Bamberg
Schloss Geyerswörth

Sammlung Goetz im Schloss Geyerswörth: Stadt bemüht sich um ein finanzierbares Konzept

17 Millionen Euro soll die Sanierung von Schloss Geyerswörth kosten. Unklar ist, ob die ehemalige Bischofsresidenz auch künftig noch ein Rathaus sein wird.
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Könnte eine Lücke bei der zeitgenössischen Kunst schließen: Schloss Geyerswörth ist als Ausstellungsort für die Sammlung  Goetz  im Gespräch.  Ronald Rinklef
Könnte eine Lücke bei der zeitgenössischen Kunst schließen: Schloss Geyerswörth ist als Ausstellungsort für die Sammlung Goetz im Gespräch. Ronald Rinklef
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Es war ein zweideutiger Beschluss, den der Stadtrat Ende 2018 fasste. Das Gremium bejahte die 17 Millionen Euro schwere Sanierung von Schloss Geyerswörth. Doch noch ist offen, ob das Gebäude ein Rathaus bleibt oder ob es vielleicht zum Haus moderner Kunst wird.

Ihre Berücksichtigung fanden die widerstrebenden Optionen in einer (noch) offenen Bauabfolge: Das Großprojekt, in das Fördergelder in Höhe von immerhin 13,6 Millionen Euro fließen werden, startet mit einem "nutzungsneutralen Bauabschnitt". Das heißt: Die Erneuerung des Dachtragewerks und der Fassaden erfolgt unabhängig davon, was hinter den Mauern künftig passiert.

An der Notwendigkeit der Sanierung zweifelt niemand: Nicht nur der Putz bröselt an den Wänden der in ihrer heutigen Form um 1580 errichten Bischofsresidenz. In den Fassaden klaffen Risse; morsche Balken müssen abgestützt werden.

Bis zum Frühsommer will OB Andreas Starke (SPD) das erste Etappenziel erreicht haben: den Umzug der Mitarbeiter des Sozialreferats in das dann fertig gestellte Bürgerrathaus an der Promenade. Zeitgleich beschäftigen sich Mitarbeiter unterschiedlicher Ämter mit der Frage, ob das dann leere Gebäude auch für eine museale Nutzung geeignet wäre und welche Auswirkungen das auf das bisherige Ziel hätte, hier das Baureferat unterzubringen. "Das Defizit an moderner Kunst in Bamberg ist unbestritten. Hier geht es darum, eine Lücke zu schließen", begründet Starke sein Eintreten für eine in kunstinteressierten Kreisen der Stadt geborene Idee: Das voraussichtlich 2023 wieder zur Verfügung stehende Renaissance-Schloss soll zur Dependance der renommierten Sammlung Goetz mit einem Teil ihrer 5000 Exponate werden. Um sich einer solchen Idee anzunähern, hatte eine Delegation aus Bamberg im Sommer 2018 das Privatmuseum der Sammlerin Ingvild Goetz in München besucht. Doch auch umgekehrt scheint Interesse zu bestehen.

Starke hofft, noch 2019 genug Fakten gesammelt zu haben, um eine Entscheidung über eine eventuelle Kunstausstellung Goetz in Bamberg treffen zu können. Wichtig ist ihm, dass die bisherigen Stadtentwicklungsziele beispielsweise für die Schulhaussanierung nicht darunter leiden.

Doch genau das könnte zum Problem werden, fürchten Kritiker einer solchen Einrichtung. CSU-Fraktionschef Helmut Müller hat das Thema mit seinen Kollegen noch nicht besprochen, lässt aber keinen Zweifel an seiner persönlichen Ablehnung: "Ich glaube nicht daran, dass es sinnvoll ist, ein weiteres Museum nach Bamberg zu holen." Bamberg könne es sich nicht leisten, "Luxusdinge zu finanzieren", während das Geld zum Beispiel für einen besseren ÖPNV fehlt, sagt Müller.

Kann es gelingen, einen Anziehungspunkt für Liebhaber zeitgenössischer Kunst zu schaffen, ohne anderswo Sparzwänge auszulösen? Kulturreferent Christian Lange (CSU) kämpft dafür, diesen Spagat zu schaffen. "Für Bamberg als Kulturstadt wäre das eine Aufwertung." Lange bezieht sich in seiner Einschätzung auch auf den Museumsentwicklungsplan: "Der zeigt, dass sich ein Teil des Schlosses für eine kulturelle Nutzung förmlich aufdrängt."



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