die Möglichkeit, von Vlasta Konz die 83 Meter hohe Bohranlage gezeigt zu bekommen, aufgrund des schlechten Wetters können wir sie leider nur von unten bestaunen.

Nach einer halbstündigen Mittagspause, während der wir die Vitrinen voller edler Steine, Schmuck und mehr in der Eingangshalle bewundern, tauschen die Gruppen ihre Betreuer. Nun geht es weiter mit einem interaktiven Workshop, geleitet von Andrea Mack. Plattentektonik ist das Thema, mit dem wir uns die nächsten Stunden in Kleingruppen beschäftigen werden.

Jede Gruppe erarbeitet einen kurzen Vortrag, sodass wir einander anschließend gegenseitig über Vulkane, Hotspots oder die Veränderung von Plattengrenzen informieren können. Zwischenfragen werden von unseren und den begleitenden Lehrkräften engagiert beantwortet. Am Ende des Tages ist unser Kontingent für neues Wissen eindeutig erfüllt, mit einem erweiterten Horizont, weit über alle Plattengrenzen hinaus, kehren wir nach Hause zurück.

Als wir um 17.30 Uhr in Bamberg ankommen, ist das Wörtchen "Windischeschenbach" zu einem Begriff geworden, den wir nicht so schnell vergessen werden!

Die Schülerinnen haben eine tolle Bilder-Slideshow von ihrer Exkursion angefertigt. Hier ist sie:

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