Einweihung

Rückbesinnung für modernen Fortschritt

Mit der Inbetriebnahme des neuen Brau- und Sudhauses beschreitet die Reckendorfer Schlossbrauerei neue Wege
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Links: Das neue Sudhaus der Brauerei im Vordergrund.  PR
Links: Das neue Sudhaus der Brauerei im Vordergrund. PR
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Am Donnerstag, 5. Juli, wird das neue Brau- und Sudhauses am Stammsitz in der Schlossgasse eingeweiht. "Wir setzen dabei auf die ursprünglichen, vollwertigen Sudverfahren unserer Vorfahren", erklärt Geschäftsführer und Braumeister Dominik Eichhorn, der ein "einmaliges Geschmackserlebnis" verspricht und davon spricht, dass "in Weihenstephan einige Lehrbücher umgeschrieben werden müssen".
Rund eine Million Euro investierte die mittelständige Brauerei aus dem Baunachgrund an der Grenze von Ober- zu Unterfranken in das neue Sudhaus und holte sich dazu einen kompetenten Partner an die Seite: den international führenden Sudhausbauer Ziemann mit Stammsitz in Ludwigsburg. Das Projekt betreute Klasus Wasmuht, Bereichsleiter für Forschung, Technologie und Entwicklung.
Bei der Weltpremiere am heutigen Donnerstag von "Omnium", wie das neue Brauhaus getauft wurde, erleben Kunden und Fachpublikum, wo die Fortschritte des "geheimen Forschungsprojektes" liegen: "Wir kehren mit modernen Mitteln auf die Verfahren zurück, die zum Teil schon vor 400 Jahren angewendet wurden, wodurch die Inhaltsstoffe von Malz und Hopfen, wie ungesättigte Fettsäuren und Spurenelementen, in der Bierwürze erhalten bleiben, was für die Hefe und den Gärungsprozess von Vorteil ist und einen deutlichen geschmacklichen Unterschied ausmacht", so Eichhorn, der auch als anerkannter Biersommelier bekannt ist.


Eine "Revolution" in der Braukunst

"In den letzten 150 Jahren wurden die Rohstoffe an die vorhandenen Maschinen angepasst, um die entsprechend industriell zu verarbeiten, wir kehren diesen Trend nun um", freut sich der Reckenbräu-Geschäftsführer über die Fertigstellung des neuen Projektes nach einjähriger Bauzeit, das direkt an das bestehende Sudhaus angeschlossen wurde.
"Das ist im Brauereiwesen die größte Entwicklung der letzten 50 Jahren", sind sich Eichhorn und Wasmuht sicher und dürften mit dieser Einschätzung im Rahmen der Einweihungsfeierlichkeiten aus berufenem Mundes bestätigt werden.
Zu den vielen Gästen zählen unter anderem Vertreter der Hochschule Weihenstephan, der TU Berlin sowie der Universitäten Geisenheim und Hohenheim sowie weitere Vertreter aus der Brauwissenschaft, aber auch Kunden und Endverbraucher, wobei besonders Landrat Johann Kalb (CSU) großer Biersachverstand nachgesagt wird.


Alte Werte für frische Qualität

"Mit dem Omnium setzen wir ein ganzheitliches Konzept um, bleiben aber bei unserem bisherigen Bier-Sortiment in der gewohnten Güte und Qualität", verspricht Brauerei-Chef Eichhorn. "Wir schauen beim Brauen zwar zurück, setzen dazu aber vorausschauende Verfahrensschritte in moderner Form ein."
Eine Randnotiz, die auch schon für den Bau des neues Sudhauses galt, das ein paar Meter in den bestehenden Biergarten hinein positioniert wurde, gilt. Bei den Tiefbau-Arbeiten stieß man auf Überreste der alten Schlossanlage, die einst dort stand, wo nun Brauerei und "Schlössla" stehen, wie die Einheimischen die beliebte Gaststätte mit Biergarten liebevoll nennen. Entdeckt wurde die alte Brücke, deren Hölzer von Denkmalpflegern dendrochronologisch exakt bestimmt, analysiert und dokumentiert wurden. Noch so ein Bezug zur Vergangenheit. Künftig stehen noch Biergarnituren auf der geschützten Holzterrasse des Sudhauses zur Verfügung, von denen aus die Bierherstellung direkt verfolgt werden kann.
Auch im Innenraum der kombinierten Sudhäuser ist für angemeldete Gruppen ein Besucherraum vorgesehen. Interessenten hat es schon gegeben. "Wir hatten schon Interessenten aus Stralsund und Schottland. Zur Braumesse in Nürnberg im Herbst wird ein Shuttle-Service eingerichtet", freuen sich Dominik Eichhorn und Klaus Wasmuht auf die Besucher ab dem heutigen Festakt.
Ralf Kestel

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