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OB-Wahl in Bamberg: Ernüchterung bei CSU-Kandidat

Der OB-Kandidat der CSU landet nur auf dem dritten Platz hinter Amtsinhaber Starke und dem Grünen-Kandidaten Glüsenkamp. Bei der Partei sieht man vor allem zwei Gründe, warum es zu diesem Ergebnis kam.
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CSU-Kandidat Christian Lange  nach Bekanntgabe der Ergebnisse im Rathaus  Foto: Sebastian Schanz
CSU-Kandidat Christian Lange nach Bekanntgabe der Ergebnisse im Rathaus Foto: Sebastian Schanz

Mehr als gedämpfte Stimmung herrschte am Sonntag bei der CSU im Rathaus am Maxplatz. Dort hatte sich OB-Kandidat Christian Lange mit Unterstützern eingefunden, um das Ergebnis der Wahl zu verfolgen. Und das fällt ernüchternd aus: Lange bleibt mit 21,9 Prozent der Stimmen nur der undankbare dritte Platz im Rennen um den Chefsessel hinter dem Grünen-Newcomer Jonas Glüsenkamp, der Amtsinhaber OB Starke und Zweitem Bürgermeister Lange Stimmen abnehmen konnte. "Da kann ich nur gratulieren", sagte der CSU-Kandidat und zollte damit dem jungen Konkurrenten Respekt, der vor dem Rathaus mit seinen Anhängern den Einzug in die Stichwahl feierte.

Zersplitterung als Problem

"Es ist das eingetreten, was wir befürchtet haben", erklärte Lange enttäuscht. Die CSU habe zwar gut und toll gekämpft, habe aber letztlich gegen zwei Entwicklungen nicht ankommen können: Zum einen macht der Kreisvorsitzende den "grünen Hype" für das Ergebnis verantwortlich. Zum anderen aber - und das sei die Haupterklärung - die Zersplitterung des bürgerlichen Lagers. "Das hat uns das Genick gebrochen."

Neben Lange waren unter anderem Claudia John (FW), Daniela Reinfelder (BuB) und Ursula Redler (Bamberger Allianz) angetreten. Insgesamt gingen an die drei Kandidatinnen 3714 Stimmen. CSU-Kandidat Lange kommt auf 7031 Stimmen, Grünen-Bewerber Glüsenkamp auf 7903. Mit den Stimmen aus dem bürgerlichen Lager hätte es Lange in die Stichwahl mit Starke schaffen können.

Rückendeckung für Lange

Vor allem die Vielzahl der bürgerlichen Bewerber führten am Abend auch der Kreisgeschäftsführer Florian Müller und Stadträtin Anne Rudel für die Niederlage ins Feld. "Das Ergebnis hat andere Gründe, die aber nicht Christian Lange angelastet werden können", erklärte Müller. So habe auch Amtsinhaber Starke Stimmen an den Grünen-Kandidaten verloren. Personaldiskussionen soll es innerhalb der CSU nicht geben. Auch Rudel betonte, dass sich Lange mit ganzer Kraft eingesetzt habe. "Wir haben gekämpft, waren ein tolles Team." Das bestätigte auch der bisherige stellvertretende Fraktionschef Peter Neller. Die Christsozialen übten sich am Wahlabend in Geschlossenheit. "Meine These: Wenn die CSU nicht so gekämpft hätte, wäre das Ergebnis noch schlechter gewesen", sagte Lange.

Eine Wahlempfehlung für die Stichwahl wollte der 47-Jährige am Abend (noch) nicht aussprechen. Man wolle nun das Stadtratsergebnis abwarten und dann darüber beraten. Dass die CSU nun aber Glüsenkamp und damit die Grünen unterstützen könnte, gilt unter Insidern als eher unwahrscheinlich.

Mit Blick auf die Auszählung der Stadtratswahl am Montag sagte Lange hoffnungsvoll: "Wir gehen davon aus, dass die CSU aufgrund der starken Liste und der Persönlichkeitswahl auf ein besseres Ergebnis kommt."

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