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Parken in Bamberg: Das steckt hinter den unterschiedlichen Kosten

Die Stadt ändert aktuell die Tarife für das Parken im öffentlichen Raum. Dabei geht es auch um eine Abstimmung mit den Parkhäusern der Stadtwerke.
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Der Kranen ist einer jener Plätze, für die nach wie vor Sonderkonditionen gelten. 15 Minuten kosten nun 50 Cent statt bisher 60 Cent für 20 Minuten.  Ronald Rinklef
Der Kranen ist einer jener Plätze, für die nach wie vor Sonderkonditionen gelten. 15 Minuten kosten nun 50 Cent statt bisher 60 Cent für 20 Minuten. Ronald Rinklef
Die Sorge so manchen Autofahrers ist berechtigt: Ja, das Parken in gewissen Straßen der Innenstadt wird im Verhältnis teurer. Aber: In den Parkhäusern der Stadtwerke Bamberg (STWB) soll man im Vergleich zum Parken im öffentlichen Raum weniger Euros berappen müssen. "Wir sind immer etwas günstiger als das Parken im öffentlichen Raum. Das ist ein Grundsatz in der Bewirtschaftung des Parkraumes," stellt Sprecher Jan Giersberg klar.

Dahinter steht eine klare Strategie: Wenn außerhalb der Parkhäuser - an Straßen und Plätzen - die Tarife erhöht werden, soll das Parkverhalten gesteuert werden, und zwar folgendermaßen: Runter von der Straße, rein in die Parkhäuser. Drei große Anlagen betreiben die Stadtwerke: Georgendamm/Zentrum Nord mit 481 Parkplätzen, Schützenstraße/Zentrum Süd - die wichtigste Anlage - mit 473 Stellplätzen und das Parkhaus an der Kreuzung Luitpoldeck/Königstraße unter dem Best-Western-Hotel mit rund 100 Plätzen. Dort kosten 20 Minuten jeweils 50 Cent - zehn Cent weniger als bisher im öffentlichen Raum im Innenstadtbereich.

Außerdem handelt die Stadt nach der Devise "Tarife und Gebühren von außen nach innen verteuern und an der Tarifstruktur der Parkhäuser orientieren", wie es in den Sitzungsunterlagen aus dem Finanzsenat heißt. In diesen ist auch zu lesen, dass die Gebühren im öffentlichen Raum und den Parkhäusern in identischen Zeitschritten gestaffelt werden sollen - ein entscheidender Punkt.
Denn: Die Tarifstruktur, die seit Januar 2017 gilt, hat zu Kundenbeschwerden geführt, vor allem bei den ungeraden Gebührenschritten in der Parkzone 1, sprich Innenstadt. Ordnungsreferent Ralf Haupt merkt an: "Bei den ungeraden Gebührenschritten hat es immer mal Probleme mit dem Kleingeld gegeben oder der Automat hat was nicht angenommen." Bisher zahlten Parkende beispielsweise für 20 Minuten 60 Cent, für 40 Minuten 1,20 Euro, für 60 Minuten 1,80 Euro. In der Parkzone 2 - erweiterte Innenstadt - wird dagegen in 50-Cent-Schritten abgerechnet. Beispiel: 20 Minuten parken kostet 50 Cent, 40 Minuten einen Euro.

Auch in der Parkzone 1 soll die Tarifstruktur auf solche Beträge umgestellt werden, die man eher im Geldbeutel hat und von denen es Münzen gibt. Wenig überraschend: Es wird etwas teurer. So sollen pro angefangene 15 Minuten 50 Cent gezahlt werden, die maximale Parkdauer von 60 Minuten kostet zwei Euro und damit 20 Cent mehr als zuvor.


Sonderregelungen für manche Straßen

Eine Sonderregelung gilt für "Lange Straße" und "Am Kranen", wo die Höchstparkdauer bisher nicht bei einer Stunde, sondern 20 Minuten (zu 60 Cent) lag. Dort dürfen Autofahrer nach der neuen Regelung nun 30 Minuten lang ihr Fahrzeug abstellen - für einen Euro.

Auch für den erweiterten Innenstadtbereich wird es in einigen Straßen Abweichungen geben. Anstatt von 50 Cent je angefangene halbe Stunde zahlt man diesen Betrag schon für 20 Minuten, zum Beispiel in der Amalienstraße, der Franz-Ludwig-Straße, der Oberen Königstraße oder am Markusplatz.

Übrigens: Die Stadtwerke betreiben die Parkscheinautomaten für die Stadt Bamberg. Gerade wird auf die neue Tarifstruktur umgerüstet. Dann sind auch ungerade Beträge und Zeitspannen möglich, so könne man laut Giersberg zum Beispiel für 1,20 Euro 36 Minuten parken. "Bis zum 1. Juni sollen alle Parkscheinautomaten neu programmiert sein."


Handyparken?

Doch wie wird zukünftig eigentlich bezahlt? Vielleicht mit dem Handy, wie in zwei Bamberger Nachbarstädten? Sowohl in Bayreuth, als auch in Coburg ist diese Praxis schon länger üblich. Für die Stadt Bamberg sagt Sprecherin Ulrike Siebenhaar dazu: "Wir mussten in die Ausschreibung gehen, was das Ganze leider etwas verzögert hat. Bei den Bietergesprächen im April konnte eine Firma mit ihrem Konzept und ihrer Leistung überzeugen. Sie ist nun aufgefordert, ein Preisblatt abzugeben." Erst dann könne der Zuschlag erfolgen und mit der Einrichtung und Installation begonnen werden. Ziel sei die Einführung bis Ende August.

Interessant dürfte sein, wie sich die Preisstruktur dann gestaltet. Denn in Coburg gelten beim Handyparken zwar die Preise wie am Automaten. Hinzu kommen jedoch noch die SMS-Gebühr für die Übertragung und zehn Prozent "Servicegebühr" pro Parkvorgang.

Vergleich: Das kostet Parken in zwei Nachbarstädten:

Bayreuth In Bambergs östlicher Nachbarstadt gibt es zwei Gebührenzonen: Im unmittelbaren Innenstadtbereich (Radius von 300 Metern um die Fußgängerzone) wird eine Gebühr von 80 Cent je angefangener halber Stunde Parkzeit erhoben. Im innenstadtnahen Stadtgebiet (Radius von 500 Metern um die Fußgängerzone) gilt eine Parkgebühr in Höhe von 50 Cent je angefangener Stunde.

Coburg Die nördlich von Bamberg gelegene Nachbarstadt verlangt von ihren Parkenden 50 Cent für je 30 Minuten. Das Besondere: Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Parken im öffentlichen Raum in der Innenstadt und stadtnahen Arealen. Nur die Höchstparkdauer ändert sich.

Anmerkung: Parkhäuser sind aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht aufgeführt.

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