Buttenheim
Konzept

Pläne fürs Levi-Strauss-Museum

Im Levi-Strauss-Geburtshaus in Buttenheim stehen einige Veränderungen an.
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Museumsleiterin Tanja Roppelt erklärt Bürgermeister Karmann die Pläne für den Kinosaal.Fotos: Andrea Spörlein
Museumsleiterin Tanja Roppelt erklärt Bürgermeister Karmann die Pläne für den Kinosaal.Fotos: Andrea Spörlein
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Das Levi-Strauss-Museum in Buttenheim, das Geburtshaus des wohl bekanntesten Buttenheimer Bürgers, erfreut sich bei in- und ausländischen Gästen großer Beliebtheit. Zahlreiche Auszeichnungen für das Museum und kontinuierlich steigende Besucherzahlen belegen dies anschaulich.

Im Herbst 1987 hatte der Buttenheimer Gemeinderat beschlossen das Anwesen Marktstraße 33, das Geburtshaus des Firmengründers der weltweit bekannten Levi Strauss Company, zu kaufen. Ab 1992 wurde das stark baufällige Gebäude saniert. Die Eröffnung des Museums erfolgte im Herbst 2000.
Im Vordergrund der aufwendigen Sanierung stand das Ziel das Haus an sich als wichtigstes Ausstellungsstück für die Besucher erlebbar zu machen. Der 1829 als Löb Strauss geborene Sohn einer jüdischen Hausiererfamilie lebte mit seinen Eltern und seinen sechs Geschwistern im Erdgeschoss. Das ursprünglich eingeschossige Fachwerkhaus von 1687 mit dem giebelständigen Satteldachbau war 1733 aufgestockt worden.


Technik in die Jahre gekommen

2011 konnte das Nebengebäude Marktstraße 31 als Erweiterungsbau des Museums in Betrieb genommen werden, sodass man jetzt über Sonderausstellungs- und Veranstaltungsräume sowie über eine Cafeteria und einen Museumsshop zur Verfügung stehen.
Mittlerweile ist die Museumstechnik in die Jahre gekommen und die Museumsleitung hat schon länger über eine Erweiterung der Ausstellung um die Thematik Werbung beziehungsweise Merchandising nachgedacht. Das Atelier Hackel aus München erarbeitete im letzten Jahr ein Gestaltungskonzept zur Überarbeitung der Dauerausstellung.

In diesem Zusammenhang wurde angeregt die bisherige Ausstellung durch ein neues Beleuchtungs- und Medienkonzept aufzuwerten. Insbesondere die Medientechnik ist dringend auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen. Darüber hinaus sollte der Audio-Guide angepasst und erweitert sowie die englische Version verbessert und eine italienische Sprachversion produziert werden. Für Museumsleiterin Tanja Roppelt ist es nun möglich aktuelle Forschungsergebnisse in die Dauerausstellung zu integrierten. Zurzeit wird gerade die Hausgeschichte neu aufgearbeitet.


Mehr Kinoatmosphäre

Das Kino unter dem Dach, im Augenblick noch der Abschluss des Rundgangs, soll zukünftig durch eine dunkelblaue Wandbespannung mit Werbeplakaten und Bänken mit Lehnen mehr "Kinoatmosphäre" erhalten. Ob nun die gezeigten Filme zum Bestandteil der Erweiterungsthematik "Werbung" werden oder weiterhin ein Raum zum Anschauen von Filmen bleibt, wird sich zeigen.
Die Erweiterung der Dauerausstellung um den Themenkomplex "Levi's Comeback, Marketing und Werbung" soll im Dachgeschoss des Geburtshauses des Firmengründers entstehen. Von dort geht es dann weiter im Übergang bis zum sich anschließenden Raum im Neubau. Dort können dann auch die zahlreichen originellen Werbegeschenke der Company und ein Teil der Werbeplakate aus dem Museumsarchiv ihren Platz finden.
Für die geplanten Maßnahmen wurden vom Atelier Hackel Kosten von rund 200 000 Euro berechnet. Der Markt Buttenheim hat für dieses Projekt mittlerweile Zuschüsse bei der Oberfrankenstiftung, beim Kulturfonds Bayern und im Rahmen der Leader-Förderung beantragt. Große Unterstützung bekam das Levi-Strauss-Museum für das neue Konzept auch durch die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern. Neben der fachlichen Beratung wurde eine finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. Für die Marktgemeinde Buttenheim verbleiben rund 20 000 Euro an Kosten für die Umsetzung.

Der Gemeinderat hat die Mittel bereits bewilligt und noch in diesem Jahr soll mit den Umbauarbeiten begonnen werden. Für Buttenheims Bürgermeister Michael Karmann (ZWdG/CSU) ist es wichtig das Museum weiter für breite Besucherschichten attraktiver zu gestalten und nicht nur den Standard zu halten. Dankbar ist er auch für die Unterstützung durch die Levi Strauss Company, zeigt es doch, dass man dort die Arbeit von Tanja Roppelt und ihrem Team sehr schätzt.


Seltene Exponate

Über die guten Kontakte mit der Konzernzentrale bekommt das Museum auch immer wieder tolle Exponate aus San Francisco geschickt. So etwa die "Levi's und Jordan Flight Collection". Die streng limitierte und mittlerweile ausverkaufte Kombination spiegelt die Zusammenarbeit zweier amerikanischen Legenden wieder: Levi's und Michael Jordan. Der Air Jordan IV Sneaker wurde aus authentischem Levi's Denim hergestellt. Er weist die typischen Markenzeichen, das "Two Horse Brand" von Levi's und den "Jumpman" von Jordan auf. Passend dazu entstand die Jeansjacke, mit der klassischen Silhouette des Levi's Trucker Jacket, kombiniert einer Rückseite aus dem gleichen Material wie die Trainingsanzüge von Michael Jordan. Beide Stücke können ab sofort im Buttenheimer Museum in einer Vitrine bestaunt werden.
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