Bamberg
Radverkehr

Radentscheid: Initiatoren wollen nicht mehr mit der Stadt Bamberg zusammenarbeiten

Man könnte es als Ohrfeige für die Stadt Bamberg verstehen: Nach zehn Monaten kündigen die Macher des Radentscheids die Zusammenarbeit mit der Stadt auf.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der so genannte Car Bike Port am Kranen reicht der Bürgerinitiative "Radentscheid" nicht. Sie kündigt die Zusammenarbeit mit der Stadt Bamberg auf.  Ronald Rinklef
Der so genannte Car Bike Port am Kranen reicht der Bürgerinitiative "Radentscheid" nicht. Sie kündigt die Zusammenarbeit mit der Stadt Bamberg auf. Ronald Rinklef

Wird Bamberg doch noch zur Vorzeigestadt für den Radverkehr? Vor einem Jahr waren die Hoffnungen, die sich mit dem Bürgerbegehren "Radentscheid" verbunden hatten, noch groß. Der Stadtrat hatte die Ziele des Initiative, ein weitreichendes Maßnahmenpaket für den Radverkehr in Bamberg, übernommen und damit einen drohenden Bürgerentscheid verhindert.

Doch nun macht sich Ernüchterung breit. Der beschlossene Umsetzungsprozess ist offenbar ins Stocken geraten. "Es ist bedauerlich, aber notwendig, zukünftig wieder getrennte Wege zu gehen und die Zusammenarbeit mit der Stadt Bamberg nach gut zehn Monaten wieder zu beenden." Diese Erklärung gab am Freitagmittag Christian Hader für die Initiative ab.

Grund für die Trennung sind die aus Sicht der Initiative stockende Umsetzung der Ziele. "Auf der Straße ist so gut wie nichts angekommen." Hader beklagt eine Abwehrhaltung bei den Verantwortlichen der Stadt gegenüber den selbst beschlossenen Zielen.

Besonders in der Langen Straße hätten sich "fehlender politischer Wille und Visionen" zuletzt deutlich offenbart. Dort habe man sich entgegen den Forderungen der Initiative auf eine Scheinlösung festgelegt, die den Radverkehr eher ausbremse als fördere. Die bestehenden Kurzzeitparkplätze sollen dort in Halteflächen umgewandelt werden, sagen die Anhänger des Radverkehrs. Ziel der Initiative war es, einen "Shared-Space-Bereich" zu schaffen, wie er sich beispielsweise auf der Kettenbrücke bewährt habe.

Frust macht sich bei der Initiative auch über die Zögerlichkeit breit, mit der die Stadt die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur finanziell vorantreibt: Entgegen den Festlegungen könne 2018 nicht einmal das bereits beschlossene Radverkehrsbudget von 160 000 Euro ausgegeben werden. Es fehle vor allem am Umsetzungswillen und am Personal.

Was bedeutet das "Aus" der Zusammenarbeit der Initiative und der Stadt? Hört man die Radentscheid-Leute, dann werden sie den Arbeitsgruppen, Fahrradforen und runden Tischen den Rücken kehren. Statt dessen kündigte die Initiative Radentscheid an, die politischen Ziele "mit kreativen Aktionen auf der Straße" voranzutreiben.

Wie reagiert die Stadt Bamberg auf die Kündigung der Zusammenarbeit der Initiative? Auf welche Erfolge kann sie verweisen? Und hat der Ausstieg möglicherweise Auswirkungen auf den Ausgang des Bürgerentscheids am 18. November? Mehr dazu erfahren Sie hierim Premiumbereich von infranken.de



Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren