Bamberg
Jetzt im Kino

Perfekte Animation, etwas Herz-Schmerz und sinnbefreites Geballere

Welche Filme man in fränkischen Lichtspielhäusern anschauen sollte - und auf welche man verzichten kann.
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In "Der König der Löwen" wirkt alles unfassbar echt.  Foto: Disney/dpa
In "Der König der Löwen" wirkt alles unfassbar echt. Foto: Disney/dpa

Der König der Löwen: Die Geschichte um den kleinen Löwen Simba ist spätestens seit dem Zeichentrickfilm von 1994 und dem Musical bekannt. Dennoch hat sich Disney jetzt erneut darüber her gemacht - und lässt die Geschichte weitgehend unberührt. Neu und spektakulär ist aber die Animation, in der bis hin zum kleinsten Detail alles unfassbar real und wie eine preisgekrönte Naturdokumentation wirkt. Wer dem "König der Löwen" auf einer großen Leinwand huldigen kann, sollte das unbedingt machen. FSK: 6, Länge 90 Minuten.

Yesterday: Ein globaler Stromausfall schreibt teilweise die Geschichte der Menschheit um. Die Beatles und deren Musik hat es nie gegeben und nur der mittelmäßig begabte Musiker Jack Malik (Himish Patel) kann sich an sie erinnert. Jack ergreift die Chance und startet mit den Songs der Beatles, die fortan seine eigenen sind, in der Musikbranche durch. "Yesterday" ist ein witziger Film, der so gut unterhält, dass man ihm die fehlende Auflösung gerne nachsieht. FSK ohne Altersbeschränkung, Länge 120 Minuten.

Drei Schritte zu Dir: Nicht noch ein Film, der sich mit schwerkranken Jugendlichen beschäftigt! Ist denn mit "Der Schicksal ist ein mieser Verräter" nicht schon alles erzählt? Offenbar nicht, denn "Drei Schritte zu Dir" nimmt dieses Thema wieder auf. Die 17-jährige Stelle (Haley Lu Richardson) ist an Mukoviszidose erkrankt, wartet auf eine Spenderlunge und ist immer wieder im Krankenhaus. Zu ihr und ihrem besten Freund, dem ebenfalls kranken Poe (Moises Arias), gesellt sich Will (Cole Sprouse). Es kommt wie es kommen muss, Haley und Will verlieben sich. Erstaunlicherweise hält sich der Kitsch in Grenzen, was nicht daran liegt, dass die beiden immer sechs Fuß Abstand zueinander halten müssen. "Drei Schritte zu Dir" ist nette Coming-of-Age-Unterhaltung und so ganz nebenbei kostenlose Werbung für Apple. FSK 6, Länge 116 Minuten.

Fast & Furious 9: Ein meist sinnbefreites Ballerabenteuer, gemischt mit Superhelden erwartet den Zuschauer in "Hobbs & Shaw", einem Spin-Off von "Fast & Furious". Meist vor der Kulisse eines regnerischen London spielend, muss die Menschheit vor einem Virus gerettet werden. Doch die gelegentlich witzigen Dialoge und der technisch veränderte Fiesling Brixton (Idris Elba), der gegen den DSS-Agenten Luke Hobbs (Dwayne Johnson), den ehemaligen Elitesoldaten Deckard Shaw (Jason Statham) und dessen Schwester Hattie (Vanessa Kirby) kämpft, helfen nicht darüber hinweg, dass der Film vor Ungereimtheiten strotzt. Natürlich reißt sich der Superheld nicht die Handflächen auf, wenn er sich von einem Hochhaus abseilt und natürlich kann er einen Hubschrauber mit bloßen Händen am Wegfliegen hindern. Da ist es schon egal, dass man über die trockene Millennium-Bridge in London kaum rennen kann, ohne auszurutschen, geschweige denn über eine regennasse und ein roter Bus der Linie 4 mehrfach an verschiedenen Plätzen auftaucht. Während man bedauert, dass Idris Elba hier Zeit verschwendet hat, sind die kurzen Aufritte von Helen Mirren als Deckards Mutter im roten Gefängnisoverall echte Highlights. FSK: 12, Länge 120 Minuten.

Spider-Man: Far From Home: Die Wehmut schwappt von "Avengers: Endgame" herüber, als Peter Parker (Tom Holland) alias Spider-Man ein riesiges Bild von Iron Man (Robert Downey Jr) auf einer Hauswand sieht und die Tränen kaum zurückhalten kann. Denn Peter ist nichts weiter als ein Junge in der Pubertät, der seinem Schwarm MJ (Zendaya) auf dem Eiffelturm seine Liebe gestehen will. Doch bis es soweit ist, muss er in Venedig noch ein Wassermonster bekämpfen, Bekanntschaft mit dem neuen Superhelden Quentin Beck oder Mysterio (Jake Gyllenhall) machen und die Anrufe von S.H.I.E.L.D-Boss Nick Fury (Samuel L. Jackson) abwehren. "Spider-Man: Far From Home" ist ein würdiger Nachfolger von "Endgame" und Tom Holland zeigt, dass er das Spider-Man-Kostüm auszufüllen weiß. Wie bei allen Marvel-Filmen gilt: den ganzen Abspann anschauen. FSK: 12, 129 Minuten.

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