Hirschaid
Mobilität

Operation an Verkehrsader Nr. 1

Das Hirschaider Mammutprojekt ist angelaufen: Die am stärksten befahrene Kreisstraße wird saniert. Derzeit erneuern Arbeiter die Autobahnbrücke. Laut Bürgermeister Homann hat es bisher erstaunlich wenig Staus gegeben.
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Die Brücke über die A73 wird saniert. Der Beton wird instand gesetzt, das Bauwerk erhält neue Abdichtungen. Mit Hilfe einer Stahlkonstruktion soll auch ein neuer Geh- und Radweg in Richtung Seigendorf entstehen. Foto: Sebastian Schanz
Die Brücke über die A73 wird saniert. Der Beton wird instand gesetzt, das Bauwerk erhält neue Abdichtungen. Mit Hilfe einer Stahlkonstruktion soll auch ein neuer Geh- und Radweg in Richtung Seigendorf entstehen. Foto: Sebastian Schanz

Von dieser Baustelle sind jeden Tag rund 15 000 Verkehrsteilnehmer betroffen: Die Kreisstraße BA 27 vom Hirschaider Kreisel über die Autobahn 73 ist die meist befahrene Kreisstraße im Landkreis Bamberg. Eigentlich. Denn aktuell ist nicht so viel los. Arbeiter haben mit der Sanierung der Brücke über die Autobahn begonnen und sollen im Oktober 2019 mit der Erweiterung des Kreisels fertig sein, der täglich rund 40 000 Fahrer in die vier Himmelsrichtungen verteilt. Bis jetzt läuft laut Behörden alles nach Zeitplan.

"Ich bin überrascht, dass es weniger Stau gegeben hat, als ich erwartet hatte", berichtet Bürgermeister Klaus Homann (CSU). "Bisher kamen keine großen Beschwerden aus der Bevölkerung." Auch die Polizei Bamberg Land spricht von einem reibungslosen Ablauf: "Bisher gab es keine Ereignisse von polizeilicher Relevanz im Zusammenhang mit der Baustelle, auch keine Unfälle", erklärt Sprecher Markus Dotterweich.

Auf der Brücke über die A 73 bestimmen aufgehämmerte Stahlkonstruktionen das Bild. Das Bauwerk wird unter Federführung der Autobahndirektion Bayreuth erneuert. Laut Ingenieur Christian Hofmann aus Lichtenfels werden der Beton instand gesetzt und neue Abdichtungen angebracht.

"Außerdem entsteht ein neuer Geh- und Radweg über eine Stahlkonstruktion außen am Brückenbauwerk", erklärt der Planer. Die Bestandsdauer der Brücke aus den 1980er-Jahren soll durch die Maßnahmen deutlich erhöht werden.

"Wir sind aktuell im Zeitplan", sagt Hofmann. "Wir werden die Straße aller Voraussicht nach bis zum verkaufsoffenen Marktsonntag wieder freigeben können." Der findet am Sonntag, 21. Oktober, statt.

Das werden die Hirschaider Unternehmer gerne hören, die während der Bauarbeiten mal mehr, mal weniger von Einschränkungen betroffen sind. "Bisher kann ich keine Beschwerde kundtun", sagt Ralf Schöbel, Hausleiter bei XXXLutz Neubert. "Wir waren gut auf die Verkehrsbehinderungen eingestellt." Wer wie er aus dem Süden komme, müsse nur ein paar Minuten mehr Zeit einplanen. Die Umleitungen seien gut gestreut, sagt der Unternehmensvertreter.

Das bestätigt die Polizei Bamberg Land: "Die Umleitungsstrecke scheint zu funktionieren", sagt Sprecher Markus Dotterweich.

Offizielle und inoffizielle Wege

"Die Ausweichrouten führen über die parallel zur A 73 verlaufenden Staatsstraßen östlich und westlich der Autobahn - östlich über Seigendorf und Amlingstadt und westlich über Strullendorf", berichtet Michael Dotterweich, Tiefbauer am Landratsamt Bamberg. Abseits dieser offiziellen Umleitungen kennen die Einheimischen freilich noch einige inoffizielle. "Die Menschen suchen sich ihre Wege", sagt Bürgermeister Homann.

Wie geht es nun weiter? "Nach der Fertigstellung der Sanierungsarbeiten an der Brücke beginnt unser Straßenbau, geplant ab dem 22. Oktober", antwortet der Tiefbauer am Landratsamt. "Hier werden die Fahrbahnanschlüsse direkt an die Brücke erneuert, anschließend die Einfahrten und Einmündungen zu den Autobahnanschlussästen." Das werde laut Michael Dotterweich rund vier Wochen dauern. "Danach beschränken sich heuer die Straßenbauarbeiten in Richtung Seigendorf."

Noch über ein Jahr wird sich die Gesamtmaßnahme hinziehen. Immerhin geht es bei der drei Millionen Euro teuren Investition um die Erneuerung zweier Anschlussstellen, eine Brückensanierung – und ganz am Ende: den Kreisel. Der neuralgische Punkt in dem Gesamtprojekt.

Der vielbefahrene Kreisverkehr soll wachsen, und zwar nach innen und nach außen. Damit er nach den Bauarbeiten noch mehr Fahrzeuge verteilen kann.



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