Bamberg
Müllproblem

"Saustall" auf der Erba-Insel in Bamberg hinterlassen

Müll und scheinbar überfüllte Abfalleimer auf der Erba-Insel in Bamberg verärgern Spaziergänger. Die Stadt appelliert an die Vernunft der Parknutzer.
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"Ein Spaziergang am Sonntagmorgen auf der Erba-Insel sollte eigentlich Erholung bieten und nicht ein Eierlauf zwischen Müll, Glasscherben, Hundekottüten und Windeln sein!!!", das schreibt  Stephanie Feuerpfeil zu  ihrem Foto auf dem Bürgermeldeportal inFrankenmelder.
"Ein Spaziergang am Sonntagmorgen auf der Erba-Insel sollte eigentlich Erholung bieten und nicht ein Eierlauf zwischen Müll, Glasscherben, Hundekottüten und Windeln sein!!!", das schreibt Stephanie Feuerpfeil zu ihrem Foto auf dem Bürgermeldeportal inFrankenmelder.
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Abfallhaufen und scheinbar übervolle Mülleimer haben zuletzt den Sonntagsspaziergang auf der Erba-Insel ordentlich vermiest: Das zeigen zahlreiche Bilder, die unsere Redaktion unter anderem über das Bürgermeldeportal inFrankenmelder erreicht haben. Darauf sind die unschönen Hinterlassenschaften von Picknicks und Grillfeten auf dem ehemaligen Landesgartenschau-Gelände deutlich zu sehen.

Auch die Stadt hat Kenntnis von der Situation, die die Verwaltung in einer aktuellen Pressemitteilung mit deutlichen Worten beschreibt: "Leider haben am Wochenende etliche Parknutzer die beliebten Grünflächen wie einen Saustall hinterlassen."

Bei der Verwaltung schlugen im Bürgerdialog-Portal Beschwerden von erzürnten Bürgern auf - die sich, wie die Stadt findet, zu Recht echauffieren. Der Müll wurde demnach nicht nur großflächig auf den Wiesen der Erba-Insel verteilt, sondern "der Unrat oft nur in Richtung Mülleimer geworfen." Aber nicht in die Behälter.

Die Stadt appelliert deshalb an die Vernunft der Parknutzer: "Müll gehört in die Abfalleimer. Wenn diese voll sind, bitte zum nächsten tragen." Leere Flaschen sollen notfalls auch mal mit nach Hause genommen werden. Da auch Grillschalen gefunden wurden, ruft die Verwaltung außerdem in Erinnerung: "Grillen in den Parks ist nicht nur verboten, sondern auch im wahrsten Sinne brandgefährlich. Offizielle Grillplätze gibt es am Sylvanersee und auf der Jahn-Halbinsel."

Allerdings entstand bei manchem Spaziergänger auch der Eindruck, dass die Mülleimer zu klein sind und deshalb übervoll waren. Am Dienstag reagierte auch die Stadtpolitik. So stellt die SPD-Fraktion Fragen an die Verwaltung, die in der aktuellen Stunde des Stadtrats am Mittwoch behandelt werden sollen. Unter anderem geht es dabei um die Anzahl und die Kapazität der Mülleimer in Grünanlagen sowie deren Leerungsintervalle.


Zahl der Mülleimer bleibt

Die Stadt sieht bei den Mülleimern wenig Spielraum: Laut Gartenamtsleiter Robert Neuberth wurden in der Vergangenheit bereits mehr Abfallbehälter rund um den Wasserspielplatz sowie das Schleusenwärterhäuschen und den Sams-Spielplatz auf der Erba-Insel aufgestellt. So sind auf der Erba-Insel insgesamt knapp 100 Abfalleimer installiert, am Wasserspielplatz sind es 20 Stück.

Jedoch funktioniert laut Neuberth die Gleichung "mehr Mülleimer und häufigere Leerung gleich weniger Müllverschmutzung" oft nicht. Bei größeren Behältern würden oftmals ganze Restmüllbeutel aus dem Hausmüll hineingeworfen. Und auch ein engerer Leerungsrhythmus ist "aus personellen und finanziellen Gründen leider nicht möglich". Derzeit werden die Mülleimer montags und freitags sowie mittwochs (zusätzlich von der Lebenshilfe) geleert.


Die meisten sind rücksichtsvoll

Bei der Polizei Bamberg-Stadt sind bislang laut Sprecher Christian Heyd keine Beschwerden eingegangen, deshalb wurde die Sicherheitswacht der Inspektion auch noch nicht gezielt auf der Erba-Insel eingesetzt. Bereits jetzt habe die Wacht aber ein Auge auf Verschmutzungen auf Spielplätzen oder Grünanlagen. Mit wärmerem Wetter würden die Kräfte in diesen Bereichen auch verstärkt auf Streife gehen.

Gartenamtsleiter Neuberth betont aber grundsätzlich, dass sich die meisten Besucher der städtischen Parkanlagen vorbildlich und rücksichtsvoll verhalten. "Leider trübt das verantwortungslose Verhalten einiger weniger Parknutzer Jahr für Jahr gerade an den ersten warmen Wochenenden das Bild."


Kommentar von Sebastian Martin:

Das Bewusstsein fehlt
Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln, wenn einem der Egoismus und die Ignoranz mancher Leute vor Augen geführt wird: Nichts gegen ein Picknick im Freien, ein Bierchen am Abend im Gras auf der Erba-Insel oder auf einer Wiese im Hain. Doch zu den Vergnügungen an sommerlichen Abenden gehört nun mal auch, dass nach der Feier auch das Aufräumen ansteht. Zu Hause würde man (hoffentlich) seinen Müll auch fachgerecht entsorgen und nicht einfach auf dem Boden im Wohnzimmer verteilen. Ungleich größer ist die Verantwortung bei jedem, der sich im Freien vergnügt: Es geht um Rücksichtnahme auf andere (und auf die Umwelt). Doch vielen fehlt schlicht das Bewusstsein. Zur Erziehung helfen keine zusätzlichen Mülleimer, nur Sanktionen.
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