Bamberg
Sandkerwa

Sandkerwa-Bilanz: Nur jeder 20. Besucher kauft ein Festabzeichen - Katzenberg-Bühne kommt gut an

Die Bamberger Sandkerwa 2019 ist Geschichte. Angesicht der Kosten stellt sich die Frage: Drohen nun Eintrittsgelder bei der Jubiläumskerwa im kommenden Jahr?
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Weit über 200.000 Besucher, weit über 200.000 Euro Kosten: Auch das war die Sandkerwa 2019. Foto: Barbara Herbst
Weit über 200.000 Besucher, weit über 200.000 Euro Kosten: Auch das war die Sandkerwa 2019. Foto: Barbara Herbst

So eine Sandkerwa finanziert sich bekanntlich nicht von alleine. "Ohne unsere Sponsoren wäre es chancenlos, das zu stemmen", sagt Horst Feulner, Geschäftsführer der Sandkerwa GmbH. Die Kosten steigen laut dem Geschäftsführer von Jahr zu Jahr, wenn auch moderat.

Die Standgebühren habe man nicht großartig erhöhen wollen, dafür seien aber wegen der Baustelle Geyerswörth Stände weggefallen. Und damit auch Einnahmen. Personalkosten seien ein treibender Preisfaktor. "Auch die Anforderungen an die Security werden größer. Heuer hatten wir in der Spitze 50 Sicherheitsmitarbeiter vor Ort."

Sandkerwa 2019: Weit über 200.000 Besucher, weit über 200.000 Euro Kosten

Weit über 200.000 Besucher, weit über 200.000 Euro Kosten: Die Veranstalter haben deshalb vor, die Vermarktung der Abzeichen weiter voranzutreiben. In diesem Jahr hat nur jeder 20. Besucher ein Festabzeichen gekauft. Eintrittsgelder sollen auf jeden Fall vermieden werden - wenn es nur irgendwie geht.

Das Sicherheitskonzept der 69. Sandkerwa ist laut den Organisatoren aufgegangen. "Die hohe Präsenz von Security-Mitarbeitern hat sich ebenso bewährt, wie die freiwilligen Taschen- und Rucksackkontrollen und das Verbot, hochprozentigen Alkohol mitzubringen", resümieren die beiden Geschäftsführer Jürgen Wirth und Horst Feulner zum Abschluss des größten Bamberger Volksfestes.

Sowohl das Bayerische Rote Kreuz, als auch die Polizei vermelden für alle fünf Tage einen "sehr ruhigen Festverlauf" und keine wesentlichen Auffälligkeiten. "Die Sandkerwa war ruhig, entspannt und fröhlich - das gute Kerwa-Wetter hat sicher seinen Teil zum Erfolg des Festes beigetragen", so die Organisatoren. Möglich ist dieses Großevent nur dank des immensen Engagements, das die vielen ehrenamtlichen Helfer leisten. "Ihnen allen gilt ein besonderer Dank", so Wirth und Feulner.

Katzenberg-Bühne sofort wieder ein Mittelpunkt der Kerwa

Erstmals seit 2014 gab es in diesem Jahr wieder eine Bühne und Livemusik am Katzenberg. Die Tatsache, dass die Bühne aus Sicherheitsgründen deutlich kleiner war als in früheren Jahren tat der Begeisterung der Besucher keinen Abbruch. Man hat sofort gespürt, dass die Bamberger sehnlichst darauf gewartet haben, dass der Katzenberg wieder zu einem Mittelpunkt der Sandkerwa wird.

Eine weitere Neuerung war die erstmals genehmigte Außenbestuhlung am Donnerstag-, Freitag- und Montagnachmittag. Sie wurde von den Besuchern sehr gut angenommen und trug zu einer Aufwertung der Veranstaltung am Nachmittag bei.

Die Bilanz der Einsatzkräfte:

Sicherheit:

Die Beamten der Bamberger Stadt-Inspektion ziehen nach fünf Tagen Sandkerwa eine positive Bilanz in Bezug auf Sicherheitsstörungen im Festgebiet sowie im Umfeld. "Aufgrund des schönen Wetters war die Sandkerwa an allen Tagen sehr gut besucht, lediglich am Sonntagabend vertrieb ein Unwetter einige Kerwabesucher." Zur Einsatzbewältigung erhielt die Polizei Unterstützung von der Bereitschaftspolizei sowie weiteren Einsatzzügen aus dem fränkischen Umland.

Körperverletzungen:

"Die Besucher im Festgebiet feierten ausgelassen und in der Regel friedlich, es kam zu keinen größeren Störungen während der Sandkerwa", loben die Beamten in ihrem Pressebericht. Erst zum Veranstaltungsende hin und nach Eintritt der Sperrzeit um 1 Uhr sei es zu einzelnen Körperverletzungsdelikten gekommen. "Im Schnitt waren täglich ein bis drei Körperverletzungsdelikte unter betrunkenen Festbesuchern zu verzeichnen", erklärt Pressesprecherin Silke Gahn. "Bei einem Fest dieser Größenordnung ist das nicht viel", bewertet sie diese Zahlen.

Beleidigungen:

Erfreulicherweise sei es in diesem Jahr zu keinen Tätlichkeiten gegenüber den eingesetzten Polizeibeamten gekommen. In drei Fällen wurden diese jedoch beleidigt. Sachbeschädigung und Vandalismus wurde in diesem Jahr lediglich einmal gemeldet. 17 Wildpinkler und mehrere alkoholisierte und anderweitig berauschte Verkehrsteilnehmer gab es auch.

Verletzte:

"Wir sprechen von einer ruhigen und friedlichen Sandkerwa ohne besondere Vorkommnisse", sagt Christoph Treubel vom Roten Kreuz. Insgesamt 101 Personen suchten beim BRK Hilfe. Überwiegend handelte es sich dabei um Kleinversorgungen - etwa ein Pflaster. 18 Patienten wurden in die Klinik transportiert. Erfreulich sei, dass sich Einsätze auf Grund übermäßigen Alkoholkonsums oder Körperverletzungen weiterhin auf einem niedrigen Niveau mit rückläufiger Tendenz bewegen. red

Unser Kommentar zur Bamberger Sandkerwa: Bassd scho' - wären da nicht ein paar Dinge, die die Feierlaune erheblich trüben.

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