Bamberg
Sanierung

Nur 4,5 statt 20 Millionen für das Landratsamt

Die Sonne soll künftig nicht mehr die Büros hinter den Glasfassaden im Landratsamt Bamberg aufheizen, sondern eine Photovoltaik-Anlage speisen. Außerdem beschloss der Kreisausschuss den Austausch der Beleuchtung. Statt der zunächst im Gespräch befindlichen sechs bis 20 Millionen werden so nur noch 4,5 Millionen Euro in die Sanierung investiert.
Artikel drucken Artikel einbetten
Von der sprichwörtlichen Sonne verwöhnt ist vor allem die Südfassade des Landratsamtes. Foto: Michael Gründel
Von der sprichwörtlichen Sonne verwöhnt ist vor allem die Südfassade des Landratsamtes. Foto: Michael Gründel
+10 Bilder
Der Landkreis Bamberg wird die energetische Sanierung des Landratsamts-Gebäudes mit einer deutlich abgespeckten Variante der zunächst vorgelegten Planungen angehen. Anstelle der drei ursprünglichen Varianten, die Kosten zwischen gerundet 6,5 und 19.9 Millionen Euro vorsahen, sprach sich der Kreisausschuss gestern für eine Mischung aus verschiedenen Elementen für insgesamt 4,5 Millionen Euro aus. Das war möglich, weil die früheren Konzepte im Baukasten-System zusammengestellt waren und problemlos auf Teile verzichtet werden kann, ohne andere Vorhaben zu beeinträchtigen.

Zu Leibe rücken will man vor allem der starken Sonneneinstrahlung an den Fensterfronten. Dafür wird mit 2,3 Millionen Euro mehr als die Hälfte des Sanierungsbetrages ausgegeben. Allein 1,5 Millionen Euro soll eine neue Klima-Fassade mit einem Sonnenschutz aus beweglichen Photovoltaik-Lamellen an der Innenhof-Fassade des Hauptgebäudes kosten.
Weitere 400.000 Euro sind für einen "Klimahof" nit Hochdruckverdunstung und Pflanzflächen angesetzt. Sonnenschutz und Belüftung für beide Glastreppentürme dürfen 312.000 Euro kosten, eine Klimazone vor den Büroräumen im Sitzungstrakt weitere 204.000 Euro.

Gestrichen wurde der Einbau einer kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung für 610.000 Euro ebenso wie die Kompletter neuerung der WC- und Sanitäranlagen für 1,06 Millionen und Speichermassen über den Gipsdecken der Büros für 423.000 Euro. Erneuert werden indes alle Beleuchtungsanlagen (945.000 Euro) sowie die Verteiler (263.000 Euro), die Gebäudeleittechnik (111.000 Euro) sowie die Heizungsverteiler im Sitzungsgebäude (156.000 Euro). Hinzu kommen noch eine Regenwasser-Nutzung für die Toiletten (14.000) sowie eine zusätzliche sommerliche Nachtlüftung für 13.000 Euro.

Die Kreisräte konnten sich mit diesem von Kreisbaumeisterin Gabriele Pfeff-Schmidt vorgelegten Konzept durchweg anfreunden. CSU-Sprecher Andreas Schlund nannte das Konzept "im Grundsatz o.k.". Für die SPD mahnte Andreas Schwarz, mit gutem Beispiel voran zu gehen, denn das "wichtigste Kraftwerk" unserer Tage sei die Energie-Einsparung. "Vielleicht könnte man sich noch Rat von Spezialisten der Uni Würzburg holen", regte Schwarz an.

Für sauberes Trinkwasser

Für die Grünen befand Bernd Fricke "charmant", dass weitere Bausteine möglich seien. So sollte man den Einbau neuer Wasserleitungen nicht aus den Augen verlieren - ein Gedanke, der auch bei Stellvertretendem Landrat Johann Pfister (BBL) laut wurde. Für ÜWG-Sprecher Bruno Kellner ist die Trinkwasserversorgung der Mitarbeiter sogar die "erste Pflicht des Arbeitgebers Landkreis". Da müsse rechtzeitig "was passieren", meinte er, nachdem Kreisbaumeisterin Pfeff-Schmidt ein korrodiertes Wasserleitungsstück präsentiert hatte. BBL-Sprecher Georg Zipfel brachte dazu die Möglichkeit einer technischen Reinigung des zufließenden Wassers zum Beispiel mit einer UV-Anlage ins Gespräch. Eine Entscheidung wurde letztlich noch nicht getroffen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren