Scheßlitz
Grossereignisse

Riesen Ansturm in Scheßlitz

Am Sonntag lockten das Kreiserntedankfest und der 4. Genusstag des Landkreises in die Jura-Metropole.
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23 Wagen präsentierten sich beim Festzug mit landwirtschaftlichen Themen.  Alle Fotos: Joseph Beck
23 Wagen präsentierten sich beim Festzug mit landwirtschaftlichen Themen. Alle Fotos: Joseph Beck
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Die Stadt Scheßlitz hatte dieses Jahr schon einige Höhepunkte in ihren Mauern erlebt, der größte dürfte aber der Kreisernte- und Genusstag gewesen sein. Vergessen waren die Eheprobleme der Bauern mit dem Landkreis, am dritten Hochzeitstag herrschte eitel Sonnenschein und gemeinsam zogen alle Beteiligten zum Erntedankgottesdienst in die St.-Kilianskirche.

Die Mitglieder des Bauernverbands brachten die Erntekrone auf einem kleinen Leiterwagen mit in die Kirche, die sie schön geschmückt hatten. Domkapitular Norbert Jung hielt die Festmesse und sagte in seiner Predigt: "Die Freude und Zufriedenheit des Landes zeigt sich am heutigen Erntedankfest. Es muss nicht immer billiger und immer mehr sein." Des Weiteren wandte er sich gegen Klimawandel und seine Folgen. Er forderte aber: "Es müssen sich alle bewegen, nicht nur die Bauern. Wir müssen gemeinsam versuchen, das Ruder herumzureißen." Da er selbst gelernter Bauer sei, könne er hier mitreden und forderte für die Bauern faire Bedingungen und faire Preise. Für seine emotionale Predigt erhielt der Geistliche in der übervollen Kirche spontanen Beifall. Die Fürbitten trugen vor Elisabeth Schrenker und Josef Vogt. Der Landfrauenchor unter der Leitung von Gudrun Kraus umrahmte den Gottesdienst musikalisch.

Nach dem Gottesdienst formatierte sich ein ansehnlicher Festzug durch die Scheßlitzer Straßen. 23 Wagen präsentierten sich mit landwirtschaftlichen Themen. Die Scheßlitzer Bauern führten den Zug an mit Erntekronen, Frauen mit Körben voller Ähren, einer weiteren Erntekrone mit Schleifenspalier und getragenen Ährenbögen. Nach ihnen kamen die Windischlettener mit einem Wagen voller Früchte. Die Milch-, Kirschen- und Bamberger Hörnla-königinnen folgten in majestätischem Abstand und huldigten den applaudierenden Zuschauern zu. Nach den zahlreichen Ehrengästen aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik mit MdBs, MdLs, Kreis-, Stadt- und Gemeinderäten, deren Zahl an die 50 ging, folgten die Gäste der polnischen Partnergemeinde des Landkreises und dann die weiteren schön geschmückten und dekorierten Wagen und Fußgruppen.

Von der Kartoffelernte mit dem Pflug, Kartoffelroder und dem mit vollen Säcken beladenen Wagen bis zum Wender und Dreschwagen war alles dabei, was man früher in der Landwirtschaft brauchte. Dazu hatten sich die BBV-Gruppen von Windischletten, Ehrl, Wiesen- und Straßgiech, Starkenschwind, Stübig, Ludwag, Demelsdorf, Zeckendorf, Schweisdorf, Burgellern und Ludwag mächtig ins Zeug gelegt und in langen Abenden die Fahrzeuge vorbereitet.

Fränkische Gemütlichkeit

Die Obst- und Gartenbauvereine aus Köttensdorf, Peulendorf, Roschlaub, Pausdorf und Neudorf brachten die Schönheit der Blumen in ihren Gärten voll zur Geltung und zeigten sie den Gästen. Der Imkerverein Scheßlitz wies auf die Bedeutung der Bienen hin und der Heimatkundliche Verein zeigte alte Zeiten mit Häkeln, Stricken und Weben auf seinem Wagen.Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Scheßlitzer und Pünzentaler Musikanten.

Im Festzelt begrüßten Landrat Johann Kalb (CSU) und Kreisobmann Edgar Böhmer die Gäste. Als Festredner betonte MdB Thomas Silberhorn (CSU) wie wichtig dieser Tag als Präsentation der Bauern und der Genussregion des Landkreises Bamberg sei. "Rindfleisch aus Südamerika ist nicht nachhaltig und nicht regional", sagte er unter dem Applaus der Zuhörer. "Der Genusstag ist ein großes Schaufenster", stellte er mit Stolz fest und schloss: "Hier lässt es sich gut leben mit der fränkischen Gemütlichkeit."

Auch die Bayerische Milchkönigin Beatrice Scheitz aus Andechs und Günter Feßler, Vizepräsident des BBV, lobten das Scheßlitzer Erntedankfest. Stellvertretende Kreisbäuerin Marion Link dankte zum Schluss allen Helfern, Rednern und Gästen für diesen grandiosen Tag.

Ähnlich äußerte sich auch Bürgermeister Roland Kauper (CSU). Er war sichtlich stolz, dass seine Scheßlitzer Vereine etwas so Tolles auf die Beine gestellt haben.

Genüsse am laufenden Band

Das herrlich milde Herbstwetter lockte Tausende nach Scheßlitz zum 4. Genusstag der Region Bamberg, zu dem Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und Landrat Johann Kalb (CSU) eingeladen hatten.

Im Festzelt hinter dem Rathaus fand die Eröffnung dieses Großereignisses durch Landrat Kalb (CSU) und Kreisobmann Edgar Böhmer statt. Während des Mittagsessens unterhielten die Bläser des Musikvereins Scheßlitz, die die Bühne dann freimachten für die Tanzsportgarde des TSV-Scheßlitz. Aber auch die Bambinis eroberten die Herzen der Zuschauer.

Unterhaltung und Information

Anschließend gab es wieder musikalische Unterhaltung mit dem Schülerchor mit Bläsergruppe der Staatlichen Realschule und dem Schulorchester der Mittelschule Scheßlitz. Zum Ausklang spielten schließlich noch einmal die Pünzentaler Musikanten. Auch auf der Bühne am Häfnermarkt wurde einiges für die Gäste geboten. Manni und seine Rebellen begannen mit Unterhaltungsmusik, es folgte der Auftritt der Kinder des Kindergartens "Schäätzer Zwoggäla" und danach die Aufführung der Kindertagesstätte Purzelbaum mit ihrem Stück "Auf der Baustelle ist was los". Zum Abschluss hier spielte die Band "Notre Dame".

Wer sich eine Pause beim Verzehren und Genießen gönnen wollte, konnte im Sitzungssaal des Rathauses den Vorträgen des Bezirksheimatpflegers Günter Dippold mit dem Thema "Fischkonsum, Flussfischerei, Teichwirtschaft" lauschen.

Da der Genusstag auch innerhalb der Internationalen Woche des Landkreises stattfand, boten die Gäste von Strullendorfs Partnergemeinde ungarische Nudeln, Paprika und Sekt aus Izsak, Buttenheims italienische Partnergemeinde, Spezialitäten aus der Region Comune di Ronz-Chienis, Hallstadts Partner für französische Genüsse. Wer sich bewegen und bilden wollte, war bei den Führungen des Heimatkundlichen Vereins Scheßlitz bestens aufgehoben.

Für die meisten der Besucher aber dürfte das Wichtigste der Besuch der 60 Stände mit ihren vielzähligen Produkten gewesen sein. Wer alle kennenlernen wollte, musste sich etwas sputen und durfte sich nicht zu lange an einem aufhalten. Fazit der Veranstalter: Der 4. Genusstag war wieder ein voller Erfolg. Fazit der Besucher: Die Veranstaltung müsste eigentlich auf mehrere Genusstage ausgeweitet werden, da man unmöglich alle der Möglichkeiten nutzen könne.

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