Bamberg
Brose Bamberg

Rote Wand will es wieder wissen

Die Heimat des neunfachen deutschen Meisters gilt seit Montagabend als "Freakzone".
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An der Unteren Mühlbrücke fiel am späten Montagabend mit dem traditionellen Kick-Off-Gruppenfoto der Brose-Bamberg-Community der Startschuss der Post-Season, in der die BBL-Karten neu gemischt werden und man auch als Tabellenfünfter noch einige Trümpfe in der Hand hat.  Foto: Daniel Löb
An der Unteren Mühlbrücke fiel am späten Montagabend mit dem traditionellen Kick-Off-Gruppenfoto der Brose-Bamberg-Community der Startschuss der Post-Season, in der die BBL-Karten neu gemischt werden und man auch als Tabellenfünfter noch einige Trümpfe in der Hand hat. Foto: Daniel Löb
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Traditionen, noch dazu, wenn sie mit positiven Erinnerungen einhergehen, soll man bekanntlich pflegen! Bereits zum fünften Mal - zuvor "Bamback", "Bamore", "Brovissimo und "Bambeat" - wurde beim amtierenden Pokalsieger ein Play-Off-Slogan ins Basketball-Leben der Post-Season gerufen. Die Heimat des neunfachen deutschen Meisters gilt ab sofort als "Freakzone"!

Die Community von Brose Bamberg stellte sich an der Unteren Mühlbrücke, nur einen Steinwurf entfernt vom Alten Rathaus, zum Kick-Off-Gruppenfoto. Sechs Tage vor dem ersten Auftritt in Vechta waren Vorfreude und große Zuversicht - trotz des Auswärts-Starts als Tabellenfünfter - zu spüren.

Bei der von Hallensprecher Matthias Steger, der in der "Basketball-Hauptstadt" die Fans als "Freaks" hoch einstufte, informativen und sehr locker geführten Gesprächsrunde ging er als Moderator auf die "anstrengende Saison mit vielen Ups and Downs" ein.

"Eine ganze Region steht hinter unserer Mannschaft. Die Erwartungen sind hoch, auch wenn es eine Wundertüten-Saison bislang war. Die Stimmung wird nach einem 3:0 gegen Vechta noch besser und dann freuen wir uns auf den FC Bayern. Siege gegen die Münchner sind besonders süß", sprühte Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), der sich natürlich auch über das viele "Rot" in der Stadt zur Play-Off-Zeit freute, nur so vor Optimismus.

Gefährlicher Gegner

Es liegt in der Natur der Sache, dass sich der Headcoach etwas vorsichtiger äußerte. "Ich kann natürlich nichts versprechen. Wir sind nach den Spielen in Antwerpen wieder in die Spur gekommen, wir sind bereit mit viel Energie anzutreten. Ich habe auch in schwierigen Phasen immer an meine Spieler geglaubt, sie arbeiten viel und stehen als Team zusammen. Wir wissen was zu tun ist!", so Federico Perego, der den Viertelfinalgegner Rasta Vechta trotz dessen Verletzungsmisere alles andere als auf die leichte Schulter nimmt. "Sie haben sehr viel Selbstvertrauen, spielen aggressiv und attackieren stark. Wir müssen in der Defense sehr aufpassen. Vechta ist gefährlich!"

Nach gut vier Monaten als Geschäftsführer sieht sich Arne Dirks als "angekommen" und schwärmte von der "unglaublichen Stimmung" in der Brose-Arena. "Es hat sich eigentlich alles bestätigt, wie ich mir Freak City vorgestellt habe. Auch wenn Vechta eine unglaubliche Intensität besitzt und in diesem Jahr der Cinderella-Story gleicht, sehe ich gute Chancen für uns fürs Weiterkommen!" Nachdem sein "Glücksanzug" beim Championsleague-Final- Four nicht funktionierte, ist sich Dirks nicht sicher, ob er ihn in den Play-Offs trägt.

Apropos Antwerpen. "Die Altlasten haben wir dort in Belgien gelassen. Jetzt werden die Karten neu gemischt. Mit viel Schwung wollen wir den nächsten Erfolg in Angriff nehmen. Für uns ist die Saison noch lange nicht beendet. Wir mischen noch mit!", bekräftigt Norbert Sieben, der als Präsident auch das Halbfinale gegen den Titelverteidiger FC Bayern im Hinterkopf hat.

Auch wenn es schon über Jahrzehnt her ist, dass Bamberg ohne Heimspiel-Vorteil in die Play-Offs startet, überwiegt neben der natürlichen Anspannung doch schon eine große Portion Optimismus, dass die nicht zu unterschätzende Hürde Vechta übersprungen wird und dann die "Alles-oder-Nichts"-Spiele gegen den FC Bayern "Freak-City" elektrifizieren werden. Eines ist gewiss: Nicht nur Pokal-, sondern auch Play-Off-Begegnungen haben ihre eigenen Gesetze!

Kommt es zum Gipfeltreffen?

Die "Freakzone" wird sich spätestens mit dem ersten Play-Off-Heimspiel am kommenden Mittwoch so richtig entfalten und dann weiter expandieren wenn es zum Gipfeltreffen mit den Münchnern kommt. Die Bamberger Altstadt leuchtet seit Donnerstag rot, der Slogan 2019 steht, nun liegt die Basketball-Wahrheit auf dem Parkett! Was steckt in der "Wundertüte" Brose Bamberg noch? Welche Trümpfe können Perego und Co. noch ausspielen?

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