Bamberg"PLZ heißt Postleitzahl", "Südlich der Donau kommt das Alpenvorland" und "Was meint der Franke mit dem Wort 'Waggala'?" - solche Erklärungen und mehr finden Geflüchtete im Ordner "Mein Leben in Bayern". Er umfasst insgesamt sechs Kapitel. Jedes startet mit Themen, die das direkte Lebensumfeld behandeln.

So beginnt "Wer kann mir helfen?" mit einer Beschreibung verschiedener Ämter und Notrufnummern bis hin zu Formularen, wie man sie in Arztpraxen ausfüllen muss. Am Ende jedes Kapitels sind Wortlisten mit Erklärungen zu finden. Durch diesen Aufbau kann der Ordner von jeder Integrations(vor)klasse, ja von jedem Geflüchteten genutzt werden.
Der Unterrichtsmittelordner "Mein Leben in Bayern" entstand in Kooperation zwischen dem Museumspädagogischen Zentrum in München und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. Kultusstaatssekretär Bernd Sibler (CSU) kam am Donnerstag zur offiziellen Übergabe des Ordners an die Staatliche Berufsschule III in Bamberg.

Bereits 2014 lagen die Pläne für eine entsprechende Lehrmittelsammlung vor, als in der Landeshauptstadt ein ähnliches Projekt mit Bezug auf München erstellt wurde. Die neue Sammlung weitet die Themenbereiche auf den ganzen Freistaat aus und soll Sprache, Land und Kultur vermitteln. Hierbei sei es an den Lehrkräften, auch die lokalen Eigenheiten der Heimatstadt ins Zentrum des Unterrichts zu rücken, sagt Gabi Rudnicki vom Museumspädagogischen Zentrum.

Somit eignet sich der Ordner als Orientierungshilfe für Lehrkräfte, wie auch Sandra Zellhahn, die stellvertretende Schulleiterin der Berufsschule III, bestätigen kann: "Der Ordner hilft uns zur einfachen Sprache zurückzukehren." Lehrer seien Schachtelsätze gewohnt. Davon müssten sie im Umgang mit Geflüchteten, die noch Deutsch lernen, abkommen.

"Es ist schön, dass dieses bayernweite Programm heute hier in Bamberg vorgestellt wird", freut sich Bürgermeister Christian Lange (CSU) als Stellvertreter des Zweckverbandes der Beruflichen Schulen in Bamberg Stadt und Landkreis. "Doch es ist wichtig darauf zu achten, dass bei diesem Aufwand an Kraft, Mühe und Ressourcen der Weg für die Geflüchteten nicht in einer Sackgasse endet, sondern sie eine berufliche Perspektive erhalten."