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Auktion

Psychospielchen bei der Holzversteigerung in Litzendorf

Über 1100 Festmeter Nadelholz wurden in Litzendorf versteigert. Aus dem Staatswald wurde heuer etwa so viel Holz wie im Vorjahr geschlagen, aus dem Privatwald kam allerdings weniger. Fränkisches Holz ist über die bayerischen Grenzen hinweg begehrt.
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Die Holzstämme liegen für die Bieter zum Anschauen bereit. Bildnachweis: Symbolfoto
Die Holzstämme liegen für die Bieter zum Anschauen bereit. Bildnachweis: Symbolfoto
Große, matschbespritzte Autos, Forst-Aufkleber, dunkelgrüne Walk- oder Fleecejacken, Hüte... - das sind keine Klischees, sondern Merkmale dafür, dass wieder einmal die Wertholzversteigerung im Pfarrheim in Litzendorf stattfindet.

Über 70 Mann - und die eine oder andere Frau unter ihnen - verfolgten am Mittwochmittag wie auf Festmeter für Festmeter geboten wurde. Douglasie, Fichte, Kiefer, Lärche - insgesamt wurden an die 1300 Kubikmeter Wertholz versteigert. Unter den Nadelhölzern sind das rund 130 Kubikmeter Fichte und 150 Kubikmeter vom Douglasienholz. Circa 600 Kubikmeter Kiefernholz dominieren zwar die Menge unter den Holzsorten, werden aber in Anzahl der Losen von der Lärche überboten. 420 Kubikmeter Lärchenholz wurden am Montag in 78 Losen an die Holzhändler versteigert.

"Überraschungen gab es eigentlich keine", sagte Daniel Steuer vom Forstbetrieb Ebrach.
Er hatte aber direkt im Anschluss an die Versteigerung das Gefühl, dass auf zwei Holzarten in diesem Jahr besonders gut geboten wurde: "Versteigert werden eigentlich alle Hölzer, aber vom Gefühl her ist auf Kiefer und Douglasie mehr als im Vorjahr geboten worden." Konrad Schneider vom Forstbetrieb Forchheim kann diesen Eindruck bestätigen: "Immer mehr nachgefragt und gut beboten wird die Baumart Douglasie." Und auch die Kiefer legte mit einem Durchschnittserlös von 174 Euro pro Festmeter kräftig zu (2014: 152 Euro/fm). Der Durchschnittspreis über alle Baumarten lag mit 213 Euro pro Festmeter deutlich über dem Niveau des Vorjahres und übertraf sogar das Spitzenergebnis aus dem Jahr 2012. Nur Lärche tendierte bei einem deutlich größeren Angebot leicht rückläufig.


Losverzeichnis als Wunschzettel

Einer der Bieter war ganz erpicht auf bestimmte Schnitte der Lärche. Jeden einzelnen Stamm hat der Mann sich im Voraus angeschaut und genau kategorisiert. Ein Kreuzchen, oder sogar zwei bis drei, dazu noch verschiedene Leuchtstift-Farben - je deutlicher ein Los in dem offiziellen Verzeichnis von ihm hinterlegt wurde, desto größer war sein "Haben-Wille". Die Stämme liegen bis zur Versteigerung auf den zwei Lagerplätzen Strullendorf und Salzweg. Bei der Versteigerung selbst ging es dann ruckzuck, rechts, links, in Fünfer-Schritten, so schnell die Zahl ohne Stotterer ausgesprochen werden konnte, wurden da die Lose an den Mann gebracht.

"Im Staatswald erhielten 21 Bieter Zuschläge, aber circa 30 Bieter waren im Raum und haben versucht Holz zu ersteigern", sagte Schneider. Mitbieten erfordert nicht nur das nötige Budget, sondern gehievtes "den-Preis-in-die-Höhe-treiben" bei Losen, die einen eigentlich gar nicht so interessieren, damit die Konkurrenz schon einmal Geld ausgibt. Das zumindest verriet der Bieter nebenan - und wendete seine Strategie beim nächsten Lärchenlos gleich wieder selbst an.

Über die Gründe warum aus den Privatwäldern nicht mehr so viel Holz kommt, kann Schneider nur spekulieren, "aber derzeit ist es wohl für Privatleute wenig sinnvoll Holz zu Geld zu machen und dieses auf die Bank zu legen", sagte er.

Wie gewohnt wurden zu Beginn des neuen Schnittjahres auch die Laubhölzer versteigert. Mit 397 Festmetern Laubholz wurden 2015 auf dem Lagerplatz in Strullendorf etwa 40 Festmeter mehr, als im Vorjahr, angeboten. Mit einem Verkaufsanteil von 97 Prozent der aufgelegten Hölzer bleiben in diesem Jahr nur einige Ahorne, Birken und Wildbirnen für den Freihandverkauf zurück. Der durchschnittliche Erlös der Laubhölzer lag 2015 bei circa 288 Euro pro Festmeter, zwei Euro unter dem Wert 2014.

Bis zum 31. März müssen die neuen Besitzer ihre ersteigerten Holzstämme entrinden oder an den Lagerplätzen abholen. Einige fränkische Hölzer werden bis nach Bochum gebracht.
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