Bamberg

Ringen um neue Wege für Radler

Der Kaulbergfuß ist ein Nadelöhr für viele Verkehrsteilnehmer. Durch eine verlängerte Fußgängerzone könnte nun eine komfortablere Einfahrt zum Pfahlplätzchen entstehen. Doch dafür müssten einige der ohnehin schon knappen Parkplätze weichen.
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Mit der Fußgängerzone endet hier der Bereich, in dem Fahrräder fahren dürfen.  Foto: Ronald Rinklef
Mit der Fußgängerzone endet hier der Bereich, in dem Fahrräder fahren dürfen. Foto: Ronald Rinklef
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Wer vom Pfahlplätzchen in Richtung Kaulberg hochläuft, teilt sich den knappen Raum nicht selten mit Radfahrern. Viele kommen mit ordentlich Geschwindigkeit den Berg herunter und biegen dann nach links auf den Gehweg ab. Dieser wird aber eigentlich erst ein Stück weiter unten zu einer auch für Radler freigegebenen Fußgängerzone. Der konfliktträchtige Begegnungsverkehr beschäftigt Verwaltung und Stadtrat schon lange. Ein Vorschlag der Arbeitsgruppe Routine Verkehr könnte nun nicht nur die gängige Praxis legalisieren, sondern auch das Nebeneinander von Fußgängern und Radfahrern an dieser Stelle erleichtern.

Ersatz für Behindertenparkplatz?

Nach diesem Entwurf sollen drei Parkplätze am Kaulbergfuß verschwinden und die Fußgängerzone bergaufwärts bis zur Hausnummer 4 verlängert werden. Der Umweltsenat wollte sich jedoch Ende November noch nicht zu einer solchen Umgestaltung entschließen. Denn vor einer Entscheidung sollten noch die Positionen von Anwohnern, vom Bürgerverein Kaulberg und von der Pfarrgemeinde der Oberen Pfarre dazu erfragt werden. "Wir können das nicht entscheiden, ohne dass wir vorher mit den Betroffenen geredet haben", sagt Bürgermeister Christian Lange (CSU), der damals die Sitzung leitete. Außerdem fordert Lange zunächst eine Ersatzlösung für den Behindertenparkplatz, der nach den Plänen am Kaulbergfuß verschwinden würde. "Dass man da was verbessern muss, ist jedem klar. Aber es geht um den Weg", sagt Lange.

Gegen Bürgerbeteiligung hat Christian Hader von der Bürgerinitiative Radentscheid nichts, aber "nicht nur da, wo's ins eigene politische Konzept passt". Er hält es für scheinheilig, wenn nun einige Stadträte mit Sicherheitsbedenken kommen, nachdem sich Straßenverkehrsamt, Stadtplanungsamt und Polizei ohne solche Bedenken für den Vorschlag ausgesprochen hätten, der nicht nur den Radfahrern mehr Sicherheit und Komfort bringe. "Es darf aber keine Maßnahme geben, die Verkehrsgefährdungen mit sich bringt", sagt auch Hader und schlägt eine zusätzliche Geschwindigkeitsbegrenzung am Fuße des Kaulbergs vor.

Der Bürgerverein Kaulberg wird sich in seiner heutigen Sitzung auch mit dem Vorschlag zur möglichen künftigen Radverkehrsführung beschäftigen. "Wir müssen das Für und Wider abwägen und sehen, wohin die Meinungen gehen", sagt Vorsitzender Gerhard Metzner. Die Pläne könnten die Situation am Übergang zum Pfahlplätzchen aber möglicherweise etwas entschärfen. "Gerade am Kaulberg sollte man aber gut überlegen, ob und wo man Parkplätze entfernt."

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Matthias Schwarzmann erkennt für seine Pfarrgemeinde "keine großen Auswirkungen". Es handle sich ohnehin um Anwohnerparkplätze und während der Gottesdienste dürften die Gläubigen auch auf der gegenüberliegenden Seite parken. Für Schwarzmann, der selbst Anwohner ist, erscheint die Lösung aber "ein bisschen halbherzig". Er hätte sich zum Beispiel vorstellen können, die Ampel von der Judenstraße ein Stück weiter nach oben zu verlegen.

Bisher keine Unfälle

"Das Thema schwelt schon länger", sagt Ines Schellmann, Sachbereichsleiterin Verkehr bei der Polizei Bamberg-Stadt. Eine Verlängerung der Fußgängerzone nach oben und deren Verbreiterung stelle nun "vielleicht nicht die schönste, aber eine pragmatische Lösung" für den Kaulbergfuß dar. "Man müsste das allerdings auch baulich so gestalten, dass man Geschwindigkeit herausnimmt", sagt Schellmann. Denn in den Fußgängerzone gilt für die Radfahrer Schrittgeschwindigkeit. Obwohl bislang bereits sehr viele Radfahrer verbotswidrig über den abgesenkten Gehweg in die Fußgängerzone einbiegen, habe das noch zu keinen Unfällen geführt. Eine Absenkung im Kurvenbereich habe die Polizei jedoch aus Sicherheitsgründen abgelehnt.

In den kommenden Monaten wird sich die Verwaltung unter anderem mit Bürgerverein und Pfarrgemeinde austauschen, bevor das Thema im April wieder im Umweltsenat auf der Tagesordnung steht. Bis dahin soll auch eine Schätzung der voraussichtlichen Kosten der Maßnahme vorliegen.

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