Hohengüßbach
Georgitag

Reiterstandbild zu Ehren St. Georgs geweiht

Der 23. April ist der Namenstag aller Georgen, Schorschen und Görgla. In Hohengüßbach wurde zu diesem Tag ein bronzenes Reiterstandbild des Heiligen mit seinen Leitsätzen geweiht. Sponsor ist der Bauunternehmer Georg Pfister.
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Monsignore Feulner bei der Weihe des Reiterstandbildes. Rechts daneben Georg Pfister und ein Teil der Gäste.  Foto: Ronald Rinklef
Monsignore Feulner bei der Weihe des Reiterstandbildes. Rechts daneben Georg Pfister und ein Teil der Gäste. Foto: Ronald Rinklef
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Vor allem in katholischen Gegenden soll der 23. April früher ein halber Feiertag gewesen sein. Denn alle Georgen, Schorschen und Görgla durften an diesem Tag ihren Namenspatron feiern. Und da sie einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung ausmachten, standen an diesem Tag nicht wenige Räder still.

Weil das heutzutage nicht mehr so einfach ist, trafen sich die Georgen, Schorschen und Görgla schon am Wochenende bei Georg Pfister in Hohengüßbach. Der Anlass war diesmal ein ganz besonderer: Ein Reiterstandbild des hl. Georg sollte eingeweiht werden. Dazu kam mit Monsignore Prof. Rüdiger Feulner sogar ein Geistlicher aus Rom.

Der ehemalige Kaplan in Scheßlitz steht seit einigen Jahren im diplomatischen Dienst des Vatikans und war maßgeblich am Besuch von Papst Benedikt XVI. in Deutschland beteiligt.
Georg Pfister lernte Feulner schon 1995 in einer Köttensdorfer Gastwirtschaft kennen und weil der Geistliche zum 65. Geburtstag Pfisters nicht kommen konnte, entschädigte er ihn mit einer "kleinen Audienz" beim Papstbesuch in Freiburg. Auch daran wurde erinnert, als Monsignore Feulner das Reiterstandbild des hl. Georg feierlich einweihte.



"In manchen Städten werden Kirchen verkauft und Kreuze abgetragen. Hier erleben wir das Gegenteil", veranschaulichte der Geistliche die Situation in Hohengüßbach. "Dieser Georg Pfister", so Feulner, stelle ein Denkmal auf, das die Zusammengehörigkeit von Heimat und Christentum unterstreiche. Überdies mache er den Ort auch um ein Kunstwerk reicher.

Weil sich der Name Georg vom griechischen geo = die Erde, das Land ableite, sei der Heilige Patron der Landwirte und ein mahnender Hinweis an alle anderen, erdverbunden zu bleiben und mit beiden Füßen auf dem Boden zu stehen, in der Gemeinschaft den Boden der Tatsachen nicht zu verlassen.

"Kein Kriecher und kein Nicker"
Beim Eintreten für das Gute und die Gerechtigkeit habe sich Georg Pfister stets als Vorbild in Sachen Zivilcourage gezeigt, meinte Feulner weiter. "Er ist kein Kriecher, kein Nicker, und redet niemanden nach dem Mund".
Beim Politiker Georg Pfister stehe die Gemeinschaft im Vordergrund. Deshalb habe er neben dem Reiterstandbild zu Ehren des heiligen Georg auch neue Namenstafeln für das Kriegerdenkmal gespendet.

Gekommen war auch der Künstler Hans-Peter Widrig, der bei der Nürnberger Bronzegießerei Lenz das Reiterstandbild gefertigt hatte. Auf den ersten Blick stehe hier vielleicht ein "komischer Heiliger", so Widrig, ohne Steigbügel und mit einem Hörnchensattel.

Dies deshalb, weil er sich bei der Darstellung an die Überlieferungen aus römischer Zeit gehalten habe; der Marmorsockel stamme aus den Steinbrüchen von Flossenbürg. Der Platz sei gut gewählt. Als Modell habe ihm sein Sohn gedient, so Widrig, der damals als Soldat in den Krieg nach Afghanistan gezogen und inzwischen wieder heil heimgekehrt sei. "Wäre er gefallen, hätte sein Abbild in Hohengüßbach gestanden." Zu guter Letzt bedankte sich Georg Pfister bei den vielen Gästen.

Mit einigen persönlichen Worten erinnerte sich Georg Pfister an Zeiten von Krankheit und Not. Das Reiterstandbild wie die Marienstatue daneben verstehe er auch als Dank für seine Genesung.

Inschrift passt zum Stifter
Mit Georg Betz und Georg Schütz waren auch zwei waschechte "Schorsch'n" bei der Einweihung in Hohengüßbach dabei. Die Verbundenheit zu ihrem Land ("Geo") ist für beide ein wichtiges Kriterium des Lebens. Vor allem die Inschrift auf dem Köcher des Heiligen finden sie "echt klasse".

Nicht mit dem Strom zu schwimmen, seien sehr gute Grundsätze für das Leben. "Was keiner wagt, das sollst du wagen. Was keiner sagt, das sollst Du sagen. Was keiner anfängt, das führt aus. Wo alle spotten, spottet nicht, wo alle mittun, steht allein" hatte der Künstler unter anderem dort verewigt. Auch deshalb, weil es, wie Hans-Peter Widrig anmerkte, so gut zum Stifter passt.

Und noch einer gestand, die Legende vom heiligen Georg, dem Drachentöter der Sage, "schon gerne verinnerlicht" zu haben: Stellvertretender Landrat Georg Bogensperger. Die Ideale von Ritterlichkeit, Mut und Tapferkeit gelte es auch heute hochzuhalten. "Es gibt leider nicht so viele Denkmale, die daran erinnern", meinte der Burg ebracher Bürgermeister. Auch deshalb sei er gerne gekommen.
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