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Bamberg
Glaube

Persönliches Gebet in Kirchen ist erlaubt

Was darf man am Palmsonntag, in der Karwoche und zu Ostern ohne öffentliche Feiern tun? Was muss unterlassen werden? Wir fragten nach.
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Auch und gerade in der Corona-Krise dürfen Kerzen in den Kirchen angezündet werden.  Foto: Marion Krüger-Hundrup
Auch und gerade in der Corona-Krise dürfen Kerzen in den Kirchen angezündet werden. Foto: Marion Krüger-Hundrup

Palmsonntag, Karwoche, Ostern: Diese sogenannte "Heilige Woche" ist im Verlauf des Kirchenjahres der Höhepunkt an liturgischen Feiern schlechthin. Viele Bräuche und Traditionen sind damit verbunden. Doch in diesem Jahr der Corona-Krise ist alles anders. Versammlungsverbote und Ausgangsbeschränkungen bestimmen das öffentliche Leben.

Was dürfen wir?

Für Christen, die die stillen Tage und das Osterfest dennoch gläubig und geistig-geistlich gestalten wollen, stellen sich die Fragen: "Was dürfen wir? Was müssen wir unterlassen?"

Nach Auskunft der Polizei Bamberg-Stadt gilt unverändert, dass Einzelne die nach wie vor offenen Kirchen aufsuchen dürfen. Die Servicestelle der bayerischen Staatsregierung in München ergänzt, dass "niemand etwas dagegen hat, wenn persönlich gebetet und eine Kerze angezündet wird". Es sei auch "okay", wenn gesegnete Palmzweige zum Abholen ausgelegt werden.

Auch individuelle Kreuzverehrung in der Kirche am Karfreitag sei erlaubt. Allerdings "muss jemand Sorge dafür tragen, dass es nicht zum Pulk kommt", hieß es aus der Servicestelle. "Menschenansammlungen vor und in der Kirche sind untersagt."

Das Erzbistum Bamberg empfiehlt allerdings strengere Maßnahmen. So rät Erzbischof Ludwig Schick in einem Brief an die Pfarrer und an die pastoralen Mitarbeiter dringend davon ab, gesegnete Palmzweige zum Mitnehmen in den Kirchen anzubieten. Auch das individuelle Entzünden von Osterlichtern an der Osterkerze "soll wegen der Ansteckungsgefahr bei der Übergabe unterbleiben", wie Harry Luck, Pressesprecher des Erzbistums, aus dem bischöflichen Brief zitiert.

Mindestabstand

Üblicherweise setzen Kinder und größere Ministranten am Karfreitag, wenn die Kirchenglocken schweigen, die Ratschen in Gang. Das Erzbistum rät nun von der Verwendung der Karfreitagsratschen auf den Straßen ab, "weil der nötige Mindestabstand bei Kindern nicht sicher gewährleistet werden kann", so Harry Luck. Ratschen sei jedoch vom Balkon oder aus dem Fenster zu den ortsüblichen Zeiten möglich: "Es kann zum Beispiel über eine WhatsApp-Gruppe organisiert werden", regt der Pressesprecher an.

Die Bistumsleitung habe aber keine Einwände, wenn vor Ort in Absprache mit den zuständigen Behörden eine andere Regelung in den genannten Besonderheiten in der Karwoche und zu Ostern getroffen werde.

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