Königsfeld
Gleitschirmfliegen

Nur Josef Brehm darf in Königsfeld mit dem Gleitschirm landen

Die Genehmigung motorisierter Flüge für den 1. Bamberger Gleitschirmclub bei Königsfeld ist vergangenes Jahr ausgelaufen. Der Verein hat bisher keinen neuen Antrag gestellt. Eine neue Erlaubnis will die Kommune deshalb zunächst nur für einen Gemeindebürger ausstellen.
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Ein sehr exklusives Start und Landerecht soll Josef Brehm für sein Motorschirm-Trike nahe Königsfeld erhalten. Je nach Windstärke benötigt das 27 PS starke Fluggerät einen Rollweg von zwei bis 15 Metern. Foto: pr
Ein sehr exklusives Start und Landerecht soll Josef Brehm für sein Motorschirm-Trike nahe Königsfeld erhalten. Je nach Windstärke benötigt das 27 PS starke Fluggerät einen Rollweg von zwei bis 15 Metern. Foto: pr
Deutlich reduziert hat die Gemeinde Königsfeld ihre Zustimmung für Außenstarts und -landungen von motorisierten Gleitschirmen auf einem Gelände an der Straße in Richtung Hohenhäusling. War bisher der 1. Bamberger Gleitschirmclub Nutznießer einer solchen Lizenz, soll die Erlaubnis jetzt nur noch für einen Bürger der Gemeinde gelten, der in einem Königsfelder Gemeindeteil einen Handels- und Reparaturbetrieb für Gleitschirm-Motoren führt. Zu Testzwecken soll ihm das Starten und Landen erlaubt sein. Die Entscheidung liegt nun beim Luftamt Nordbayern.

Schon vor gut einem Jahr, am 31. März 2012, endete die Erlaubnis des Luftamtes bei der Regierung von Mittelfranken für den Gleitschirmclub Bamberg, nordwestlich von Königsfeld einen Start- und Landeplatz zu unterhalten. Unklar ist, warum der Verein mit seinen etwa 120 Mitgliedern keine Verlängerung für diese Lizenz beantragt hat.
"Wir würden das Gelände gerne weiter nutzen", sagt Vorsitzender Stefan Albert aus Aufseß. Etwa zehn Prozent seiner Mitglieder haben die Erlaubnis zu motorisierten Gleitschirm-Flügen. Sie müssen bis auf Weiteres anderswo starten und landen - jedenfalls, soweit sie mit Motor unterwegs sein wollen. Etwa 18 bis 20 PS haben die leichteren Maschinen, die für diesen Zweck hergestellt werden, weiß Josef Brehm. Für schwerere Modelle gibt es einen fahrbaren Untersatz, eine Art Dreirad, das sich dann mit dem Gleitschirm in die Lüfte erhebt. "Der Club hat es wohl versäumt, eine Verlängerung zu beantragen", meint der Königsfelder, der deshalb beim Luftamt Nordbayern einen eigenen Antrag einreichte.

Nicht betroffen davon sind von dem Verfahren die motorlosen "Fußstarts", bei denen die Gleitschirme durch menschliche Schnelligkeit in die Luft gebracht werden. Weil es in der Vergangenheit immer wieder zu Protesten in der Königsfelder Bevölkerung wegen der Lärmbelästigung durch die motorisierten Gleitschirme gekommen war, wurde außerdem inzwischen nicht weit entfernt bei Hohenpölz eine Zugwinde eingerichtet - hier können Gleitschirme ohne Motor besser und vor allem geräuschloser in die Luft kommen.

Dennoch machte der Gemeinderat bei seinem Einverständnis eine Reihe von Auflagen: Es gilt wie bisher ein Flugverbot an Sonn- und Feiertagen, der Betrieb soll auf 20 Flugtage im Jahr beschränkt sein, als Flugzeit gilt jeweils zwischen 10 und 17 Uhr, längstens aber bis zu zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Starts in Richtung Königsfeld sind nicht gestattet, das Überfliegen von Ortschaften oder Platzrunden sind verboten.

"Die Gemeinde hat bisher schon versucht, den Flugbetrieb einzugrenzen", sagt Bürgermeisterin Gisela Hofmann (BBL). Aber auch wegen der Proteste aus der Bürgerschaft hätten die Gleitschirmflieger nach anderen Landeplätzen gesucht.

Im Gemeinderat kam diese grundsätzlich ablehnende Haltung gegen motorisierte Freizeitgestaltung mit drei Gegenstimmen sogar gegen die Einzelgenehmigung zum Ausdruck. Man lehne Vergnügungen auf Kosten anderer ab, meinte Otto Weiß (BBL).

Die Entscheidung hat das Luftamt Nordbayern bei der Regierung von Mittelfranken zu treffen.
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