Scheßlitz
Planung

Schandfleck in Zeckendorf verschwindet

In Zeckendorf nehmen die Planungen für das neue Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus zunehmend Gestalt an .
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In Zeckendorf wird gebaut. Es soll eine attraktive neue Ortsmitte erhalten.Archiv
In Zeckendorf wird gebaut. Es soll eine attraktive neue Ortsmitte erhalten.Archiv

Das erlebt man selten. Volles Haus gab es bei der jüngsten Sitzung des Stadtrats in Scheßlitz am Dienstagabend. "Ein spannendes Thema", wie denn auch Bürgermeister Roland Kauper gleich betonte: "Man sieht's an der Zuhörerschaft".

Er fasste gleich noch einmal die wesentlichen Eckpunkte der Dorferneuerung zusammen. Bei diesem Vorhaben sollen gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe erschlagen werden. Wenn man dieses Vorhaben in Angriff nehme, "dann wie bei den anderen Ortschaften auch, soll für die "nächsten 30 Jahre Ruhe sein", so der Bürgermeister. Zum einen gehe es dabei um die Ausgestaltung der Zeckendorfer Ortsmitte.

"Ein Schandfleck inmitten des Orts", wie Kreisheimatpfleger Wolfgang Rössler zitiert wird, werde damit endgültig beseitigt. Nach Kauper bestehe jetzt "die Chance, Zeckendorf auch für die Zukunft zu einem lebenswerten Ort für seine Bewohner zu machen." Zugleich gehe es damit aber auch um die Ausgestaltung des künftigen Dorfplatzes mit Straßenquerung.

Das soll in einem zweiten Maßnahmenabschnitt erfolgen und die eigentlich unhaltbare Schulbussituation entschärfen. Dann werde für die örtliche Feuerwehr dringend ein neues Gebäude benötigt. Und mit der Schließung der letzten Gastwirtschaft vor Ort bestehe für die Errichtung eines Gemeinschaftshauses dringender Handlungsbedarf.

Das alles kann natürlich nirgends trefflicher platziert sein als in der Ortsmitte. Wieder aufkeimenden Diskussionen um die Standortwahl schob Kauper gleich einen Riegel vor: "Darüber gibt es einen Beschluss. Das steht nicht mehr zur Diskussion."

Es wird teurer

Jan-Felix Schlake von Schlake Architekten stellte den aktuellen Stand des Entwurfs vor. Unterstützt von Christian Dremel (Höhnen & Partner), der sich zu Ausführung und Kosten äußerte. Etwas Unmut gab es je nach Fraktion an der erheblichen Kostensteigerung im Vergleich zum Stand von Juni 2018. Dieser konnte allerdings durch Dremel und Kauper, der auf prozentuale Vergleichszahlen des Landkreises aus der gleichen Zeit verwies, schnell entkräftet werden.

Während sich der Gesamtentwurf nicht wesentlich verändert hat, sind wesentliche Mehrkosten der Tatsache geschuldet, dass man sich jetzt in einem weiter fortgeschrittenen Stadium der Planung befinde, in dem bereits Anpassungen mit den Beteiligten vorgenommen wurden und somit genauere Aussagen zur Ausführung getroffen werden können.

Nachdem vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) ein Großteil an Zuschüssen kommen soll, wurde deren Wunsch Rechnung getragen, die ursprünglich preisgünstigere Hangabstützung aus Stahlbeton jetzt als dreigliedrige Stützmauer in Muschelkalkstein auszuführen. Dieser Stein soll ebenfalls im Bereich des von der Straße aus sichtbaren Fundaments sowie im Eingangsbereich zum Einsatz kommen. Bedingt dadurch sind eine größere Fläche, bewehrte Fundamente plus eine zusätzliche Steinreihe sowie erhöhte Planungskosten für die Statikberechnung. Schichten- und Quellwasser des Hangs sollen mit Teilsickerleitungen über eine geschlossene Abwasserleitung weggeleitet werden. Ein neuer Brunnen soll weiteres Hangwasser fassen.

Zu der Gebäudeanlage sind laut Stellplatzsatzung zwölf Parkplätze gefordert. Die Kosten dafür haben ebenfalls Eingang in die Kostenplanung gefunden. Die dafür notwendigen Grundstücke befinden sich gegenüber. Laut Angabe der Stadt sind diese bereits mit den Besitzern verhandelt und können erworben werden.

Im jetzigen Planungsstadium ist ebenfalls schon die Heizungsanlage enthalten mit Luftwärmepumpe. Für kleinere Veranstaltungen sind auch ein Pelletofen eingeplant sowie eine Trennwand zur Nutzung einer kleinerer Räumlichkeit. Die Kücheneinrichtung ist in der aktuellen Planung kostenmäßig ebenfalls enthalten. Im Obergeschoss musste noch ein zusätzlicher Fluchtweg eingeplant werden, der nun mit einer Rampe seitlich auf den Hang führt.

Um Zuschüsse für das Feuerwehrhaus zu erhalten, musste in der Planung deutlich aufgestockt werden. Die ursprünglich als "größere Doppelgarage" vorgesehene Fahrzeughalle ist jetzt deutlich größer. Ein Umkleideraum mit separatem Zugang ist auszuführen. Ebenso eine Stiefelwaschanlage und eine Absauganlage. Da die Erneuerung des Dorfplatzes mit Straßenquerung erst in einem zweiten Bauabschnitt erfolgen wird, ist momentan eine ca. 20 m² große Zufahrtsfläche zur Feuerwehrhalle eingeplant.

Damit ergeben sich für das Gemeinschaftshaus mit Vorbereich, Stützmauer und Erdarbeiten sowie Abriss eines alten Gebäudes auf dem Grundstück Kosten von 1,36 Millionen Euro. Für das Feuerwehrhaus mit Außenanlagen 223 000 Euro.

Aktuell geht man im Stadtrat von einer Fördersumme von rund 45 Prozent der Kosten für das Gemeinschaftshaus aus. "Werden es mehr, umso besser für die Stadt", wie Roland Kauper betonte. An Eigenleistungen wird weniger möglich sein als ursprünglich vorgesehen, da bestimmte Arbeiten schon allein aus Gewährleistungsgründen von Fachfirmen erbracht werden müssen. Somit musste der erst angesetzte Betrag für Eigenleistungen in Form eines Lohnanteils auf insgesamt 140.500 Euro für Gemeinschafts- und Feuerwehrhaus gesenkt werden.

So geht es weiter

Einstimmig wurde der Entwurfsplanung zugestimmt, die jetzt weiter an das Amt für ländliche Entwicklung geht zur Förderung. Auf die Frage eines der Räte, "was wäre, wenn die erwartete Fördersumme nicht käme", erwiderte Kauper: "dann müsste der Stadtrat neu entscheiden."



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