Bamberg
Pläne

Neues Atrium nimmt Gestalt an

In drei Wochen wird sich der Bausenat mit dem Atrium befassen. Der Entwurf von Matthias Bornhofen soll den Leerstand aufwerten und wiederbeleben.
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So soll der Blick übers "neue Atrium" in Richtung Bahnhof aussehen. Das Gebäude würde 14 Meter schlanker, dadurch entsteht unter anderem Platz für Grünanlagen und Fahrradparkplätze. Entwurf: Bornhofen Architekten
So soll der Blick übers "neue Atrium" in Richtung Bahnhof aussehen. Das Gebäude würde 14 Meter schlanker, dadurch entsteht unter anderem Platz für Grünanlagen und Fahrradparkplätze. Entwurf: Bornhofen Architekten

Für viele Bamberg-Besucher ist der Blick aufs Atrium einer der ersten Eindrücke, nachdem sie dem Zug entstiegen sind. Wer schon hier lebt, konnte aber jahrelang nur den Kopf schütteln über den nahezu leerstehenden Mammutbau in prominenter Lage. Das hat sich vor elf Monaten geändert. Mit den Plänen vom "neuen Atrium" kam die Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Riesenimmobilie zurück.

Nicht nur für Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) hatte sich unter dem neuen Eigentümer, der Eyemaxx-Gruppe, nach jahrelangem Stillstand ein "wunderbarer Lichtblick am Bahnhofshimmel" gezeigt. Architekt Matthias Bornhofen präsentierte für das 60-Millionen-Euro-Projekt bereits früh einige überraschende Veränderungen. Das Gebäude soll stolze 14 Meter schlanker werden, indem ein Stützenraster weggenommen wird. Auf dem dann viel breiteren Gehsteig sollen grüne Oasen entstehen. Auch oben will Bornhofen "störende Aufbauten entfernen und das Gebäude offener gestalten".

Die ersten Pläne durfte er bereits im vergangenen September dem Stadtgestaltungsbeirat präsentieren. Dieses für seinen kritischen Blick bekannte, unabhängige Expertengremium lobte insgesamt die Pläne des 34-jährigen Architekten. Und fand dennoch einige Punkte, die der weiteren Überarbeitung und Diskussion bedürfen. Die gab es auch noch nach der Überarbeitung, die Bornhofen kürzlich im Stadtgestaltungsbeirat vorstellte. Der 34-Jährige beschrieb unter anderem die neuen Vorplätze für die Geschäfte im Erdgeschoss, die über den breiteren Gehsteig hin zu Grünstreifen mit Mehrfachnutzung führen sollen - sie sollten auch zusätzliche Fahrradstellplätze beherbergen. Daneben sollen die Busse stehen.

Das bislang bekannte Nutzungskonzept hat sich in einem Punkt verändert. Die zunächst geplanten 70 Service-Appartements sind weggefallen, dafür sollen nun über zwei Stockwerke 3000 Quadratmeter als Bürofläche genutzt werden. Weiterhin geplant sind Ladenflächen und Gastronomie im Erdgeschoss (7000 Quadratmeter), ein großes Fitnessstudio und ein Hotel mit 160 Zimmern - die sich nach Bornhofens Entwürfen hin zu begrünten Innenhöfen orientieren. Das Kino bleibt, wird aber saniert und soll künftig auch eine Terrasse mit gastronomischer Nutzung bekommen.

Ende 2020 soll eröffnet werden

"Wir würden uns noch einen Vergleich wünschen, was ist alt und was ist neu?", machte die Münchner Architektur-Professorin Lydia Haack für den Stadtgestaltungsbeirat deutlich. Treppenhaus und Fahrradabstellplätze hätte das Gremium gern ins Gebäude integriert, die Freiflächen erscheinen ihm noch zu dicht, das Zusammenspiel von Fußgängern, parkenden Radfahrern und Busreisenden könne möglicherweise problematisch werden. Auch aufs Parkhaus ging Haack ein, dass "wie eine Bergsilhouette" hervortrete, wenn das Atrium sich oben verschlanke. Wünschenswert seien außerdem ein Gesamtkonzept, das auch den Bahnhofsvorplatz mit umfasse, und ein Stadtmodell, das das Vorhaben im Zusammenspiel mit dem restlichen Stadtbild anschaulicher mache. Insgesamt unterstrich Haack aber: "Sie sind auf einem guten Weg."

Daniela Reinfelder (BuB) machte deutlich, dass es am Atrium zügig vorangehen müsse, weil sich an Bahnhof und Pfisterbrücke schon die nächsten Großbaustellen abzeichneten. Die Bahn werde den Bahnhofsvorplatz nicht vor dem viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke angehen - und der dauere bis 2030. Für Heinz Kuntke (SPD) müssten die Investoren beim Atrium wissen, "wohin die Reise geht, wir dürfen sie nicht überfordern und das Vorhaben nicht überfrachten". Auch Peter Neller (CSU) möchte den Investoren Möglichkeiten an die Hand geben, "das möglichst bald zu verwirklichen". Reinfelder zeigte sich zuversichtlich: "Es geht hier doch nur noch um Verfeinerungen, die wir dem Architekten durchaus zutrauen." Wie Baureferent Thomas Beese erläuterte, soll in einer zusätzlichen Sitzung des Bausenats bereits am 24. Juli über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan in Sachen neues Atrium beraten werden.

"Um gewisse Fristen zu wahren, ist es wichtig, den Bebauungsplan in Gang zu setzen", sagt Matthias Bornhofen. "Danach gibt es natürlich noch viele Details zu klären und Gespräche zu führen." Der Architekt hält am Zeitplan fest, wonach das Atrium Ende 2020 eröffnet werden kann. Geht es nach Bornhofen, können die Arbeiten Anfang des Jahres aufgenommen werden.

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