Bamberg
Ermittlungen

Polizei geht von rechten Schlägern in Bamberg aus

Samstagnacht ist es zu einem größeren Polizeieinsatz in der Sandstraße in Bamberg gekommen. Im Internet kursieren Gerüchte, dass Neonazis "linke" Passanten angegriffen hätten. Laut Polizei sollen rechtsgerichtete Äußerungen gefallen sein.
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Was ist Samstagnacht wirklich passiert? In den Sozialen Medien ist die Rede von einem Angriff teilweise "vermummter Nazis". Die Polizei bestätigt das nicht, jedoch dass Beteiligte an einer Rangelei wohl dem rechtsgerichteten Spektrum angehören.  Symbolfoto: Christopher Schulz
Was ist Samstagnacht wirklich passiert? In den Sozialen Medien ist die Rede von einem Angriff teilweise "vermummter Nazis". Die Polizei bestätigt das nicht, jedoch dass Beteiligte an einer Rangelei wohl dem rechtsgerichteten Spektrum angehören. Symbolfoto: Christopher Schulz
Die nächtlichen Auseinandersetzungen in der Bamberger Innenstadt am Samstag beschäftigen weiterhin die Kriminalpolizei Bamberg. Laut Jürgen Stadter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, konzentrieren sich die Ermittlungen auf einen Vorfall, an der mehrere Personen in der Oberen Sandstraße beteiligt gewesen sein sollen. Gegen 3 Uhr morgens soll es hierbei zwischen Rechten und Linken zu einer Rangelei gekommen sein, 25 Personen sollen laut einer ersten Meldung beteiligt gewesen sein.

In der Nacht zum Sonntag war ein massives Polizeiaufgebot in der Altstadt zu sehen. In der Oberen Sandstraße sollen zwei Polizeibusse gestanden, zwei Fahrzeuge sollen sich im Bereich der Oberen Brücke befunden haben. Auch im Bereich Kranen wurden zwei weitere Einsatzwagen gesichtet.

Glimpflich abgelaufen

"Ob genau 25 Personen unmittelbar beteiligt waren, ist noch unklar", sagte Stadter gestern. Inwieweit wie viele Rechte oder Linke darunter gewesen sein könnten, sei Gegenstand der Ermittlungen. Klar scheint, dass eine der beteiligten Gruppierungen rechtsgerichtet ist. Die Hinweise seien da: Es sei die ein oder andere entsprechende Äußerung gefallen, bestätigt Stadter, ohne konkreter zu werden.

In den Sozialen Medien ist die Rede von einem Angriff teilweise "vermummter Nazis", die von der Unteren Brücke bis in die Sandstraße gezogen sein sollen und dabei wahllos Passanten als "links" identifizierten und diese angegriffen hätten. Eine Augenzeugin will gesehen haben, dass eine aggressiv wirkende Gruppe aus Richtung Lange Straße in die Sandstraße unterwegs war. Von Vermummung war dabei allerdings nicht die Rede. Auch die Polizei spricht nicht von vermummten Personen.

Zum Tathergang kursieren unterschiedliche Versionen. Unter anderem will ein Zeuge des Vorfalls rechtsradikale Parolen aus einer Gruppe vernommen haben, die aus fünf bis sechs Personen bestanden habe. Diese hätten ihre Kontrahenten provoziert und seien dann auf zwei junge Männer losgegangen.

Ein Mädchen, das dazwischengegangen sei, soll daraufhin angegriffen worden sein. Das Mädchen erlitt dadurch eine Schürfwunde am Kopf. Das bestätigt auch die Polizei. Gerüchte, dass die junge Frau bei der Attacke am Boden liegend getreten worden sein soll, hingegen nicht. Weitere Verletzungen bei anderen Personen seien nicht bekannt. Ins Klinikum musste laut Polizeiangaben niemand gebracht werden.

Entgegen der Aussagen, in denen Rechte als Angreifer genannt werden, ist laut Polizei noch unklar, wer letztlich die "Ursache der Auseinandersetzung gesetzt hat". Weitere Ermittlungen zum Hintergrund laufen. Möglicherweise war es bereits vor dem Vorfall in der Oberen Sandstraße zu einer Rangelei zwischen zwei Gruppierungen gekommen.

Die Kripo Bamberg bittet um Hinweise unter 0951/9129491.


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