Bamberg
Restaurierung

Prunkvoll umrahmte Rosen

Gemalte Säulen und Fensterbekrönungen: Die Fassade der Neuen Residenz im Rosengarten wird erneuert. Insgesamt kostet die Instandsetzung 21 Millionen Euro.
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Die Besucher im Rosengarten betrachten die zwei Gestaltungsentwürfe für die Fassade der Neuen Residenz. Foto: Sebastian Schanz
Die Besucher im Rosengarten betrachten die zwei Gestaltungsentwürfe für die Fassade der Neuen Residenz. Foto: Sebastian Schanz
Die Blicke der Besucher im Bamberger Rosengarten zieht es derzeit nicht nur auf die gelben, rosafarbenen und weißen Blüten, sondern zur Fassade der Neuen Residenz. Denn hier sind zwei verschiedene Anstriche zu sehen. Eine Vergleichsmöglichkeit, um der ursprünglichen Gestaltung möglichst nahe zu kommen. Heimatminister und oberster Hausherr Albert Füracker (CSU) spricht von einem "besonderen Highlight der Fassadengestaltung".
Bei Besuchern sorgen die beiden Optionen unweigerlich für Stildiskussionen. "Mir gefällt die dunkle Seite besser, weil sie ausdrucksstärker ist", sagt Touristin Ingrid Herrling. Ihr Mann favorisiert die hellere: "Hier kommen die Konturen der gemalten Stilelemente besser zur Geltung", meint Carol. "Außerdem wirkt diese Variante freundlicher." Als Verbesserung zum aktuellen Anstrich werten die beiden Besucher aber beide Optionen.
Während die Touristen noch darüber diskutieren, welche Farbgebung nun die schönere ist, haben sich die Planer bereits entschieden - für die dunklere. Schon jetzt wird deutlich: Die Fassade wird prunkvoller. Mit gemalten Säulen in zwei Ausarbeitungen im Wechsel sowie Fensterbekrönungen mit runden und eckigen Giebeln. "Es handelt sich um eine typisch barocke Gestaltung", erklärt Rolf Kriesten, Diplomrestaurator vom federführenden Büro Harald Spitzner. Prägend wird auch die neue Farbe sein: Dunkler als die bisherige soll sie werden, eher ins Beige neigend, ähnlich dem Ton, der derzeit die Fensterrahmen ziert.
Damit soll die Fassade wieder so erstrahlen, wie im 18. Jahrhundert - bevor in den 1970er-Jahren ein neuer Putz aufgebracht wurde und die alten Bemalungen verschwunden sind. "Damals sind die Reste der alten Gestaltung leider verloren gegangen", sagt Kriesten. Doch Fotos und schriftliche Quellen hätten gute Hinweise auf die ursprüngliche Ausführung gegeben. "Die aufwendige und differenzierte Gestaltung der Fassaden soll auf Grundlage umfassender Untersuchungen wiederherstellt werden", erklärt Horst Wolf, Sprecher des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, denn oberster Hausherr ist letztlich Staatsminister Albert Füracker als Chef der Schlösserverwaltung und Nachfolger von Ministerpräsident Markus Söder.


Gemalte Giebel

Um die Varianten an Ort und Stelle zu begutachten, wurden zwei Firmen mit zwei Ausarbeitungen beauftragt, es entstanden also die beiden Fassadenabschnitte. "Im Garten sichtbare Musterachsen waren ein wichtiger Bestandteil bei der Annäherung an ein authentisches, barockes Erscheinungsbild", so das Ministerium. Vom Domplatz aus gesehen, sind die Säulen und Giebel noch in realer Form zu bewundern. Sozusagen dreidimensional. Vom Rosengarten aus waren die Elemente auch früher schon nur malerisch verwirklicht. Die Dreiecksgiebel wechseln sich Fenster für Fenster mit runden Giebeln ab - so wie in der barocken Gestaltung typisch.
Derzeit arbeiten die Restauratoren daran, den Untergrund vorzubereiten, damit die detailreichen Gestaltungen an der Fassade beginnen können. Ende 2019 sollen die kompletten Außenarbeiten dann abgeschlossen sein. Die Bauleitung hat das Staatliche Bauamt Bamberg inne.


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