Bamberg
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Public Viewing in Bamberg: noch keine Alternative zum Maxplatz

Bei der Fußball-WM 2014 könnte Bambergs "gute Stube" nochmals zur Fanmeile werden. Der Stadtrat berät am Mittwoch über einen Kompromissvorschlag der Verwaltung. Die hofft mittelfristig auf eine geeignete Fläche in Bamberg-Ost.
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Wenn die Basketballer um den Meistertitel spielen und die National-Elf bei einer Weltmeisterschaft war der Maxplatz jedes Mal das Ziel tausender Fans. Foto:  Ronald Rinklef/Archiv
Wenn die Basketballer um den Meistertitel spielen und die National-Elf bei einer Weltmeisterschaft war der Maxplatz jedes Mal das Ziel tausender Fans. Foto: Ronald Rinklef/Archiv
Volkspark, Brose-Arena mit Umfeld, Jahnwiese - keine der drei Örtlichkeiten ist eine Alternative zum Maxplatz als potenzielle Fanmeile.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Expertenrunde, die auf Initiative der Stadtverwaltung nach anderen geeigneten Flächen für Live-Übertragungen von Fußball- und Basketballspielen suchte. Und weil Konversionsflächen im Osten der Stadt noch nicht zur Verfügung stehen, sieht es knapp zwölf Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft ganz danach aus, dass sich die Fans des Public Viewing im Juni und Juli wieder in Bambergs "guter Stube" treffen werden.
Die Entscheidung obliegt am Mittwoch den Stadträten. Es ist ein heißes Eisen, das sie in der vorletzten Vollsitzung ihrer Amtszeit (ab 14.30 Uhr im Spiegelsaal der Harmonie am Schillerplatz) anpacken müssen.

Sie werden es auch diesmal nicht allen recht machen können, ganz egal, wie sie sich entscheiden.
Befürworten sie den Antrag des Funkhauses Bamberg, das zwischen 16. Juni und 13. Juli wieder die WM-Spiele mit deutscher Beteiligung live auf einem Großbildschirm am Maxplatz zeigen möchte, droht Ärger mit den Anwohnern und anderen Innenstadtbewohnern, die von Spätheimkehrern in ihrer Nachtruhe gestört werden könnten. Spricht sich der Stadtrat gegen die Fanmeile auf dem Maxplatz aus, scheint der Protest von Tausenden gewiss, die jetzt schon dem Gemeinschaftserlebnis entgegen fiebern.

Die Zeit drängt

Weil die Zeit drängt und der Veranstalter Planungssicherheit braucht, empfiehlt die Stadtverwaltung der Politik, das Public Viewing wieder im Herzen der Stadt zu gestatten - unter zahlreichen Auflagen. Konkret geht es um drei bis vier Übertragungen; je nachdem, wie weit die deutsche Elf in Brasilien kommt. Und es geht um die entscheidenden Finalspiele der Brose Baskets Bamberg, die zur gleichen Zeit ihren Titel als Deutsche Meister verteidigen müssen. Kommen sie in die finalen Play-Offs, sollen auch diese Spiele auf dem Maxplatz zu sehen sein.

Rückendeckung darf der Stadtrat aus Berlin erwarten.Nach Rathaus-Angaben bereitet die Bundesregierung eine Verordnung vor, die - wie schon bei den letzten Fußball-Weltmeisterschaften - den Lärmschutz bei öffentlichen Fernsehdarbietungen im Freien regelt und großzügig auslegt. Die Verordnung wird laut Pressesprecherin Ulrike Siebenhaar den Spielraum der Gemeinden deutlich erhöhen. Den werden sie auch brauchen, denn wegen der Zeitverschiebung beginnen einige Spiele erst um 22 Uhr deutscher Zeit. Im Fall einer Verlängerung und eines anschließenden Elfmeterschießens könnten diese Begegnungen bis 0.30 Uhr dauern.

Veranstaltungsfläche auf dem Konversionsgelände ?

Stimmen die Stadträte dem Verwaltungsvorschlag zu, erteilen sie den beteiligten kommunalen Ämtern zugleich den Auftrag, weiter nach Alternativen zum Maxplatz zu suchen. Geprüft werden soll die mittelfristige Realisierung einer Open-Air-Veranstaltungsfläche auf dem Konversionsgelände in Bamberg-Ost. Bekanntlich wird auch ein Platz für Plärrer und Zirkusgastspiele gebraucht.

Mischa Salzmann, der Geschäftsführer des Funkhauses Bamberg, hofft auf eine sachliche Debatte am Mittwoch und eine Entscheidung für Live-Übertragungen auf dem Maxplatz. Er warnt: "Wenn es keine Fanmeile gibt, wird es schlimmer werden als mit!"

Die Auflagen an den Veranstalter reichen vom Bereitstellen von Ordnern und Sicherheitskräften in ausreichender Zahl über Einlasskontrollen, damit niemand Flaschen oder lärmende Tröten mitbringt, bis zur Überwachung von Rosen- und Zwerggasse noch 60 Minuten nach Veranstaltungsende. So soll das Wildpinkeln in den kleinen Straßen unterbunden werden.

Großveranstaltungen in der Innenstadt heftig diskutiert

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, als das Für und Wider von Großveranstaltungen in der Innenstadt und den damit verbundenen Randerscheinungen heftig diskutiert wurde. Wochen lang schien kein anderes Thema die Menschen mehr zu bewegen.

Um die Debatte zu versachlichen und belastbare Fakten zu gewinnen, hatte die Mediengruppe Oberfranken damals eine repräsentative wissenschaftlich fundierte Umfrage in Auftrag gegeben. Sie ergab, dass 75 Prozent von 1107 Bürgern sich nicht negativ durch Innenstadt-Events beeinflusst fühlen.

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