Bamberg
Einsturzgefahr

Sandstraßen-Frust zur Kerwa: "Stilbruch" muss Innenhof schließen

Das "Sound-n-Arts" in der Bamberger Sandstraße wurde geschlossen. Nun ist auch das "Stilbruch" betroffen: In den sozialen Medien entlädt sich der Frust.
Artikel drucken Artikel einbetten
Nach dem "Sound-n-Arts" wurde in der Bamberger Sandstraße auch der Innenhof des "Stilbruch" gesperrt. Foto: Stilbruch Bamberg
Nach dem "Sound-n-Arts" wurde in der Bamberger Sandstraße auch der Innenhof des "Stilbruch" gesperrt. Foto: Stilbruch Bamberg
+1 Bild

Update vom Mittwoch (14.08.2019): Darum muss der Innenhof gesperrt werden

Am Mittwoch sorgte die Meldung, dass nun auch das "Stilbruch" von dem einsturzgefährdeten "Sound-n-Arts"-Gebäudes betroffen ist, für mächtig Wirbel. Wie die Pressestelle der Stadt Bamberg nun mitteilt, sind Gäste der Kneipe in der Sandstraße gefährdet, wenn sich diese im Innenhof aufhalten. Sie könnten durch herabfallende Teile des Wandputzes getroffen werden. Die musste deswegen zu dieser drastischen Maßnahme greifen.

Update vom Mittwoch (14.08.2019): Stilbruch-Hof geschlossen - auch während Sandkerwa

Bevor die 69. Bamberger Sandkerwa am kommenden Donnerstag (22. August 2019) startet, ereilt die Sandstraße eine erneute Schocknachricht: Nachdem das "Sound-n-Arts" schließen musste, da das Gebäude einsturzgefährdet ist, ist nun auch das "Stilbruch" betroffen. Wie die Kneipe via Facebook mitteilt, hat die Stadt Bamberg den Innenhof "auf unbestimmte" Zeit gesperrt. Bis die "Standfestigkeit des Nachbarhauses durch den Eigentümer" gewährleistet sei, bleibe diese Sperrung. Damit wird der Innenhof definitiv nicht an der Sandkerwa geöffnet haben - ein harter Schlag für das "Stilbruch".

In den sozialen Medien entlud sich als Reaktion auf diese Nachricht der Frust. Im Fokus der Kritik stehen die Verantwortlichen des betroffenen Hauses. Dabei handelt es sich um die "German Property Group" mit Sitz im niedersächsischen Hannover. Aktuell ist ungewiss, welche konkreten Schritte der Hauseigentümer einleiten wird, um die Sanierung voranzutreiben. Das "Stilbruch" versucht indes rechtlich gegen diese Firma vorzugehen. In einem Facebook-Kommentar des Gastronomieunternehmens heißt es: "Versuchen werden wir das auf jeden Fall! Ist schon alles beim Anwalt!".

Zusätzlich sorgt ein weiterer Fakt für Frust: Zwei Mitarbeiter des "Stilbruch" haben extra für die diesjährige Kirchweih einen "Arcade" selbstgebaut. Dabei handelt es sich um einen Spielautomat, der als Attraktion im Innenhof dienen sollte - doch daraus wird nun leider nichts. "Die beiden Mitarbeiter haben sich in den letzten Wochen extra beeilt, dass der 'Arcade' bis zur Kerwa fertig wird", erklärt eine "Stilbruch"-Mitarbeiterin auf Nachfrage von inFranken.de.

Update vom Dienstag (13.08.2019): Einsatzkräfte zwölf Stunden am Tag am sichern

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes (THW) Bamberg sicherten von Mittwoch (7. August 2019) bis Samstag (10. August 2019) das einsturzgefährdete Gebäude in der Oberen Sandstraße. Unterstützt wurden sie dabei von den Bamberger Maltesern und der bayerischen Johanniter Unfallhilfe.

Circa 30 Kräfte des THW waren täglich zwölf Stunden vor Ort um an den Gerüstbauarbeiten mitzuwirken. Christian Lange, zweiter Bürgermeister Bambergs, bedankte sich bei den Einsatzkräften: "Ich danke allen Helferinnen und Helfern, die sich - ohne groß zu fragen - mit großem Einsatz für die Sicherheit ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger eingesetzt haben."

Als Dankeschön spendierte die Stadt den Einsatzkräften vor Ort Leberkäse. Hier gibt es übrigens den besten Leberkäs in der Region: Das sind die Empfehlungen unserer Leser.

Sandstraße: Engstelle an der Sandkerwa

Die Engstelle rund um das abgestützte Haus wird auch an der Sandkerwa 2019 zu Behinderungen für Besucher sorgen. Das aufgestellte Gerüst und ein zusätzlich Zaun, der Kletterer abhalten soll, zieren auch während der Kirchweih das renovierungsbedürftige Haus, wie der Bayerische Rundfunk berichtet.

Sound-n-Arts-Fans geschockt über Schließung

Das Sound-n-Arts in der Sandstraße gehört der Vergangenheit an. Die Stadt hat den Club geschlossen: Betreiber und Fans sind geschockt.

Update vom Mittwoch (07.08.2019): Vollsperrung der Bamberger Sandstraße

Im Bereich des "Sound-n-Arts" wird die Sandstraße in Bamberg vollgesperrt. Das gab die Stadt Bamberg am Montag (5. August 2019) bekannt. Von Mittwoch (7. August 2019) bis Samstag (10. August 2019) werde das Haus notgesichert. Dafür sei eine Vollsperrung des Gefahrenbereichs notwendig.

Dieser Bereich erstreckt sich circa zehn Meter links und zehn Meter rechts vom Gebäude. Die angrenzenden Freischankflächen können deshalb nicht genutzt werden. Zudem wird der Grünhundsbrunnen nahe des Krippenmuseums gesperrt. Er wird als Rüst- und Lagerplatz für das THW genutzt.

Das Technische Hilfswerk (THW) sorgt für die Möglichkeit für Rettungsfahrzeuge während eines Einsatzes durch den Gefahrenbereich der Sandstraße fahren zu können.

Kritik gibt es unterdessen am Eigentümer der denkmalgeschützten Immobilie in der Sandstraße. Lässt der Investor das Haus verfallen? Bei inFranken.dePLUS lesen Sie die Hintergründe.

Erstmeldung vom Donnerstag (01.08.2019): "Sound-n-Arts" muss schließen

Die Stadt Bamberg hat mit sofortiger Wirkung den Traditions-Club "Sound-n-Arts" in der Oberen Sandstraße geschlossen. Wegen "akuter Einsturzgefahr" sind "unverzügliche Maßnahmen dringend notwendig", wie Robert Stenglein, Leiter des Bauordnungsamtes, mitteilt. Zuletzt sorgte in Bamberg die Schließung und zeitnahe Wiedereröffnung des "Weissbierhauses" für Aufregung.

Nach der Schließung des Clubs Sound-n-Arts wegen akuter Einsturzgefahr des Gebäudes wird das Anwesen in der Oberen Sandstraße 20 nun schnellstmöglich notgesichert. Ab Mittwoch, 7. August, bis Samstag, 10. August, wird dazu ein "Stützkorsett" aus Holzbalken und Eisenstäben errichtet. Die Konstruktion wird etwa zwei Meter in den Straßenraum reichen, sodass eine vollständige Sperrung der Oberen Sandstraße in diesem Bereich nicht erforderlich ist. Lediglich an den Tagen des Aufbaus ist eine halbseitige Sperrung eingerichtet.

Bamberger Sandstraße: "Erhebliche Gefahr für Leben und Gesundheit"

Das Bauordnungsamt hatte am Mittwoch (31.08.) "zur Abwehr einer erheblichen Gefahr für Leben und Gesundheit" gegenüber dem Pächter des Kellerlokals eine Nutzungsuntersagung mit Sofortvollzug ausgesprochen. Laut eines externen statischen Gutachtens muss davon ausgegangen werden, dass sich das Gebäude bezüglich der Standsicherheit in einem baulich kritischen Zustand befindet. Grund dafür ist die Entnahme tragender Bauteile, wie etwa Deckenbalken, Geschosswände oder Innenwände, die zur Stabilisierung zwingend notwendig sind.

"Ein Aufhalten von Personen im Gefahrenbereich wäre bei dem jetzigen Zustand des Gebäudes absolut fahrlässig. Es besteht Gefahr für Leib und Leben", so eine Pressemitteilung der Stadt.

Welche konkreten Sanierungsmaßnahmen nach der erfolgten Notsicherung des Gebäudes noch erforderlich sind, wird derzeit geprüft.

Traditions-Club "Sound-n-Arts" schließt

Bis zum Abschluss der Sanierung, von der bisher weder konkrete Maßnahmen noch ein genauer Umfang bekannt ist, muss das Kellerlokal geschlossen bleiben. Nach zwölf Jahren begeben sich die Betreiber des Tanzlokals jetzt auf die Suche nach einer neuen Location in Bamberg, wie Elli und Wolle via Facebook mitteilen. "Wir sind immer noch im Schockzustand", sagt Elli Geyer am Mittwoch. Sie und ihren Mann hat die Nachricht, dass der Club akut einsturzgefährdet sein soll, komplett überrumpelt. Wie die 34-Jährige sagt, habe es bisher keine Beanstandungen gegeben - bis am Dienstag das sofortige Nutzungsverbot der Stadt ins Haus flatterte.

Die Besucher des Clubs und Fans der Facebookseite sind sichtlich schockiert über die Nachricht. In zahlreichen Kommentaren bekunden die Nutzer, wie "schade" es ist, dass das "Sound-n-Arts" schließt. "Traurige Neuigkeiten! Großer Verlust für Bamberg! Ich hoffe ihr findet schnell eine Alternative! Viel Erfolg bei der Suche", schreibt beispielsweise Johannes K.. Für viele Gäste war der Keller wie ein Wohnzimmer.

Sandstraße in Bamberg: Gastronomie-Kollegen zeigen sich betroffen

Auf das Aus für das "Sound-n-Arts" in der Sandstraße hat auch die Gastronomie-Konkurrenz reagiert. Der "Live-Club" schrieb via Facebook: "Die schockierende Meldung über das Ende des Sound-N-Arts macht uns sehr traurig." Warum der Besitzer des Gebäudes in der Oberen Sandstraße bereits für Schlagzeilen sorgte, lesen Sie auf inFranken.dePLUS.

dn/tu/ry

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren