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Bamberg
Unterwegs

Nicht ein Tropfen trübte die Radtour nach Villach

Dafür mussten die Bamberger Radler auf ihrer über 630 Kilometer langen Strecke mit Hitze und Bergpässen kämpfen. In der Partnerstadt gab es dann als Lohn einen tollen Empfang.
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Zum Empfang ein "kühles Blondes": die Radler Helmut Herrmann (71 Jahre, links) und Walter Schweinsberg (Mitte).   Foto: Gerhard Beck
Zum Empfang ein "kühles Blondes": die Radler Helmut Herrmann (71 Jahre, links) und Walter Schweinsberg (Mitte). Foto: Gerhard Beck
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Fast schon sensationell fällt die Wetterbilanz der achttägigen Fahrradtour von Bamberg nach Villach aus: Die Regenjacken blieben in den Satteltaschen, weil kein einziger Tropfen vom Himmel fiel. Dafür gab es aber Staub und Gluthitze satt, die vor allem die Bergetappen zur Qual machten. Am Ende aller Mühen stand der triumphale Empfang in der Partnerstadt, zu der Bamberg im 40. Jahr gute Beziehungen pflegt.

Zudem feierte Villach vom 28. Juli bis 4. August seinen 70. Kirchtag - Hochstimmung pur also beim Partner in Kärnten. Da kamen die Radler aus dem Weltkulturerbe gerade recht. Begrüßt wurden sie bei ihrer Einfahrt am vergangenen Freitagnachmittag gleich mal mit einem "kühlen Blonden" aus lokaler Produktion, bevor es, begleitet vom Song "Jo, wia san mim Rodl do", weiterging auf die Rathausbühne.
Hier ernteten die Bamberger ersten Applaus, was angesichts der Temperaturen, die Bewegung abstraften, hoch zu bewerten war.

Einstand nach Maß

Radler Wolfgang Schauer durfte dann noch fränkisch-missionarisch wirken, indem er zu Gitarrenklängen vortrug, "was nur ein Franke kann", so der Titel seines Liedes. Ein Einstand also nach Maß für die wackeren Radler. Doch es kam noch besser: Beim Festzug durch Villach am darauffolgenden Samstag wurde die Gruppe in den auffällig roten Radler-Shirts, die sich gleich hinter den Bamberger Gärtnern positionierte, eifrig beklatscht. Die Frage vieler Zuschauer, ob denn E-Bikes im Einsatz gewesen seien, konnte mit einem klaren Nein beantwortet werden.

Vor dem Ernten der Lorbeeren stand allerdings eine gehörige Portion Schweiß. Ab dem Start der 30 Teilnehmer - unter ihnen Oberbürgermeister Andreas Starke und Wolfgang Möhrlein, Bürgermeister von Litzendorf - am Morgen des Freitags, 26. Juli, auf dem Maxplatz, kletterten die Temperaturen unaufhörlich. Nicht selten wurde das Treiben der Gruppe auf dem Weg nach Süden, beim Fahren auf Schotterpisten in Staubwolken eingehüllt, mit Kopfschütteln quittiert.

Sturz auf Schotterpiste

Die Hitze war aber nicht die einzige Gefahrenquelle. Das Radfahren in einer so großen Gruppe verlangte höchste Aufmerksamkeit. Auf einer Schotterpiste in einem Waldstück vor Salzburg passierte es: Drei Radler kamen zu Fall, eine Radlerin stürzte derart, dass sie die Tour in der Festspielstadt abbrechen musste.

Von diesem Wermutstropfen abgesehen, blieb trotz der Strapazen die Stimmung unter den Radlern hoch. Das war nicht zuletzt ein Verdienst der Radler selbst: Sie arbeiteten im Kollektiv mit dem Ziel, Villach in guter Verfassung zu erreichen. Hinzu kam die Top-Organisation von Bertram Weißhaar, Sören Wölm und Michael Meyer.
Bertram Weißhaar hatte die Tour akribisch vorbereitet und ab Landshut abgefahren. Unterstützt vom Navigationssystem lotste er die 29 hinter sich beispielsweise sicher durch den Ballungsraum Nürnberg. Wölm steuerte das Begleitfahrzeug mit Gepäck und Erfrischungen, alle 25 Kilometer sehnlichst erwartet. Meyer hielt sich am Schluss der Gruppe, leistete Schubhilfe, wenn der Berg zu schaffen machte und reparierte in Minutenschnelle Platten oder Lagerschaden. Gerhard Beck

Strecke Regnitzradweg, Fünf-Flüsse-Radweg, Radwanderweg Nürnberg-Rothsee-Altmühltal, Altmühltal-Radweg, Donau-Radweg, Radweg Kelheim-Abensberg, Laber-Abens-Radweg, Isar-Laber-Radweg, Isar-Radweg, Isar-Vils-Radweg, Vils-Rott-Radweg, Schweppermann-Tour, Isental-Radweg, Tauern-Radweg, Alpe-Adria-Radweg.

Pioniere Die "Tour für Bürger" war nach der Ausschreibung im November 2012 in wenigen Tagen ausgebucht. Pioniere waren die Villach-Radler vor fünf Jahren, die allerdings eine andere Route nahmen.





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