Bamberg
Kriminalität

Nach Randalen im Ankerzentrum: Lange Haftstrafe für Haupttäter

Nach dem Feuer im Ankerzentrum im Dezember 2018 wurde der Haupttäter zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Auch zwei weitere Angeklagte wurden verurteilt.
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Auftakt des Prozesses vor dem Landgericht Bamberg.Symbolbild: Ruediger Kottmann
Auftakt des Prozesses vor dem Landgericht Bamberg.Symbolbild: Ruediger Kottmann

Update, 07.11.2019. Urteil gefallen - neuneinhalb Jahre Haft für Haupttäter

Wegen der Randale im Bamberger Ankerzentrum von vergangenem Dezember ist einer der Haupttäter zu neuneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht Bamberg sprach einen 23-jährigen eritreischen Asylbewerber am Donnerstag der schweren Brandstiftung, gefährlichen Körperverletzung und des Angriffs auf Vollstreckungsbeamte für schuldig.

Für den zweiten Haupttäter im Alter von 26 Jahren ordnete die Kammer die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Seine Steuerungsfähigkeit sei zur Tat in Folge einer hirnorganischen Wesensveränderung und knapp zwei Promille Alkoholgehalt im Blut aufgehoben gewesen.

Die zwei Männer seien die Hauptagitatoren gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Markus Reznik. Dank einer umfassenden Videodokumentation der Polizei in der Tatnacht seien die Straftaten gut nachzuweisen. "Die Aufnahmen lassen aber auch fassungslos werden, mit welcher sinnlosen Gewalt hier agiert wurde und in welcher Todesangst die Bewohner versucht haben, ihr Leben zu retten", sagte der Richter.

Ein dritter Angeklagter wurde wegen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte zu einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Der vierte Angeklagte wurde freigesprochen.

Die Männer aus Eritrea hatten nach Auffassung des Gerichts in der Nacht zum 11. Dezember vergangenen Jahres in der Aufnahmestation für Flüchtlinge nach einem Streit um zu laute Musik Steine und Eisenstangen auf Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes und Polizeibeamte geworfen. Danach gingen mehrere Matratzen in Flammen auf. Durch das Feuer brannten eine Wohnung und der Dachstuhl des Gebäudes aus. 15 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen erlitten Rauchgasverletzungen. Für einen Bewohner bestand laut Anklage Lebensgefahr. Insgesamt entstand ein Schaden von 135 000 Euro. Die Urteile sind teilweise noch nicht rechtskräftig.

Prozessauftakt: streit um laute Musik eskaliert

Bei der Gewalt im Ankerzentrum in Bamberg ging es nach Aussage eines Angeklagten um einen Streit wegen zu lauter Musik. Dabei sei eine Gruppe von Eritreern mit dem Sicherheitsdienst aneinandergeraten, sagte der 21-Jährige Beschuldigte am Montag zum Auftakt des Prozesses vor dem Landgericht Bamberg.

Vier Asylbewerber angeklagt

Den vier angeklagten Asylbewerbern werden besonders schwere Brandstiftung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Sie sollen im Dezember vergangenen Jahres Sicherheitsmitarbeiter und Polizeibeamte mit Pflastersteinen und Stöcken angegriffen sowie mehrere Matratzen angezündet haben, um das Gebäude in Brand zu setzen.

Er sei in das Zimmer seiner Landsleute gekommen, um ein Musikinstrument abzuholen, sagte der 21-Jährige. Dort sei eine Party im Gange gewesen. "Die Stimmung war gut, aber es war etwas laut", sagte er. Dann sei es wegen der Musik zum Streit mit dem Sicherheitsdienst gekommen. Einige der feierenden Männer hätten dann vom Treppenhaus Stöcke und Steine auf Sicherheitsmitarbeiter vor dem Haus geworfen. Er habe sich unter seinem Bett versteckt, weil er mit den Tumulten nichts zu tun haben wollte.

Ein zweiter Angeklagter sagte, dass der Streit eskaliert sei, nachdem einer der Sicherheitsmänner mit Gewalt die Etagentüre zu den Räumen der Bewohner aufgestoßen und ihm dabei einen Zahn verletzt habe.

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