Bamberg

"Noch nie in Franken gedreht"

Der oberfränkische Polizeipräsident kommt aus Burgebrach - zumindest im neuen Franken-Tatort. Für Schauspieler Thomas Kügel, den Tatort-Fans sonst im Norden verorten, war es nicht nur sprachlich eine reizvolle Rückkehr.
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Thomas Peters (Thorsten Merten) zieht in "Ein Tag wie jeder andere" die verwundete Katrin Tscherna (Katharina Spiering) über den Boden des Universitätsflurs.
Thomas Peters (Thorsten Merten) zieht in "Ein Tag wie jeder andere" die verwundete Katrin Tscherna (Katharina Spiering) über den Boden des Universitätsflurs.
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Viele kennen Thomas Kügel aus den Kieler Tatorten, wo er als Roland Schladitz der direkte Vorgesetzte von Kommissar Klaus Borowski (Axel Milberg) ist. Nun kehrt der gebürtige Burgebracher, der vor seinen ersten Rollen am E.-T.-A.-Hoffmann-Theater in Bamberg den Beruf des Einzelhandelskaufmanns erlernt hat, in seine fränkische Heimat zurück.

Er spielt den oberfränkischen Polizeipräsidenten Richard Bruchner im Franken-Tatort "Ein Tag wie jeder andere". Es geht dabei um eine sonderbare Mordserie - die Folge wird am Sonntagabend um 20.15 im Ersten ausgestrahlt.

Sie kommen aus dem Landkreis Bamberg, ist dieser Tatort Ihre erste schauspielerische Rückkehr nach Franken?

Ich habe bis jetzt noch nie in Franken gedreht. Vor meiner Schauspielausbildung in Hamburg habe ich allerdings am Bamberger E.T.A.-Hoffmann-Theater mit der Schauspielerei begonnen und ich liebe Bamberg nach wie vor, eine der schönsten Städte Deutschlands.

Man kennt Sie aus den Tatorten im hohen Norden. Wie sind die fränkischen Ermittler im Vergleich mit Borowski?

Auch Dagmar Manzel (Kriminalbeamtin Paula Ringelhahn) ist eine tolle Kollegin, die ich sehr gern mag. Aber die Rollen sind eigentlich nicht vergleichbar. Beim Borowski geht es ja eher nicht um eine Vorgesetzten-Geschichte, sondern um zwei Freunde, von denen der eine in die Ermittlung und der andere in die Verwaltung gegangen ist und die Kieler Polizei-Dienststelle leitet. Im Franken-Tatort bin ich hingegen der Polizeipräsident von Oberfranken, das ist schon eine andere Nummer.

Was muss der im aktuellen Tatort tun?

Er hat hier vor allem um Organisationsaufgaben. Angesichts der schnell aufeinanderfolgenden Morde muss er seine Mitarbeiter gut einteilen, das Festspielhaus absperren, Spezialkräfte zur Verfügung stellen und Verstärkung anfordern.

Wie war die Rückkehr in die fränkische Sprache?

Es war wohltuend, aber ich musste mich wieder ein bisschen einschleifen, damit es authentisch ist. Dem Regisseur (Sebastian Marka) war es wichtig, dass er in dieser Rolle jemanden hat, der auch wirklich des Fränkischen mächtig ist. Da muss man ein bisschen dran arbeiten, das Textbuch ist ja auf Hochdeutsch. Wenn man einen Dialekt lange nicht spricht, muss man ihn üben.

Wissen Sie jetzt, was ein Gnoschbeidl ist?

Nein, noch nie gehört.

Das Wort kommt im Tatort vor und wird von Kommissarin Goldwasser als "einer, der übers Essen meckert" übersetzt. Aber auch in unserer Redaktion kannte niemand diese Bedeutung. Sicher, weil "Ein Tag wie jeder andere" in Bayreuth spielt, für die meisten Bamberger sprachlich schon ein ganzes Stück weit weg.

Und ich bin dem Bayerischen inzwischen fast noch näher als dem Fränkischen - in den Eberhofer-Krimis spiele ich ja einen niederbayrischen Bürgermeister. Aber meist bin ich im Hochdeutschen unterwegs und lebe ja auch in Schleswig-Holstein.

Kann man Sie jetzt häufiger in fränkischen Tatorten sehen?

Das glaube ich nicht, es war wohl ein einmaliges, aber ein sehr schönes Gastspiel. Die Franken sind ja sehr eigen, das mag ich sehr und ich habe wohl schon auch noch was von diesem Schlag.

Die Fragen stellte Stefan Fößel.



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