Scheßlitz
Kirchweih

Regen reichte der Wasserwacht nicht

Über 50 Gruppen beteiligten sich bei wechselhaftem Wetter am Festzug in Scheßlitz. Mit über 750 Teilnehmern war es der größte umzug in der Stadtgeschichte.
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Es nieselte zwar, aber die Wasserwacht war für ihren Beitrug zum Umzug  auf fremde Hilfe angewiesen. Joseph Beck
Es nieselte zwar, aber die Wasserwacht war für ihren Beitrug zum Umzug auf fremde Hilfe angewiesen. Joseph Beck
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Petrus hatte ein Einsehen mit seinen Scheßlitzern, denn pünktlich zum Beginn des Kirchweihumzuges hörte es auf zu nieseln und die letzten Regenschirme wurden zusammengeklappt. Für Helga und Carmen wäre das kein Problem gewesen, da sie sowieso von ihrem Fenster an der Hauptstraße Logenplätze hatten. Was sie sahen, war der mit über 50 Wagen und über 750 Teilnehmern bisher größte Umzug, was Holger Dremel und Werner Schmutzler als Vorsitzende des Trägervereins und Veranstalter der Kerwa mit Stolz erfüllte. Er ist der Höhepunkt der Scheßlitzer Kirchweih.

Die Freiwillige Feuerwehr führte den Festzug mit dem 32 Meter langen Kirchweihbaum an. Die kleinen Musikzwerge rasselten und klapperten eifrig auf ihren Instrumenten und bildeten die Vorgruppe für das nachfolgende große Blasorchester des Musikvereins Scheßlitz. Es folgten die Trachten- und Volkstanzgruppe der Metzenhüpfer mit den Zunftzeichen, die später an den Kirchweihbaum genagelt wurden.

Der Wagen der Scheßlitzer Bauern hatte dieses Jahr "Die früheren Zeiten" als Thema. Bauernobmann Helmut Schrenker tängelte unermüdlich auf seinem Sensenblatt, während seine Frau beim Stricken den Kaffee in der Frauenrunde genoss und der Enkel selig im Kinderwagen seiner Mama schlief. Sogar einen Bauernstammtisch gab es damals noch.

Vor dem Stadtrat mit Bürgermeister Roland Kauper (CSU) wurde ein Wägelchen gezogen mit dem symbolischen Teil der alten Scheßlitzer Stadtmauer, die dieses Jahr renoviert wird. Inmitten der Gruppe aus Stadt- und Pfarrgemeinderäten marschierte auch Landrat Johann Kalb (CSU). Der Wagen des Imkervereins folgte, hatte aber seine Bienen daheim gelassen. Sie wären bei dem ganzen Trubel wahrscheinlich doch zu nervös geworden.

Tanzgruppen und Zünfte

Fröhlich hüpften und tanzten die Crazy Girls, Dream´n Dance, die Tanzsportgarde und die Dancing Queens vom TSV Scheßlitz und zeigten ihr Können. Das bewiesen aber auch die anderen Vereine und Vertreter der Zünfte wie Kaminkehrer, Zimmerleute, Bäcker und Friseure. Sie marschierten im Zug mit, verteilten Blumen, Süßigkeiten oder Bier. Da alle den Jahrhundertsommer im Kopf hatten, floss der Gerstensaft in großen Mengen. "Ich brauch - kann gar nicht mehr in die Wirtschaft", gestand ein ehrlicher Zuschauer nach dem Umzug.

Auch die Obst- und Gartenbauvereine aus Scheßlitz, Neudorf, Roschlaub-Pausdorf, Peulendorf und Ehrl mit den herrlich geschmückten Wägen, Körben und Schubkarren gaben ein farbenprächtiges Sommerbild. Dazu heiterten die Pünzentaler Musikanten und die Musikkapelle Wattendorf neben den schon erwähnten Scheßlitzer Musikanten die Stimmung auf.

Wie jedes Jahr hatten auch heuer wieder viele Scheßlitzer und Gäste aus Nah und Fern die Straßen der Stadt gesäumt und spendeten reichlich Applaus für die Zugteilnehmer. Die Umleitung des Verkehrs klappte dank der Feuerwehr ohne Probleme.

Baum stand schnell

Bestaunt wurde nach dem Umzug das Aufstellen des Kirchweihbaumes neben der Kirche. Der Stamm wird seit mehreren Jahre wieder verwendet und nur mit einer neuen Spitze gekrönt. Er wurde von etwa 40 Feuerwehrleuten unter der Regie vom Kommandant Klaus Freudensprung und Stefan Molitor fachmännisch und sicher in die Höhe gebracht.

Professionell stachen Landrat Johann Kalb, erster Bürgermeister Roland Kauper und Zweiter Bürgermeister Holger Dremel die drei Fässer mit Kirchweihbier an, ließen keinen Spritzer daneben gehen und verteilten es als Freibier unter die Gäste.

Die Metzenhüpfer drehten neben dem Kirchweihbaum einige Runden und zeigten den Zuschauern verschiedene Tänze. Darüber freuten sich auch Gaby aus Zückshut mit ihrer Tochter Susanna: "Wir sind jedes Jahr dabei und fühlen uns inmitten der Besucher richtig wohl."

Felix Weber und Gerald Och kletterten mit ihren Steigeisen auf den Baum und schraubten die Zunftzeichen an. Als letztes fixierten sie noch das Stadtwappen mit zwei weiß-gelben Kirchenfähnlein.

Anschließend verteilten sich alle schnell in die umliegenden Wirtschaften, um die Kirchweih weiter hochleben zu lassen, denn Petrus ließ nun einen kräftigen Regenschauer nieder. Der Kerwasumzug aber war gerettet.

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