Ludwag
Nachbesserung

Risse im Fundament legen Windräder still

Zwischen Ludwag und Poxdorf müssen die Fundamente der knapp 200 Meter hohen Rotoren nachbehandelt werden. Risse im Stahlbeton bedrohen die dauerhafte Stabilität der Masten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Wieder freigelegt sind die Fundamente der Windräder mit einem Durchmesser von etwa  25 Metern. Risse im Stahlbeton werden von der Baufirma im Zuge der Gewährleistung verschlossen. Foto:  Ronald Rinklef
Wieder freigelegt sind die Fundamente der Windräder mit einem Durchmesser von etwa 25 Metern. Risse im Stahlbeton werden von der Baufirma im Zuge der Gewährleistung verschlossen. Foto: Ronald Rinklef
Seit einigen Tagen schon stehen die drei Windräder zwischen Ludwag, Neudorf (beide Orte gehören zur Stadt Scheßlitz) und Poxdorf (Gemeinde Königsfeld) still. "Offenbar wird an den Fundamenten gearbeitet", hat Georg Loch aus Ludwag beobachtet. Etwa ein halbes Jahr nach der Inbetriebnahme muss nachgebessert werden - was, das kann der Scheßlitzer Stadtrat auch nicht sagen. Mit einem Bagger werden die Bedeckungen der Betonsockel entfernt, Arbeiter machen sich an den Fundamenten zu schaffen, auf denen die etwa 140 Meter hohen Masten stehen.

Für Thomas Banning, Vorsitzender der Naturstrom AG, kein Grund zur Sorge. Es müssten lediglich kleine Risse in der Oberflächenstruktur der Stahlbeton-Fundamente verschlossen werden, die sich beim Aushärten des Betons gebildet hätten und die bei Kontrollen entdeckt wurden. Die Naturstrom AG ist zusammen mit privaten Investoren Betreiber des Windparks. Würden diese Risse zu tief, könne Wasser an die Armierungen der Fundamente gelangen und der Stahl korrodieren. Deshalb würden die Fundamente nun mit einer wasserundurchlässigen Schicht versiegelt. "Diese Technik ist recht aufwendig, die Arbeiten dürften noch in dieser Woche andauern", so Banning. Danach könne der Betrieb der Windmaschinen weitergehen.

Gutachten in Arbeit


Weiter verfolgt werden derweil von Naturstrom die Pläne für den Windpark "Jura" zwischen Wattendorf und Stadelhofen. "Ich gehe davon aus, dass hier etwa 14 Windmaschinen kommen werden", sagt Banning. Derzeit liefen hier Voruntersuchungen hinsichtlich der Belastungen für Flora und Fauna. Gutachter sind mit der Beobachtung der Natur beauftragt. Nachdem der Gemeinderat Stadelhofen das Projekt abgelehnt hat, scheinen die Bautätigkeiten erst einmal gestoppt. "Wir warten ab, was jetzt bei der Regionalplanung heraus kommt", sagt Stadelhofens Bürgermeister Ludwig Göhl (ÜWG). Bis dahin will sich Banning einer "möglichst breiten Unterstützung in der Bevölkerung" versichern.

Wenn möglich soll der Windpark zwischen Neudorf und Poxdorf in Richtung Ludwag von Naturstrom und privaten Investoren noch um zwei Rotoren erweitert werden, wie es im "alten" Regionalplan vorgesehen ist. Statt der angestrebten mindestens 800 Meter Abstand zum nächsten Wohngebäude käme eine der Windmaschinen aber auf 789 Meter an das Haus heran - was dessen Besitzern nicht so recht gefallen will.

Im Falle einer möglichen Erweiterung der Vorrangfläche in Richtung Osten bis zur Hochspannungsleitung könnten auf Scheßlitzer und Königsfelder Gebiet noch drei weitere Masten errichtet werden - hier aber will man, so Thomas Banning abschließend, noch das Raumordnungsverfahren abwarten.

Windpark Schederndorf "auf Eis"


Auf Eis gelegt ist indes bis auf Weiteres der "Windpark Schederndorf". Der Projektant hat nach dem negativen Votum des Gemeinderates Stadelhofen seinen Antrag zurückgenommen.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren