Bamberg
Interview

Rock 'n' Roll ganz ohne Firlefanz

Peter Kraus gastiert am 8. November in Bamberg. Wir sprachen vorab mit dem ewig jung gebliebenen Star - und verlosen ein Treffen mit ihm.
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Peter Kraus in Aktion.  Foto: Daniel Bockwoldt, dpa
Peter Kraus in Aktion. Foto: Daniel Bockwoldt, dpa

Im März feierte er 80. Geburtstag, am 1. Oktober Goldene Hochzeit, danach geht's auf Jubiläumstour. 29 Feiern stehen auf dem Programm. Es soll definitiv die letzte Abschiedstour von Altrocker Peter Kraus werden. "Ich hab ' das fünf Mal schon angekündigt, aber jetzt ist endgültig Schluss. Das wird mit Sicherheit die allerletzte Tournee", verrät der Mädchenschwarm von einst im Gespräch mit dieser Zeitung. Und zum Finale erfüllt er sich selbst einen Wunsch: "Ich spiele meine Lieblingssongs."

Derer gibt es viele. 49 Songs stehen auf der Setlist - von "Da sprach der alte Häuptling der Indianer" von Gus Backus über "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett" (Bill Ramsey) bis "Satisfaction" von den Rolling Stones bis "Yellow submarine" von den Beatles und "Marmor, Stein und Eisen bricht" von Drafi Deutscher. "Da sind aber auch ein paar Medleys dabei", setzt Kraus den musikalischen Kraftakt in Relation. Und natürlich gehören jede Menge Elvis-Klassiker, Chuck Berry und Little Richard zum Programm.

Bei der "Das Beste kommt zum Schluss"-Tour macht Peter Kraus auch wieder in Bamberg Station. Zum x-ten Male. Das hat seinen Grund: Einer seiner größten Kraus-Fans lebt in Bamberg. Paul Schwegler, auch bekannt als "DJ Vollgas", macht sich jedes Mal für ein Gastspiel in der Konzerthalle stark und mobilisiert dazu die Mitglieder des Fanclubs, dem er vorsteht. "Jaja der Pauli ist seit Jahren ein guter Freund und schon seinetwegen komme ich immer wieder gerne nach Bamberg. Wir treffen uns auch sonst immer wieder Mal während des Jahres und telefonieren auch regelmäßig miteinander", erzählt das Langzeit-Rock 'n' Roll-Idol über eine besondere Freundschaft.

Am Freitag, 8. November, kommt wieder zum Treffen im Musentempel am Regnitz-Ufer, Durchaus möglich, dass Peter Kraus dann zunächst über seinen Schatten und auch noch ins Publikum springt. "Eigentlich gehört stage-diving nicht mehr zu meinem Repertoire, aber wenn ich im Publikum bekannte Mädchen entdecke, kann es schon passieren, dass ich von der Bühne nach unten komme."

29 Konzerte in sechs Wochen- wie bereitet sich ein 80-Jähriger auf solche Strapazen vor?

Peter Kraus: Vernünftig leben, viel Sport, viel Bewegung, das ist es eigentlich. Und vernünftig essen. Wenn's Wetter passt, fahre ich viel Kanu, springe auf meinem Mini-Trampolin herum, schwimme viel. Ich hab's da ja leicht, weil ich wohne ja direkt am Luganer See.

Albert Hammond, der ja auch nur wenige Jahre jünger ist, hat jüngst bei seinen Konzerten in Franken bewusst nur an Orten gespielt, die höchstens 1000 Leuten Platz bieten. Ums Geld kann es ihm dabei also nicht gegangen sein, er wollte nur seine ganzen Hits darbieten. Was treibt einen Peter Kraus an?

Ich hab' schon lieber mehr als 1000 Leute. Aber die Tour jetzt, das hat sich einfach so ergeben. Vor fünf Jahren habe ich eine Abschiedstournee gemacht, daraus sind nun fünf geworden. Schwer zu sagen, wenn man sich fit fühlt, Freunde hat und neue Ideen für ein Programm, dann geht's halt los.

Und das ist ein tolles Programm, auf das die Fans schon lange gewartet haben. Ich mache nur Hits der 50er und 60er Jahre und erzähle über den Rock 'n' Roll, wie ich ihn entdeckt habe, wie ich ihn erlebt und dafür gekämpft habe.

Das Programm ist ja der Wahnsinn mit 49 Titeln.

Ja, ja, das geht aber ganz schön schnell rum. Zwei Stunden und ein bisschen drüber. Und da sind auch Medleys dabei, wir spielen nicht alle Nummern durch, so doll waren die nun auch nicht.

Hast Du zu Bamberg eine besondere Beziehung?

Na ja, eigentlich nur durch den Pauli Schwegler. Ich kenne die Stadt zwar und weiß, dass sie sehr schön ist. Aber so richtig Zeit hatte ich noch nie, um mich genauer umzuschauen. Der Pauli besteht halt darauf, dass wir Bamberg unbedingt dabeihaben und der ist so ein netter Kerl. Er tut so viel für mich und fährt auch die Tournee mit, verkauft Programme und will halt, dass wir auch nach Bamberg kommen. Wir stehen ständig in Kontakt, was auch für die anderen Fanclub-Vorsitzenden in Zürich, in Freiburg gilt. Es ist schon komisch, aber ich kenne keinen Peter-Kraus-Fanclub, der von einer Frau geleitet wird.

Ich kenne Dich schon als Bravo-Starschnitt, der Mitte der 60er Jahre über dem Bett meiner einige Jahre älteren Cousine hing. Was hat sich aus Deiner Sicht in allen den Jahrzehnten verändert?

In erster Linie ist alles mal lauter geworden, was nicht unbedingt ein Vorteil ist. Wir haben damals auch schon die Hallen zum Toben gebracht, ohne diesen enormen technischen Aufwand und ohne übermäßige Lautstärke. Und so sind auch die Konzerte jetzt gedacht. Das ist Musik der 50er und 60er Jahre genau auch in diesem Stil. Wir haben keinen Firlefanz auf der Bühne, keine LED-Leuchten. Es kommt auch kein Konfetti-Regen runter. Es sind lediglich acht Musiker auf der Bühne, die sich ihr Herz aus dem Leibe spielen und singen und Livemusik bieten, ohne jegliche technischen Tricks und einfach die Leute nur gut unterhalten wollen.

Und ich lege keinen Wert drauf, dass da ununterbrochen geklatscht, getrampelt und rumgehüpft wird, wie oft auf heutigen Konzerten, wenn eigentlich von vorne bis hinten mehr Partystimmung gemacht wird. Ich singe auch ruhige Nummern, es sind sehr viele Balladen drin. Wir haben es deswegen auch von der Besetzung ganz anders gemacht. Es ist Mundharmonika dabei, Naturgitarren, keine Bläser. Ein klassisches Konzert der alten Zeit.

Welche Musik hört Peter Kraus im heimischen Wohnzimmer?

Bei mir läuft den ganzen Tag Jazz und Blues, Bigband-Sound, Swing, aber keine aktuelle Musik.

Dürfen bei Deinen Konzerten Handys gezückt werden, um der ganzen Welt zu zeigen, wo man aktuell gerade ist?

Man kann es nicht verhindern, da geht ja gar nicht mehr. Ich habe Konzerte gemacht in München, die sind da sehr streng. Da sind die Aufseher ständig in die Leute rein und haben sie ermahnt, nicht mehr zu filmen. Und das stört drei Mal mehr als wenn die Handy-Kameras laufen. Es ist nicht mehr zu verhindern. Bis jetzt ist nichts passiert und habe ich nix dagegen unternommen, lediglich die Aufpasser ermahnt, dass sie nicht mehr in die Reihen reingehen. Mein Schnitt an Publikum ist ja nicht unbedingt jugendlich. Also da sind schon sehr viele dabei, die keinen Spaß daran haben, das Handy den ganzen Abend lang hochzuhalten. Mich stört das nicht.

Gehst Du während des Konzertes durch die Reihen?

Nein. Warum sollte ich? Das ist nicht geplant. Manchmal sind Mädchen da, die ich kenne. Die hole ich dann auf die Bühne oder springe runter. Das kann schon passieren. Das ist dann aber alles ganz spontan. Das Gespräch führte Ralf Kestel

Tickets und Treffen gewinnen

Verlosung: Zwei infranken.de-User können ein tolles Paket mit je zwei Eintrittskarten für das Konzert am 8. November in der Konzerthalle sowie einem Treffen mit Peter Kraus eine halbe Stunde vorher gewinnen. Sie müssen dazu nur eine Mail mit Vor-, Nachname und Wohnort sowie dem Betreff "Peter Kraus" bis zum 20. Oktober an leserreporter@infranken.de schicken. Die Gewinner werden anschließend informiert.

Datenschutz: Soweit Sie am Gewinnspiel teilnehmen, verarbeitet die Mediengruppe Oberfranken-Redaktionen GmbH Betriebsstätte Bamberg, Gutenbergstraße 1, 96047 Bamberg, die dort angegebenen Daten ausschließlich zur Durchführung des Gewinnspiels (Rechtsgrundlage: Art. 6 Abs. lit. a,b EU-DS-GVO). Ihre personenbezogenen Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Weiter detaillierte Informationen zum Datenschutz/Transparenzpflichten sowie Ihren Betroffenenrechten finden Sie hier.

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