Burgebrach
Projekt

Pfarrgarten gehört bald den Bürgern

In Burgebrachs Ortskern hat sich hinter einer abgerissenen Mauer ein wahres Kleinod entwickeln können.
Artikel drucken Artikel einbetten
So präsentieren sich das Burgebracher Pfarrhaus und der nun öffentliche Pfarrgarten dieser Tage.Markt Burgebrach
So präsentieren sich das Burgebracher Pfarrhaus und der nun öffentliche Pfarrgarten dieser Tage.Markt Burgebrach
+10 Bilder

Jahrzehntelang hat Johannes Maciejonczk nicht so recht gewusst, was sich da hinter der großen Mauer in der Ampferbacher Straße tut. Der Pfarrgarten war für die Bevölkerung tabu. Als er älter wurde, hat der Burgebracher mitbekommen, dass hier mal der Garten des Pfarrers war und auch als solcher genutzt wurde. Als Kommunalpolitiker hat er dann weiteren Einblick gewonnen und entdeckt, dass sich an dieser schönen, zentralen Stelle eigentlich nur ein paar versiegelte Flächen und Büsche befanden. 4000 Quadratmeter in bester Lage - zu schade, um nicht genutzt zu werden, dachte er sich. Als er vor gut fünf Jahren das Bürgermeister amt antrat, hatte er eine Idee.

Nun sieht der 37-Jährige, sie ist in Kürze Realität: Die Mauer ist weg und die Bürger können den parkähnlichen, neugestalteten Pfarrgarten nutzen. Weil Maciejonczyk bei Pfarrer Bernhard Friedmann Unterstützung gefunden hatte; und zwar in einer Phase, in der sich abzeichnete, dass das historische Pfarrhaus saniert werden muss. Bislang wohnt der Geistliche in einer regulären Wohnung.

Seit Mitte der 1976 laufen in Burgebrach Maßnahmen der Städtebauförderung, etliches davon im Ortskern. So sah der Bürgermeister Chancen für eine Förderung auch an dieser Stelle. "Mit der Kirche waren wir uns schnell einig." So wird der Platz der Marktgemeinde in Erbbaurecht zur Verfügung gestellt. Für die rund 500 000 Euro teuere Neugestaltung fließen gut 300 000 Förder-Euro.

Pfarrer Friedmann ist froh, dass sich die Kirche nicht mehr um die große Fläche kümmern muss. Denn die Pflege übernimmt der marktgemeindliche Bauhof. Logisch, denn die Bürger gewinnen im Ortskern zusätzliche Lebens- und Aufenthaltsqualität. Die Fläche soll von möglichst vielen und für Veranstaltungen genutzt werden, so das Ziel. "Es wird sich entwickeln", meint Maciejonczyk.

Leute begeistert

Wie kommt das Projekt an? Eine 79-Jährige, die seit 59 Jahren in Burgebrach lebt, findet: "Der Garten wird sehr, sehr schön." Bei verschiedenen Anlässen hat sie früher gemeinsam mit ihrem Ehemann im Pfarrgarten geholfen. Diplomatisch berichtet sie, dass der Garten lange doch sehr "naturbelassen" gewesen sei. Dass er nun neu gestaltet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, begrüßt nicht nur sie. "Das gefällt den Leuten, ich denke, sie sind begeistert", schildert sie ihre Eindrücke.

Pfarrer Bernhard Friedmann, der im Oktober in sein Domizil im frisch sanierten Pfarrhaus wechseln wird, begrüßt das Projekt gleichfalls. "Wir sind dankbar, dass die Gemeinde das Grundstück auf 50 Jahre gepachtet hat." Über Jahre sei auf der Fläche nichts geschehen. Mit Ausnahme dessen, dass Flüchtlinge versuchten, Kartoffel anzubauen. Was jedoch von eher mäßigem Erfolg beschieden war. Auf Nachfrage gab Friedmann zu verstehen, dass er durchaus vorhabe, sich in den Pfarrgarten zu setzen, "wenn ich mal Zeit habe".

Die Zeit drängt für die Landschaftsgärtner, Azubi Max Hartmann und Firmen-Kollegen, die ihre Arbeit auf der großen Fläche bis zur Eröffnung am 7. September erledigt haben müssen. Im kreisrunden Zentrum des Gartens wird ein Brunnen die Blicke auf sich ziehen.

Ortskern soll barrierefrei sein

Schon jetzt verbreiten Rosen ihren Duft. Eine Mischung aus Hochstamm- und Niederstammobstbäumen wird in Zukunft mit seinen Früchten zu optischen und kulinarischen Genüssen beitragen. In sattem Grün atmet der Platz schon jetzt Natur. Dank einer sanft ansteigenden gepflasterten Rampe ist das Areal mit Kinderwagen, Rollator und Rollstuhl gut zu erreichen. "Wir wollen den gesamten Ortskern barrierefrei haben", führt der Bürgermeister dazu aus. "Endspurt, gell?", fragt er die fleißigen Handwerker.

Die Eröffnung

Der Pfarrgarten in der Ampferbacher Straße wird am Samstag, 7. September, offiziell eröffnet. Das beginnt mit einem Festgottesdienst mit Generalvikar Georg Kestel um 16 Uhr in St. Vitus. Im Anschluss zieht ein Festzug mit Vereinsabordnungen zum Pfarrhaus, ab 18 Uhr lädt die Gemeinde zum Pfarrgartenfest, ab 20 Uhr wird das Ensemble Garten/Pfarrhaus illuminiert.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren